Weiterkommen im Job Wie finanziere ich meine Weiterbildung?

Zwischen den einzelnen Weiterbildungsformen gibt es enorme Kostenunterschiede.

Welche Weiterbildung infrage kommt, hängt oft auch von den Kosten ab - daran scheitern muss der Wunsch aber keinesfalls. Wo Sie für eine Fortbildung welche Zuschüsse bekommen - und wie viel Eigenanteil Sie einplanen sollten.

Von Sabrina Ebitsch

Viele Weiterbildungen sind teuer, müssten es aber nicht sein. Man kann Unsummen in eine vermeintlich sinnvolle Investition in die eigene berufliche Zukunft stecken, ohne dass es sich wirklich lohnt. Einem Test der Stiftung Warentest zufolge sind die teuren Angebote nicht unbedingt auch die guten. Die Volkshochschulen beispielsweise bieten mehr an als Töpferkurse für Hausfrauen mittleren Alters: Dem Test zufolge sind ihre Weiterbildungsangebote auf hohem Niveau und dabei fast zehnmal günstiger als die kommerzieller Anbieter: Im Schnitt kosten 45 Minuten Unterricht bei der VHS fünf Euro, bei den Berufskammern 18 Euro, bei privaten Unternehmen dagegen durchschnittlich 47 Euro.

Auch zwischen den einzelnen Weiterbildungsformen gibt es enorme Kostenunterschiede: Studiengebühren für einen berufsbegleitenden Studiengang können in die Tausende gehen, ein Computerkurs bei der VHS ist auch für einen Hunderter zu haben. Über die Gebühren hinaus sollte man auch noch weitere Ausgaben einkalkulieren: für Bücher und Lernmaterialien, für die Fahrt und die Übernachtung, wenn der Anbieter nicht am Ort ist, oder für die Kinderbetreuung. Auch von den Ausgaben ist also abhängig, welches Angebot das machbare ist.

Eingeschränktes Kündigungsrecht

Diese Kosten muss man aber nicht alle alleine stemmen. Weil Arbeitgeber durchaus etwas davon haben, wenn ihre Mitarbeiter besser qualifiziert zurückkehren, bieten viele Weiterbildungen innerhalb des Unternehmens an. Oder sie übernehmen einen Teil der Kosten, helfen bei der Arbeitszeitreduzierung oder erlauben das Lernen für das Seminar am Arbeitsplatz, wenn wenig los ist. Mehr als die Hälfte der Unternehmen beteiligt sich dem Datenreport zum Berufsbildungsbericht zufolge finanziell an Weiterbildungsmaßnahmen. Allerdings muss man damit rechnen, dass das eigene Kündigungsrecht für einige Jahre eingeschränkt wird: Wenn die Firma in einen Mitarbeiter investiert, will sie von den erworbenen Kompetenzen auch profitieren. Andernfalls muss der Arbeitnehmer die entstandenen Kosten erstatten. Solche Klauseln hält man am besten vertraglich fest.

Wenn der Arbeitgeber nicht mitzieht oder die Kosten trotz Beteiligung noch sehr hoch sind, gibt es Fördermöglichkeiten, um die Fortbildung trotzdem zu finanzieren. Bundesweit unterstützt das Bildungsministerium mit der Bildungsprämie in Höhe von bis zu 500 Euro alle, die weniger als 20.000 Euro zu versteuerndes Einkommen pro Jahr haben. Voraussetzung ist eine vorherige Beratung und ein Kurs bei einem anerkannten Träger. Damit kombinieren lässt sich das Weiterbildungssparen des Bundes: Arbeitnehmer können aus nach dem Vermögensbildungsgesetz angespartem Guthaben die nötige Summe entnehmen, ohne Nachteile zu haben, wenn sie vorzeitig auf das Geld zugreifen. Weitere Informationen erhalten Sie unter der Telefonnummer 0800 2623-000 oder unter www.bildungspraemie.info.

Darüber hinaus gibt es auf Länderebene verschiedene Fördermöglichkeiten - die Angebote sind von Region zu Region unterschiedlich. In mehreren Bundesländern gibt es beispielsweise Bildungs- oder Qualifizierungsschecks, die einen Zuschuss von meist etwa 50 Prozent zu den Kosten bringen, oder auch Bildungsurlaube. Eine Übersicht hat die Bundesagentur für Arbeit hier zusammengestellt.