Die Fortbildungsveranstaltung der Buchakademie genießt bei den Verlagen einen guten Ruf. Schon deshalb, weil nicht jeder daran teilnehmen darf: Zugelassen werden nur leitende Verlagsmitarbeiter mit wenigstens drei Jahren Erfahrung in verantwortlicher Position.

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15 Damen und Herren saßen im jüngsten Kurs, deutlich mehr hatten darum gebeten. Bei der Verabschiedung der Teilnehmerliste hat Akademie-Geschäftsführer Bernd Zanetti das letzte Wort. "Wir streben jedes Mal nach einer guten Mischung aus Fachverlagen und Publikumsverlagen, aus Print-, Hörbuch- und Musikverlagen, aus Programmchefs, Cheflektoren, Herstellern, Geschäftsführern, Marketingleuten und Controllern."

"Hineinschmuggeln kann man sich nicht"

Hat die Assistentin des Geschäftsführers in diesem illustren Kreis auch eine Chance? "Kommt drauf an", sagt Zanetti, "wenn damit eine Führungsrolle verbunden ist, dann schon." Mit einem Bluff hineinschmuggeln kann man sich nicht. Im Zweifel klärt Zanetti diese Frage mit dem Verleger höchstpersönlich. Einer seiner Gesellschafter ist der Börsenverein des Buchhandels.

Behandelt werden in den beiden Seminarwochen sowohl Sach- als auch Führungsthemen in Vorträgen, Übungen und Arbeitsgruppen. Von morgens neun bis in die Abendstunden, was einerseits der Vernetzung dienlich ist, andererseits an der Nachtruhe zehrt.

Die Lehrer für die harten Themen (Rentabilität, Controlling) und die weichen Themen ("Wie motiviere ich mein Team?") sind allesamt angestellte oder freiberufliche Verlagsprofis.

Ein Moderator in der Funktion des Klassenlehrers bleibt während der Woche bei der Gruppe. Er leitet die Gastdozenten ein, schiebt Diskussionen an und organisiert auch mal ein Gruppenspielchen. Trotzdem: "Es ist eine Investition in die berufliche Zukunft", sagt Malling, "auch weil man zwei ganze Wochen Zeit hat, um die Kollegen kennenzulernen."

Wenn es gut läuft, haben die Teilnehmer am Ende nicht nur Karten getauscht, sondern auch die Perspektive: Sie sind aus ihren Maulwurfshügeln Werbung oder Programmplanung ans Freie hinaufgeklettert und haben die Nase in den Wind gehalten.

Apropos Nase: "Strategische Planung und betriebswirtschaftliches Denken sind in Verlagen genauso wichtig wie der berühmte verlegerische Instinkt, das Handeln aus dem Bauch heraus", sagt Jürgen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse.

Letzteres lerne man freilich nur durch Erfahrung: "Leitung setzt eine Vorbildfunktion voraus, und Themen wie Personalführung und Businesspläne sind nicht mit Instinkt allein zu meistern."

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(SZ vom 12.7.2008/mei)