Niemand beschwert sich

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"Viele der Zusatzaufgaben, die mit der Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master sowie mit der Exzellenzinitiative auf die Universitäten zugekommen sind, wurden auf den akademischen Mittelbau abgewälzt", erklärt Neis. Der Druck werde permanent erhöht, die Aufgaben ständig ausgeweitet: "Die Mitarbeiter im Mittelbau werden strategisch ausgenutzt. Anders würde bei der momentanen finanziellen Ausstattung das gesamte System zusammenbrechen." Beschweren tut sich dennoch kaum einer, denn die Motivation des wissenschaftlichen Nachwuchses ist hoch, genau wie die Konkurrenz.

Der Wille und die Zeit zum Protest fehlen, sagen viele. Und klar ist auch: Mit der aktuellen Tarifrunde und mehr Gehalt kann das Grundproblem zu weniger Stellen nicht gelöst werden.

Hoher Druck

Soziologe Neis sieht dringend Handlungsbedarf: "Lehre und Forschung haben sich schon verschlechtert und werden noch drastisch schlechter werden, wenn der Druck so hoch bleibt."

Für die direkt Betroffenen, die Studenten, scheint sich das Problem dagegen noch nicht zu stellen ­ wie Demonstranten in Jena jetzt am eigenen Leib erfahren konnten. Während sie versuchten, bei einer Protestveranstaltung etwa zehn Minuten lang die Mensa zu blockieren, verschafften sich hungrige Studenten mit Fäusten Zutritt.

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(dpa/Oliver Hollenstein/bön)