Darf ein Institutsleiter bestimmen, welche Wissenschaftler seines Instituts als Autoren auf Publikationen genannt werden - unabhänging von der tatsächlichen Autorenschaft? Ein Forscher in Bremen bezichtigte seinen Chef deshalb des geistigen Diebstahls - und verlor prompt seinen Job.
In der Guttenberg-Affäre beteuerten Professoren und Hochschulfunktionäre, der redliche Umgang mit geistigem Eigentum mache die Wissenschaft erst zur Wissenschaft. Ein Rechtsstreit aus Bremen zeigt nun beispielhaft, wie sich Forscher um die Autorschaft streiten und wie die Hierarchien von Instituten in diesen Streit hineinspielen.
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Wer hat was geschrieben? Der Kampf um geistiges Eigentum verkommt mitunter zur Posse. (Symbolbild: Studentin in der Bibliothek der Universität Eichstätt) (© dpa)
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Ein weltweit bekannter Laser-Techniker an einem hochschulnahen Institut der Hansestadt (BIAS) kämpft seit vier Jahren um seinen Arbeitsplatz - und um seinen guten Namen. Der frühere Abteilungsleiter, nennen wir ihn Herrn Roland, bezichtigt den Institutschef Frank Vollertsen, einen renommierten Leibniz-Preisträger, des geistigen Diebstahls in mehreren Fällen - bei einem Aufsatz und bei Förderanträgen an die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG).
Wegen dieser Vorwürfe wurde Roland (bislang nicht endgültig) gekündigt, er lebt derzeit von Hartz IV. Seine letzte Hoffnung: Vor dem Arbeitsgericht vertritt ihn neuerdings die Kanzlei des ehemaligen Bundesinnenministers Gerhart Baum (FDP).
Die zugrunde liegenden Plagiatsvorwürfe sind dagegen bereits rechtsgültig gescheitert, allerdings nicht durch Klärung in der Sache, sondern weil niemand den Umgang mit dem geistigen Eigentum klären wollte oder konnte. Beispiel DFG: Deren Generalsekretärin Dorothee Dzwonnek konnte in Anträgen des Institutschefs Vollertsen ohne seinen Abteilungsleiter nichts Verwerfliches sehen. Sie sagt: Ob der Antrag des Chefs mit oder ohne Mitarbeiter erfolge, beruhe "eher auf arbeits- und personalrechtlichen Entscheidungen, die aber nicht Gegenstand eines Verfahrens der DFG sind". Offenbar wird die Frage guter wissenschaftlicher Praxis für die DFG von der Institutshierarchie bestimmt.
Zudem musste sich Roland vom Bonner Landgericht belehren lassen: Er könne von der DFG nichts Klärendes verlangen, weil er keinesfalls von ihr direkt geschädigt sei. Als "privater Verein" sei die DFG nicht unmittelbar zur Verteidigung der Wissenschaftsfreiheit eines Einzelnen verpflichtet. Tatsächlich aber verteilt der "Verein" im Jahr mehr als eine Milliarde Euro an staatlichen Fördermitteln. Deswegen hält Fachanwalt Askan Deutsch das private Rechtskleid der DFG längst für realitätsfremd. Gleichwohl wies das Oberlandesgericht die Berufung in dem Fall ab.
Weiteren Streit gab es um einen Aufsatz, den Institutsdirektor Vollertsen vom Abteilungsleiter Roland und dessen Mitarbeiter C. W. für einen Kongressvortrag angefordert hatte. Die beiden waren schon öfter als Ko-Autoren aufgetreten. Vollertsen selbst legte letzte Hand an. Der Beitrag wurde auch in einer Spezialzeitschrift veröffentlicht, allerdings nur unter den Autorennamen Vollertsen und C. W. Den Namen Roland hatte der Chef gegen dessen Willen gestrichen. Als Grund gibt Vollertsen eine Zwei-Autoren-Regel an, "um jeweils einen Mitarbeiter gezielt zu fördern". Der Abteilungsleiter habe ja selber auf den erheblichen Werkanteil des jüngeren Kollegen hingewiesen.
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Moderne Verwaltung
"Ich möchte auch, dass wir eine Petition schreiben. Hat jemand eine Idee konkret wie dies zu starten ist?"
Zunächst muss man sich registrieren unter:
epetitionen.bundestag.de
Dort kann man direkt unter "Neue Petition einreichen" fortfahren. In der Regel werden diese eingeleitet mit
"Der Bundestag möge beschließen..." oder "Das Parlament möge beschließen..."
Es sollte entweder eine ganz konkrete Gesetzesänderung formuliert werden oder Ideen für ein neues Gesetz mit einer ausführlichen Begründung, was dadurch erreicht bzw. verhindert werden soll.
Dann beginnt der schwierige Teil: man muss genügend Leute finden, die mitzeichnen.
Petition ist super Idee. Let's done. Let's clean the system! Was ist mit der deutschen Wissenschaft? 300(!) Veröfentlichungen in einem Jahr. Ist das wahr??? Es kann nicht sein. Alte Holzköpfe die sich mit Federn der anderen schmücken gehören in der Öffentlichkeit entlarvt, nicht in ihren Chef Sesseln sich weiter verherrlichen und weiter klauen.
Dieser Frank Vollertsen agiert dazu aggressiv wenn Roland sich gegen Plagiieren wehrt. Er ist LEIBNIZPREISTRÄGER der DFG und Professor an der Uni Bremen und aggressiv!!! Was für Vorbild von der Spitze der "Wissenschaft".
Danke Herr Horstkotte, dass Sie diese Diskussionen hervorrufen!
"Online-Petition
Auf der Internetseite des Deutschen Bundestages können Bürgerinnen und Bürger seit September 2005 Petitionen auch online einreichen oder mitzeichnen. Anders als bei klassisch, also per Post, eingereichten Petitionen können Online-Petitionen auch als öffentliche im Forum diskutiert werden.
Über die Anliegen berät der Petitionsausschuss des Bundestages."
Ich möchte auch, dass wir eine Petition schreiben. Hat jemand eine Idee konkret wie dies zu starten ist?
70 Veröffentlichungen pro Jahr sind noch moderates Mittelfeld wenn man sich "Publikations"-Listen anderer Professoren und Institutsleiter ansieht. Auch 300 sind keine Seltenheit.
Da es in der (breiten unteren Ebene der) wissenschaftlichen Community wohl eine relativ einhellige Meinung zu dieser Vorgehensweise gibt, könnte eine Petition an den Bundestag durchaus erfolgversprechend sein.
Um eine Verbesserung der Situation oder gar Lösung des Problems zu bewirken wären allerdings konstruktive Vorschläge von Nöten. Welcher Antritt könnte im Rahmen einer Petition erfolgversprechend sein?
Mit der Bitte um Mithilfe
doctorandus a.D.
Weil evident vom Artikel von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als ihr Protege und deren Preisträger unterstützt wird. Schämend für die DFG und für die Deutsche Wissenschaft!
Zitat (Knorren):
"Mir ist aufgefallen, dass Herr Vollertsen innerhalb von drei Monaten als Co-Autor von allen 22 Institutsveröffentlichungen in allen Forschungsrichtungen und in einem Jahr von insgesamt 70 wissenschaftlichen Veröffentlichungen agiert (!?) http://www.bias.de/Publications/Bulletin/Archive/bulletin-07-4/view. "
Machen Sie weiter so, lieber Herr Professor Vollertsen,
mit diesem großen Stil in Sache KLAUEN vom geistlichen Eigentum, werden Sie sicher bald Nobel-Preisträger! Und der Staat wird Sie weiter unterstützen, mit der Vergabe noch mächtigerer Position, nicht als Institutsdirektor in Bremen, sondern als Bundesminister der Bildung und Wissenschaft. Dann MÜSSEN alle Wissenschaftler in Deutschland Ihren geschätzten Namen als Mitautor in ihren Veröffentlichungen zwangsweise schreiben! Sie sind sowieso rekordverdächtig, mit 70 wissenschaftlichen Veröffentlichungen in einem Jahr! Damit haben Sie sich den Titel PLAGIAT-PREISTRÄGER DEUTSCHLANDS sicherlich verdient! Man weiß schon einen sicheren Weg zum Titel Leibnitz-Preisträger - Machtposition, und dann: KLAUEN, KLAUEN, KLAUEN!
Der arme zu Gutenberg ist im Vergleich mit Ihnen ein Dilettant, ein Amateur, ein Anfänger. Der hat nur eine Doktorarbeit abgeschrieben, Sie haben in mehreren hunderten Veröffentlichungen als Mitautor agiert - und - ich bin sicher - die meisten haben Sie gar nicht gelesen, weil als Institutsdirektor haben Sie sicherlich viel zu tun.
Das Schlimmste in dieser Geschichte ist, dass nur WENIGE Leute werden von einem solchen Verhalten des Institutsdirektors beeindruckt - sogar finden das als ganz normal (s. andere Kommentare!). Das ist das Ende der Wissenschaft in Deutschland, und die Umwandlung in einer SKLAVENWISSENSCHAFT, bei der ein Institutsdirektor aus seiner Machtposition alle Forscher als Sklaven betrachtet, und diejenigen, die Recht suchen, werden sofort bestraft und rausgeschmissen.
Eine echte Beleidigung des Titels LEIBNITZ-PREISTRÄGER und der Wissenschaft in Deutschland!!!
Paging