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Wirtschaftskrise international – Tristesse globale
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Manche Experten sehen schon einen Silberstreif am Horizont, andere meinen, die wirtschaftliche Talsohle sei noch lange nicht erreicht. Doch ganz unabhängig davon, was Ökonomen sagen: Die Deutschen jammern, dafür sind sie berühmt. Sie haben Angst vor Kündigung, vor Statusverlust, ganz allgemein vor der Zukunft. Aber sind sie mit ihren Ängsten wirklich allein auf der Welt? Wie gehen andere Länder mit der Krise um? Und wie sehr macht man sich andernorts Sorgen um den Job? SZ-Auslandskorrespondenten haben sich umgehört.
Amerika steht Schlange
von Jörg Häntzschel "Wir müssen die Polizei holen", sagte der Brooklyner Kongressabgeordnete Edolphus Towns entsetzt, als er die Schlange vor der Job-Börse sah, die er organisiert hatte. 400 Stellen hatten die Arbeitgeber dort zu vergeben, 5000 Menschen waren gekommen. Doch obwohl die allermeisten vergeblich anstanden, blieb alles zivil. Die mehr als 600.000 Amerikaner, die seit Januar Woche für Woche ihre Stelle verloren und Arbeitslosenhilfe beantragt haben, erdulden ihre Situation mit der landestypischen Mischung aus Resignation und ungebrochenem Optimismus. Dabei sind die Aussichten weiterhin nicht rosig: Der erhoffte Kickstart der Konjunktur durch Präsident Obamas Stimulus-Paket ist weitgehend ausgeblieben. Und selbst wenn in den nächsten Monaten die Krise überwunden ist, rechnet kaum jemand damit, dass die Firmen ihr gefeuertes Personal bald wieder anheuern werden. Bescheidener Hoffnungsschimmer: Zum ersten Mal seit Januar ist die Zahl der Arbeitslosen wieder gefallen.
Bild: afp
26. Juni 2009, 17:13 2009-06-26 17:13:00 © sueddeutsche.de
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