Manchmal hilft nur die Polizei

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Auch in Deutschland sind dem Amerikaner schon spektakuläre Fälle untergekommen: Die erotischen Fotos der Tochter eines Bürgermeister-Kandidaten etwa, die im Wahlkampf politische Brisanz entwickelten. Oder der Hilferuf einer Berliner Restaurantbetreiberin, die sich über türkische Drogendealer vor ihrem Lokal beschwert hatte und daraufhin mit Namen und Adresse im Netz als Rassistin beschimpft wurde. "Wir wollen dabei die politische Diskussion auf keinen Fall unterbinden", sagt Fertik. "Uns geht es in so einem Fall nur darum, den Namen zu löschen."

Der Ruf-Verteidiger richtet sich in erster Linie an Privatpersonen. "Uns geht es um die Individuen und deren Privatsphäre." Ihm sei von einem Unternehmen sogar schon eine Million Dollar geboten worden, um ein anderes Unternehmen im Netz anzugreifen. "Das machen wir natürlich nicht. Unser Angebot richtet sich an Leute, die im Netz unfair attackiert werden." Wenn sich etwa Schüler heftig via Internet befehden, habe das heute ganz andere Folgen: "Früher fand so etwas auf einem Blatt Papier im Klassenraum statt. Es tat weh, war aber nach einer Woche vergessen. Im Internet wirkt so eine Attacke nachhaltig und für jeden sichtbar."

Nach dem Start des Angebots erlebten Fertik und seine Mitarbeiter eine große Überraschung: "Wir dachten, die meisten Kunden kommen mit einem konkreten Problem. Aber das war falsch. Die meisten wollen einfach nur wissen, ob sie ein Problem haben." Die Daten-Patrouille kann man auch abonnieren und regelmäßig durch das Netz stöbern lassen. Gegen unliebsame Presseberichte gehe man nicht vor. "Die Medien haben ihre Standards, die Pressefreiheit tasten wir nicht an", sagt Fertik. Auch bei strafrechtlich heiklen Fällen werde der Ruf-Verteidiger nicht aktiv: "Bei Kinderpornografie gibt es nur einen Ansprechpartner: die Polizei." )

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(dpa/Frank Christiansen/bön)