Die private Hochschule Witten-Herdecke ist hoch verschuldet. Nun haben ihre Studenten einen Wunsch-Sponsor gefunden.

Die Universität Witten-Herdecke steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Deutschlands erste privaten Hochschule braucht dringend Sponsoren. Prüfer staunten über ein Defizit von 12 Millionen Euro - bei einem Gesamtbudet von 36 Millionen Euro. Das berichtet die Financial Times Deutschland. Demnach soll nun die Stiftung des Gründers der Software AG Interesse haben. 23 Millionen Euro müsste die Stiftung einbringen, um die Stimmenmehrheit an der Uni zu übernehmen und die Finanzen über die nächsten Jahre zu sichern.

Die private Hochschule Witten-Herdecke ist hoch verschuldet. Nun haben ihre Studenten einen Wunsch-Sponsor gefunden.

Von der Vorzeige-Uni zum Pleite-Kandidaten: die Hochschule Witten-Herdecke. (© Foto: dpa)

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Den Studenten wäre es recht. Offenbar kamen sie sogar selbst auf die Stiftung zu. Sie schreckt die Alternative: Anfang des Jahres hat die Heidelberger SRH Holding ein Angebot vorgelegt. Die SRH Holding betreibt bundesweit fünf Hochschulen und zahlreiche Krankenhäuser. Über Witten-Herdecke sagte ein Sprecher, dass sich die Uni mehr daran orientieren solle, "was Wirtschaft und Gesellschaft brauchen". Für die Studenten eine Drohung, sie fürchten seither um die wissenschaftliche Freiheit und die Grundideen der Uni.

Witten-Herdecke wurde von dem Neurologen Konrad Schily in den 80er Jahren gegründet. In der damaligen Hochschullandschaft war ihr Studien-Angebot ein Novum. Die künstlerische Fähigkeiten und Interessen wurden gefördert und auf eine praxisbezogene Ausrichtung geachtet. Schily verkündete Ende vergangenen Jahres seinen Austritt aus dem Direktorium. Er wollte nicht mittragen, dass sich die Universität zunehmend zu einem Unternehmen entwickelte.

Die Stiftung der Software-AG will laut Financial Times am Freitag entscheiden, ob sie sich für Witten-Herdecke weiter engagieren wird. Für die Studenten gibt es jedoch bereits eine unangenehme Nachricht: "Die Uni ist eine große Baustelle, ohne Einschnitte wird es auch mit uns nicht gehen", sagte ein Stiftungs-Sprecher dem Blatt.

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(sueddeutsche.de)