Die Zahl der Überstunden sinkt in diesem Jahr voraussichtlich auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Die Beschäftigten leisten im laufenden Jahr hochgerechnet voraussichtlich 1,53 Milliarden bezahlte Überstunden, berichtete die Tageszeitung Die Welt unter Berufung auf das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesanstalt für Arbeit. Damit werde die Zahl der Überstunden gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent sinken.

Anzeige

Jeder Arbeitnehmer leiste nun durchschnittlich 44,6 bezahlte Überstunden, im Vorjahr seien es noch 47 gewesen. Als wichtigsten Grund für das Rekordtief nennen die Arbeitsmarktexperten die anhaltende Konjunkturkrise. Ein weiterer Grund sei die zunehmende Verbreitung von Arbeitszeitkonten.

Nach Analysen der Nürnberger Behörde entspreche das gesamtwirtschaftliche Überstundenvolumen einem "Beschäftigungsäquivalent von gut einer Million Personen".

Im Westen habe die Zahl der bezahlten Überstunden in den vergangenen Jahrzehnten deutlich abgenommen. Während ein Arbeitnehmer in den sechziger und siebziger Jahren häufig mehr als 100 Stunden Mehrarbeit leistete, waren es in den neunziger Jahren selten mehr als 65. Seit den achtziger Jahren pendelt der Überstundenanteil am gesamtwirtschaftlichen Arbeitsvolumen um die Vier-Prozent-Marke, heißt es in dem Bericht.

(sueddeutsche.de/AP)

Leser empfehlen