Albers: Das stimmt. Das Büro wird deshalb nicht komplett überflüssig, sondern bekommt eine andere Bedeutung: Es wird zum Treffpunkt und Kommunikationsort, an dem man gemeinsam über Ideen brütet, Arbeit aufteilt. Ist das erledigt, muss man aber nicht in die Zweierzelle mit Schreibtisch zurück, um die Aufgaben zu erledigen. Das kann man auch von zu Hause aus tun. Dort kann man sich die Freiheit nehmen, seine Kinder selber von der Schule abzuholen oder nachmittags Sport zu machen. Dafür arbeitet man vielleicht abends länger oder mal an einem regnerischen Sonntagnachmittag.

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sueddeutsche.de: In welchen Berufen kann man sich diese Freiheit nehmen? Funktioniert das nicht bloß für eine kleine Elite?

Albers: Piloten, Lehrer oder etwa Automechaniker müssen natürlich auch in Zukunft an ihren Arbeitsplatz. Aber alle anderen, die morgens einen Computer anmachen und den ganzen Tag auf ihren Bildschirm starren, können sich zu solchen Freiangestellten machen. Immerhin arbeiten in Deutschland schon 50 Prozent aller Angestellten als solche Wissensarbeiter.

sueddeutsche.de: Ist das wirklich erstrebenswert? Wenn ein Angestellter von zu Hause aus arbeitet, verschwimmt die Grenze zwischen Beruf und Privatem immer mehr. Der Druck, auch abends um 22 Uhr noch mal seine E-Mails checken zu müssen oder am Wochenende ein Projekt fertigzustellen, nimmt zu.

Albers: Richtig, aber das ist der Preis für mehr Flexibilität. Da muss man als Angestellter lernen, Grenzen zu ziehen. Viele Firmen erwarten von ihren Mitarbeitern heute schon, dass sie auch in ihrer Freizeit zur Verfügung stehen, also sollten wir das Beste daraus machen.

sueddeutsche.de: Und wie überzeuge ich meinen Chef davon, dass ich künftig zwei oder drei Tage von zu Hause aus arbeite?

Albers: Zählen Sie ihm die Pluspunkte für sein Unternehmen auf. Und erklären Sie ihm, dass er auch was davon hat: Wenn er mehr Flexibilität zulässt, muss er selbst auch nicht mehr zehn Stunden am Tag im Büro anwesend sein.

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(sueddeutsche.de/vw)