Gris: Ja, so hart das klingt. Aber daran sind natürlich nicht nur die Mitarbeiter alleine schuld.
Anzeige
sueddeutsche.de: Welche Fehler machen Vorgesetzte?
Gris: Sie missbrauchen das Coaching als Reparaturbetrieb. Viele Chefs nehmen zwar wahr, wenn Mitarbeiter Schwierigkeiten haben, aber sie befassen sich nicht gern damit. Anstatt zu überlegen, was eigentlich los ist und wie man das Problem lösen kann, schicken sie ihre Leute lieber zu einem Trainer. Der soll's dann richten und die Angestellten geheilt zurückschicken.
sueddeutsche.de: Wie reagieren Mitarbeiter darauf?
Gris: Für sie wird solch ein Coaching ganz schnell zur Quälerei. Sie fragen sich: "Was will mir mein Chef damit sagen, dass er mich zu einem Psychotraining schickt?" Oft fungieren die Maßnahmen als Kritikersatz, weil der Vorgesetzte zu feige ist, dem Mitarbeiter mitzuteilen, wo seine Schwächen und Fehler liegen.
sueddeutsche.de: Was müsste sich ändern, damit Weiterbildung funktioniert?
Gris: Die Trainings müssten direkt am Arbeitsplatz durchgeführt werden. Wenn wir Trainer dort den Mitarbeiter und sein Umfeld direkt beobachten könnten, würde zum einen die Hilfe konkreter. Zum anderen können wir korrigierend eingreifen und mit den Leuten üben, so dass die Erkenntnisse aus der Weiterbildung tatsächlich angewandt werden. Außerdem müssen die Kandidaten für Weiterbildung besser ausgewählt werden. Dafür sollte es Bewerbungsgespräche geben.
sueddeutsche.de: Ein Auswahlverfahren? Warum soll ein Mitarbeiter ein Recht auf Weiterbildung haben, ein anderer aber nicht? Das ist doch nur schwer zu vermitteln.
Gris: Das stimmt. Im Moment ist es üblich, dass Mitarbeiter sagen: "Mein Kollege war letztens auf einer Schulung. Jetzt bin ich auch mal dran." Aber das darf nicht entscheidend sein. Nur wer die nötige Offenheit, Veränderungsbereitschaft und Disziplin mitbringt, sollte sich weiterbilden dürfen. Das finden Vorgesetzte schnell über Gespräche heraus.
sueddeutsche.de: Zerstören Sie sich mit Ihren Thesen nicht Ihren eigenen Markt?
Gris: Natürlich wäre es einfacher, stillzuhalten und zu kassieren. Aber ich bin Trainer geworden, um etwas zu verändern. Wir sollten auch bei unseren Kunden den Finger immer in die Wunden legen, und das tue ich jetzt auch mit meinem Buch.
sueddeutsche.de: Wieso schreiben Sie dann unter Pseudonym?
Gris: Mein Verhalten wird von einigen in der Branche als geschäftsschädigend angesehen. Ich will aber auch weiterhin als Trainer arbeiten - da ist es sicherer, wenn meine Auftraggeber und Kollegen nicht wissen, wer das System anprangert.
Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2
- Coachings Gurus für alle Lebenslagen 20.05.2008
- Keine Auszeit Schnelles Coaching in der Mittagspause 18.11.2007
- Glücks-Coaching Nun seid gut drauf! 23.11.2006
- Berater für alle Lebensfragen Die gecoachte Nation 21.11.2006
(sueddeutsche.de/mri)
Ich habe Ihre gesamte Korrespondenz mit chewbacca0815 und Legpatnost verfolgt. Hier sind sehr interessante Ansätze zu finden.
Ich denke , dass die Beiden sich in unterschiedlichen Phasen der Situation befinden. Legnatnost ist schon weiter und sieht wohl nur den renitenten Mitarbeiter, der trotz aller Verdienste um das Unternehmen auch zu einer Bedrohung des Unternehmens und somit vieler einzelner Arbeitsplätze werden kann. Hier stellt sich die ethische Frage, ob ich die Rechnung einen gegen mehrere Arbeitsplätze überhaupt aufstellen darf.
chewbacca0815 scheint wohl mehr die Anfangphase der Situation zu betrachten und sucht in der Kommunikation die Lösung. Diese Phase hat Legnatnost wohl schon als erfolglos hinter sich gelassen.
Lieber Douzitou, da Sie Anregungen zur Verbesserung der Situation in Ihrem Unternehmen wollten möchte ich Ihnen auch noch ein Möglichkeit nennen: hilfreich könnte in diesem Fall auch eine Organisationsaufstellung sein. Selbstverständlich wird dieser Vorschlag viele Kritiker auf den Plan rufen, ich verfolge allerdings sowohl in der Medizin wie in der Psychologie die Ansicht: "alles was hilft ist gut". Eine solche Systemaufstellung sollte aber von einem erfahrenen und mit entsprechenden Referenzen ausgestatteten Aufsteller durchgeführt werden und müsste von der Unternehmensleitung beauftragt werden.
Viel Erfolg und eine hoffentlich bald wieder gute Arbeitsatmosphäre
Liebe Leser,
damit diese unsägliche Diskussion, in der Birnen mit Äpfeln verglichen werden, etwas transparenter wird, lade ich Sie zu einem unverbindlichen und kostenfreien Probecoaching ein.
Sie können sich vorher über mich schlau machen (www.claudia-nuber.de für Privatkunden oder www.cnconsult.de für Unternehmen) und dann Ihr Probecoaching vereinbaren. Es dauert ca. 30 Minuten, geschieht am Telefon und ist garantiert kostenfrei! Und wenn Sie dann Lust und Laune haben, können Sie Ihre eigene Meinung über echtes, professionelles Coaching und den Nutzen, den es Ihnen gebracht hat, qualifiziert kundtun.
Beste Grüße - Claudia Nuber
... und beim Coaching der Coach die Lösung aus dem Coachee (Kunden) hervorbringt. Nur was drin ist, kann auch herauskommen! ...habe ich oft erfahren, was möglich ist und wo wir uns selbst begrenzen. Die Aussagen des Schreibers/der Schreiberin kann ich nur bedingt teilen...
Betrifft das auch den/die AutorIn selbst? Sonst müsste er/sie sich wohl nciht verstecken!
Hallo,
ich glaube die hier zitierte Kommentatorin trifft des Pudels Kern, denn würde der sich hinter dem Pseudonym "Gris" (ähhh.... Interessierte schlagen doch mal nach, was "gris" auf Dänisch heißt...) Versteckende seine Arbeit gut machen, wäre er auch in der Lage, wirkliches Anliegen und vorhandene Anlagen aus den zu coachenden Personen herauskitzeln und könnte dann auch sehr effektiv coachen, statt nur tumb zu trainieren....
Ich weiß aber auch aus egiener Erfahrung in diesem Metier, das das der schwerste Teil unserer Arbeit ist und nicht im entferntesten honoriert wird. --- Hier anzusetzen "Mr. Gris" wäre produktiv gewesen!
Ob Personalberater oder Berater für neue Geschäftsstrategien, Führende in Firmen laden
Problemlösungen nur für teures Geld auf Externe ab, damit sie im negativen Verlauf
sagen können, es stamme der Plan ja nicht von ihen selbst, sie haben ja nur der externen "Fachberatung" gefolgt! Das "Beratungsunwesen", das seit 2-3 Jahrzehnten erst
grassiert, ist eine teure Arbeitsbeschaffiung für Uniabsolventen, die sonst keine Arbeits=
stelle gefunden hätten. Es ist daher kein Witz, sondern bittere Wirklichkeit, daß sich Praktiker von unerfahrenen Berufsanfängern sagen lassen müssen, was sie falsch
machen. So wie in der Politik häufig Probleme in Ausschüsse oder spezielle Gremien
verlagert werden, hat in der Wirtschaft das Beraterunwesen seine feste Stellung im
Kostenverursachen gefunden. Nur die kleinen Mittelständler scheuen meist aus Kosten=
gründen die externe "Problemlösungsverlagerung".
Die Medien haben einen großen Einfluss auf die Meinungsbildung. Journalisten einer Zeitung wie die Süddeutsche schreiben natürlich nach ihrem Wissensstand und ihrer Erfahrung. Im vorliegenden Artikel kommt die Begriffsdefinition Coaching und Training, bzw. Weiterbildung zu kurz. Zumindest ein Hinweis darauf, dass die Begriffe in Fachkreisen (die die sich Coach oder Trainer nennen) sowie im Allgemeingebrauch unterschiedlich sind oder mit unterschiedlichen Bedeutungen verwendet werden.
Und wenn Coaching alleine betrachtet wird, sollte erkenntlich sein, dass es in Deutschland unterschiedliche Betrachtungs- und Arbeitsweisen im Coaching gibt (siehe auch die große Anzahl an Verbänden und Ausbildungsinstituten).
Der Artikel betrifft eher nur Training und Weiterbildung. Das hat aus meiner Sicht, und wahrscheinlich stimmt mir ein großen Teil der Coachs in Deutschland zu, nur peripher etwas mit Coaching zu tun. Das, was im Artikel zur Weiterbildung bzw. zum Training vermittelt wird, kann ich nur bestätigen.
Paging