Studium mit Job-Garantie: Wirtschaftsingenieure kommen trotz Flaute in Industrie, Handel und zunehmend auch im Dienstleistungssektor unter.
Junge Wirtschaftsingenieure müssen sich über den derzeitigen Arbeitsmarkt wenig Sorgen machen. Berufseinsteiger waren im vergangenen Jahr, wenn überhaupt, nur kurz arbeitssuchend gemeldet, wie der Akademiker-Jahresbericht der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) zeigt.
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Mittel- und langfristig schätzen die Arbeitgeber die Berufsperspektiven sogar als gut bis sehr gut ein. Das zeigt die aktuelle Berufsbild-Untersuchung des Verbands deutscher Wirtschaftsingenieure (vwi).
Demnach stellen vor allem Unternehmen im Maschinen- und Anlagebau sowie in der Auto- und in der Elektroindustrie Wirtschaftsingenieure ein, die zunehmend in den Bereichen Logistik und Controlling eingesetzt werden. Daneben sind Vertrieb und Marketing, Produktionsleitung sowie Forschung und Entwicklung typische Einsatzfelder. In der Software-Branche arbeiten sie in den Bereichen Entwicklung und Training. Auch im Groß- und Einzelhandel ist die Nachfrage nach Wirtschaftsingenieuren gestiegen.
Wie die vwi-Studie zeigt, profitieren die Absolventen von der generalistischen Ausrichtung ihres Studiums, das ihnen sowohl technisches wie auch wirtschaftliches und rechtliches Wissen vermittelt. Das qualifiziert die Wirtschaftsingenieure dem vwi zufolge für Führungsaufgaben. So schätzen die befragten Unternehmen die Aufstiegschancen als gut bis sehr gut ein.
Studiengänge im Vergleich
Unter den Schulabgängern scheinen sich die rosigen Aussichten bereits herumgesprochen zu haben: Die Studentenzahlen sind in den vergangenen drei Jahren um 12 Prozent gestiegen. 30 Unis und mehr als 80 Fachhochschulen bieten in Deutschland inzwischen das Studium Wirtschaftsingenieurwesen an. Der vwi zeigt in seiner Untersuchung alle Studienmöglichkeiten auf, informiert über die Anzahl der Studierenden und Bewerbungen und zeigt, ob der Studiengang international ausgerichtet ist, welche Schwerpunkte angeboten werden und wie viele Praktika Pflicht sind. Beispiele von Studienverläufen zeigen Interessenten aber auch gleich, wie vollgepackt das Studium mit Pflichtfächern ist.
Die TH Darmstadt, die Uni Karlsruhe und die TU Berlin liegen der Umfrage zufolge in der Gunst der Unternehmen vorn, wobei aber nur ein Drittel der befragten Personaler überhaupt auf den Hochschulstandort achtet.
Am wichtigsten ist ihnen die Abschlussnote und die Anzahl der Semester: Ein Studienabschluss innerhalb der Regelstudienzeit wird von den Unternehmen erwartet. Auch auf Auslandserfahrung legen sie Wert, wobei Aufenthalte in den USA und Großbritannien am stärksten geschätzt werden. Bei den Soft-Skills liegen analytisches Denken, Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit vorn.
Lohnender Einstieg
Der vwi-Studie zufolge bieten 25 Prozent der Unternehmen Trainee-Programme für Absolventen an. Diese Art des Berufseinstiegs wird sich nach Einschätzung der befragten Arbeitgeber noch verstärken.
Die Einstiegsgehälter liegen laut vwi-Studie für Absolventen von Fachhochschulen bei 37.539 Euro jährlich. Wirtschafts-Ingenieure mit Uni-Diplom kommen auf 40.587 Euro und wer promoviert hat, verdient im Schnitt mehr als 45.000 Euro. Nach vier Jahren Berufstätigkeit haben Wirtschaftsingenieure beim Gehalt verglichen mit anderen Akademikern die Nase vorn. Nach einer Umfrage der Uni Kassel aus dem Jahr 1999 verdienen Wirtschaftsingenieure mehr als Informatiker oder Betriebswirte.
Die aktuelle Berufsbild-Untersuchung gibt es für 20 Euro beim vwi. Der Verband informiert auch auf seiner Webseite über Beruf und Studium. Die Studie aus dem Jahr 2000 steht hier beispielsweise kostenlos zum Download zu Verfügung. Aus dem selben Jahr ist ein ausführlicher Bericht zur Arbeitsmarktlage von Wirtschaftingenieuren von der (ZAV). Aktuellere Daten liefert die Publikation zum Akademiker-Arbeitsmarkt 2002. (Siehe Linkliste).
(sueddeutsche.de)