Weiterbildung (12): Wer Bücher erfolgreich verlegen will, muss auch Bilanzen lesen können.
Seit die Menschen mehrheitlich auf den Bildschirm statt ins Buch starren, haben die Verleger des gedruckten und gebundenen Wortes viele Sorgen.
Susanne Malling leitet die Werbeabteilung eines belletristischen Verlags und hat die Schulung "Führungsaufgaben in Buchverlagen" absolviert. (© Foto: privat)
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Nicht alle, aber sehr viele der fast 15 000 Betriebe in Deutschland, die zum überwiegenden Teil als Klein- und Kleinstverlage firmieren. Seit Jahren dümpelt der Jahresumsatz der gesamten Branche um die zehn Milliarden Euro herum. Zum Vergleich: Die Deutsche Post AG verbucht in einem einzigen Quartal das Anderthalbfache.
Für den wirtschaftlichen Erfolg bürgt, wenn ein Verlag immer mal wieder einen Bestseller landet, im Handel einen guten Ruf hat, die von den Autoren erworbenen Rechte in Lizenzen umsetzen kann und sein Werbebudget nicht verpulvert.
Letzteres ist die Aufgabe von Susanne Malling. Die gelernte Buchhändlerin arbeitet bei einem großen belletristischen Verlag in Berlin, anfangs als Werbeassistentin, seit 2005 als Leiterin der Werbung.
Ihr Job umfasst die Planung und Koordination sowie die Budgetkontrolle für alle Werbemittel wie Broschüren, Flyer und die halbjährlichen Programmvorschauen für den Buchhandel.
Weil der Verlag wie jeder andere davon lebt, was der Buchhandel bestellt - und der ordert das, von dem er annimmt, dass es die Kunden kaufen wollen -, ist die Werbung extrem wichtig für den Geschäftserfolg. Allein damit allerdings verwandelt man rote Zahlen noch nicht in schwarze. Die Werbung ist nur ein Rad unter vielen, die Verlagsmanager in die richtige Richtung zu drehen haben.
Susanne Malling hat sich deshalb in diesem Jahr eine zweiwöchige Weiterbildung an der Akademie des Deutschen Buchhandels verordnet, eine Woche im Januar, eine Woche im Juli.
"Ich will über den Tellerrand schauen"
Darin geht es zwar auch um Werbung, im Vordergrund stehen aber unternehmerische Themen wie Strategie, Organisation, Personalführung und Controlling."Ich will über den Tellerrand schauen", sagt sie, "einfach mal den Horizont erweitern". So sei es übrigens allen in diesem Kurs gegangen.
"Man möchte überprüfen, ob man das, was man jeden Tag im Verlag tut, noch besser machen könnte. Man will das eigene Verhalten und den Führungsstil aus der Distanz beurteilen." Und sie setzt hinzu: "Und natürlich auch sehen, was und wie es die Kollegen in den anderen Häusern machen."
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