Soll Wirtschaft als eigenes Fach in der Schule unterrichtet werden? In der größten Krise seit 60 Jahren können Jugendliche noch nicht einmal erklären, was Inflation ist.
Wir erleben die größte Wirtschaftskrise seit 60 Jahren, und die jungen Leute, die die Folgen dieser Misere in Zukunft bezahlen müssen, können sie nicht beurteilen.
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Vermittlung von Wirtschaftswissen in der Schule: Mehr als die Hälfte der Jugendlichen weiß nicht, was eine Inflationsrate ist. (© Foto: ddp)
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Das Ergebnis der jüngsten Studie zum Wirtschaftsverständnis der 14- bis 24-Jährigen ist ernüchternd und zwingt zum Handeln: Mehr als die Hälfte des Nachwuchses weiß nicht, was eine Inflationsrate ist. Ähnlich verbesserungswürdig ist das Wissen zu grundlegenden Mechanismen wie Angebot und Nachfrage.
Die gute Nachricht: Die Steuerzahler und Entscheider von morgen haben mehrheitlich erkannt, dass Wirtschafts- und Finanzfragen in dieser schwierigen Zeit für ihre Zukunft wichtig sind, und daher bekundet, dass sie mehr wissen wollen. Das ist ein klarer Auftrag an Bildungsstrategen, den Fragen rund ums Geld eine größere Bedeutung in den Lehrplänen zu geben als bislang.
Fachstudium anerkennen
Die Zeit ist günstig, auch in der Politik dafür Gehör zu finden. Zum einen bezweifelt wohl niemand mehr, dass Finanzdienstleister Anlegern auch deshalb riskante Produkte verkaufen konnten, weil viele Kunden nicht verstanden, in was sie investierten. Zum anderen fordert der Staat die Bürger auf, selbständig fürs Alter vorzusorgen. Das geht nur, wenn sie wissen, was sie tun.
Der andauernde Streit in Bildungsgremien darüber, ob Wirtschaft als eigenes Fach oder als Querschnittsdisziplin in den Schulen unterrichtet werden soll, gefährdet das Ziel an sich. Und: Eine umfassende Ausbildung der Lehrer ist am ehesten gewährleistet, wenn sie unterrichten können, was sie gelernt haben. Tief einsteigen in die Materie können sie am besten, wenn das Fachstudium nötig und anerkannt wird. Daran hängt auch die Entwicklung von Lehrmaterialien, die bislang oft von Verbänden gestellt werden.
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(SZ vom 7.7.2009/bön)
Umweltstiftung WWF in der Kritik
Lieber "NeinDanke"
"In unsere zz Demokratie gibt keine Wahlmöglichkeit zwischen Wirtschaftssystemen"
Dem würde ich so nicht zustimmen, denn vor ihrem Bad Godesberger Parteitag war die SPD der heutigen "Linke" nicht unähnlich. Sie trat lange Zeit für eine vollständig staatlich gelenkte Planwirtschaft ein.
Es war schlichtweg der Erfolg der damals noch jungen, freien Marktwirtschaft für die Wohlfahrt der Bürger, der dazu führte, dass sich die SPD letztlich auch zu unserer Wirtschaftsform bekannte.
Wie ich in Ihr Gästebuch auf ihren gleichlautenden Kommentar bereits schrieb, ist "der Markt" keineswegs ein Konglomerat aus ein paar Reichen und Mächtigen. Wenn viele Menschen 3L-Autos kaufen, werden mehr davon produziert. SUV werden deshalb produziert, weil es Leute gibt, die sie kaufen möchten.
Vielfalt ist zudem einer der größten Vorteile der freien Marktwirtschaft. Es gibt ja 3L-Autos *und* SUV, Sie dürfen kaufen, welches Sie bevorzugen. (Ich fahre übrigens einen Audi A3, obwohl mir lt. Arbeitsvertrag ein Q7 als Dienstwagen zustünde).
"Wie das genau passieren soll, nun das überlasse ich ihrer Fantasie ;-)"
Die von Ihnen genannten Eckpunkte müssen keinerlei Widerspruch darstellen zu einer freien Marktwirtschaft oder zum "Kapitalismus" (ich mag dieses ideologische Wort nicht).
Die Politik hat die Aufgabe, Parameter für die Wirtschaft zu setzen. Nehmen wir einen Erfolg der grünen Partei (Nein, ich gehöre ihr beileibe nicht an). Sie hat dazu beigetragen, dass es in der Bevölkerung heute ein großes Bewusstsein für Umwelt gibt, das vor einigen Jahrzehnten noch als Träumerei und Unsinn belächelt wurde.
In ihrer Regierungszeit, soviel Rot-Grün auch falsch gemacht hat, hat man dazu beigetragen, dass bestimmte Parameter verändert wurden und ökologischer Strom wirtschaftlich wurde. Wie man sieht, wird es angenommen. Ökostrom ist mittlerweile auch für einen Durchschnittshaushalt verfügbar und bezahlbar.
Anderes Beispiel: Bioprodukte. Die Leute haben in der Masse nun kapiert, dass sie für ein Bio-Ei deutlich mehr bezahlen müssen als für ein Nicht-Bio-Ei. Dennoch wissen viele, dass das Ei ohne Biozeichen wahrscheinlich aus Massentierhaltung stammt und kaufen für mehr Geld doch das Bio-Ei.
Dies ist ganz sicher noch ausbaufähig. Auf der E-Petitionsseite des Bundestages habe ich z.B. heute eine Petition entdeckt, nachdem ein ähnliches Siegel für Produkte aus Staaten geschaffen werden möge, die ihren Arbeitnehmern gewisse soziale Grundfreiheiten sicher
"Was wäre denn die Alternative?"
In unsere zz Demokratie gibt keine Wahlmöglichkeit zwischen Wirtschaftssystemen. Ob 30% oder 70% der Bevölkerung jenes oder dieses wollen, ist grundsätzlich egal, da sowieso ausschliesslich der "Markt" diktiert was in seinem Sinne vernünftig ist oder nicht. Unsere herrschende Politik ist ein Ausdruck dieses Totalitarismus. Bsp., wird in unserer Demokratie gefragt, was gewünscht wird oder nicht? Hat man gefragt, ob man mit Derivaten, Rohstoffen, Lebensmitteln handeln darf oder nicht. Wird demokratisch bestimmt, ob eine Mindestlohn, Hartz4, Agenda 2010 eingeführt wird oder nicht? Wird gefragt ob 3Liter Autos, oder ob SUV produziert werden sollen? Oder ob unsere Wirtschaft klimafreundlicher weden soll? NEIN! Natürlich nicht, denn der Mark bestimmt wohin die Reise geht.
Wenn nun die lieben Kleinen lernen sollen, dass das was zZ existiert, als das Vernünftige und einzig Wahre zu betrachten ist, dann nenn´ ich das eine Form der Hirnwäsche. Der hiesige Artikel ist schon der Beweis dafür, das selbst studierte Journalisten auf die haarsträubendste Propaganda der Wirtschaftsverbände rein fallen. Zitat "Ähnlich verbesserungswürdig ist das Wissen zu grundlegenden Mechanismen wie Angebot und Nachfrage...." -als ob Angebot und Nachfrage, die eigentlichen "Gesamtkosten" für Produkte darstellen könnten....
Meine Alternative wäre demnach demokratische Kontrolle unseres Polit- und Wirtschaftssystems, Abbau der Privilegien für Wirtschaftseliten. Neuausrichtung der kap. Wirtschaft hin zu einer humanistischen und "umweltkompatiblen" Ökonomie. Wie das genau passieren soll, nun das überlasse ich ihrer Fantasie ;-)
deutsche Verfassung:
Artikel 1
Ziel aller gesellschaftlichen Bestrebungen ist das Glück der Menschen.
(da können dann auch alle zahlengläubigen Autisten mitmachen - sie bekommen eine neue "Kenngröße": das Bruttosozialglück)
@GrundOrdnung:
Sie fragen nach einer Alternative?
Bemerkenswert! Endlich fragt auch mal jemand vom reaktionären Block nach einer Alternative. :)
Hoffentlich fragen endlich wieder mehr Menschen nach einer Alternative. Denn wenn der "Sachzwang" auf den Müllhaufen der speziell deutschen Geschichte verschwindet, darf auch endlich wieder gedacht werden.
Und jetzt geb ich Ihnen (ganz knapp) eine Alternative:
Das oberste Ziel einer Gesellschaft und der Politik, die sie ordnet und leitet darf nicht länger Rendite, "Arbeitsplätze" und Konsum sein.
Stattdessen muss der MENSCH und dessen Glück zum Ziel allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Handelns gemacht werden.
Ein Wirtschaftsystem ist kein Selbstzweck. Es ist Zweck für den Menschen.
Und kommen Sie mir nicht mit der "Globalisierung". Deutschlands Maschinen sind auf der ganzen Welt gefragt. Wir können uns LOCKER behaupten.
Zeit das Glück der Menschen als Staatziel anzuerkennen.
Lieber "NeinDanke"
Sie schreiben: "Sehr richtig die lieben Kleinen -aka zukünftige Steuerzahler/Hartz4.Empfänger (je nach dem)- müssen schon von Kindesbeinen an mit dem Virus unseres vollkommen kranken Wirtschaftsystems infiziert werden, sonst fangen die lieben Kleinen noch an die ganze Sache mit eigenen Ideen oder Gedanken zu interpretieren. Soweit darf es nicht kommen."
Was wäre denn die Alternative? Ein "vollkommen gesundes Wirtschaftssystem" einer Planwirtschaft in der alles vom Staat zunächst eingesammelt und dann zu gleichen Teilen wieder ausgeteilt wird?
Was wäre Ihrer Meinung nach die Alternative?
Das Wirtschaftssystem an sich ist schon eine gute Wahl zur Maximierung der Wohlfahrt, aber die soziale Umverteilungskomponente muss wieder hergestellt werden. Das läge auch im Interesse der Reichen und Mächtigen, da sie sich ansonsten selbst in einen goldenen Käfig einsperren müssten.
Paging