Frauen fühlen sich im Job oft weniger ernst genommen als männliche Kollegen. Das liegt auch an ihrer Körpersprache. Kommunikationstrainer Jan Sentürk über Missverständnisse zwischen den Geschlechtern, Eigenheiten der weiblichen Gestik und die Frage, wie Frauen männliches Dominanzverhalten kontern können, ohne es zu kopieren.
Wie können Frauen sich im Beruf besser gegen ihre männlichen Kollegen behaupten? Indem sie auf körpersprachliche Aktionen mit eigenen Handlungen antworten, sagt Jan Sentürk. Der Kommunikationstrainer hat bereits zahlreiche Ratgeber zum Thema Körpersprache veröffentlicht, zuletzt über "Positive Körpersprache". Anfang kommenden Jahres erscheint sein neues Buch, in dem er sich mit den Unterschieden von männlicher und weiblicher Körpersprache befasst.
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Männer nehmen mehr Raum ein als Frauen - die fühlen sich dann häufig bedrängt, wissen aber nicht immer, wie sie das ändern sollen. (© )
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sueddeutsche.de: Frauen in Führungspositionen haben manchmal den Eindruck, dass männliche Mitarbeiter ihre Befehle nicht ganz ernst nehmen. Warum?
Sentürk: Das liegt oft an der Körpersprache. Ich gebe Ihnen ein Beispiel, dass es sehr deutlich zeigt. Eine Frau will einem untergebenen Mitarbeiter einen Arbeitsauftrag geben. Sie überreicht ihm einen Aktenordner und sagt: 'Können Sie das bitte bis morgen erledigen?' Dabei zeigt sie mit der offenen Hand auf den Ordner. Etwa neun von zehn Frauen machen das so, meine persönliche Erfahrung aus dem Personal-Training bestätigt das. Ein männlicher Vorgesetzter sagt vielleicht genau das gleiche, zeigt aber mit dem Zeigefinger auf den Ordner. Vergleicht man die Gesten, ist klar, was eher wie ein Vorschlag aussieht und was als klarer Befehl wahrgenommen wird. Hinzu kommt, dass Frauen ihre Ansagen tendenziell eher mit einem Lächeln mit offenem Mund begleiten oder ihren Kopf dabei zur Seite legen. Das signalisiert Gesprächsbereitschaft - selbst dann, wenn es eigentlich keine Diskussion geben sollte. Im Gegensatz dazu wirkt ein Lächeln mit geschlossenem Mund höflich, ohne den Arbeitsauftrag gleich zu relativieren.
sueddeutsche.de: Unterscheiden sich denn Frauen und Männer grundsätzlich in ihrer Körpersprache?
Sentürk: Frauen nehmen weniger Raum ein, Männer mehr. Das ist ein ganz wesentlicher Unterschied. Wenn ein Mann vor einem Publikum steht, stehen seine Füße etwa schulterbreit auseinander. Frauen, die genauso selbstbewusst auftreten, haben ihre Füße deutlich näher beieinander. Einen Handgruß führen Männer oft aus der Schulter heraus, Frauen mehr aus dem Ellbogen. Kurz: Frauen breiten sich weniger aus, sie lassen anderen mehr Raum, sind rücksichtsvoller und eher bereit zurückzustecken.
sueddeutsche.de: Sollten Frauen, die Erfolg haben wollen, also bewusst männliche Körpersprache übernehmen?
Sentürk: Nein. Eine Frau, die etwa breitbeinig dasteht, wirkt dadurch nicht überzeugender, sondern vielmehr ungelenk oder albern.
sueddeutsche.de: Wie können Frauen in leitenden Positionen dann durch Körpersprache ihren Führungsanspruch untermauern?
Sentürk: Es gibt mehrere Verhaltensweisen, die eine Frau beachten kann, wenn es darum geht, Dominanz zu zeigen. Statt zum Beispiel im Vorbeigehen am Büro ihres Mitarbeiters diesem bei dieser Gelegenheit etwas mitzuteilen, sollte sie ihn besser zu sich zitieren. Wenn nämlich der Mitarbeiter vor ihrem Schreibtisch steht und die Chefin dahinter sitzt, untermauert allein dies schon ihre Position. Auch den Auftrag selbst kann eine Frau körperlich verstärken: Sie erteilt einen Befehl - danach schließt sie den Mund und hält Augenkontakt, mit geradem Kopf und ohne Lächeln. Das signalisiert: 'Da gibt es für mich nichts mehr zu reden.' Schweigen und Augenkontakt halten - das sind einfache, aber wirkungsvolle Mittel.
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Mit Malik bin ich der Meinung, dass das "Was" von Management immer gleich ist, die Regeln "guten" Managements immer gleich sind. Dabei sollte es völlig unerheblich sein, um welche Person welchen Geschlechtes es geht. Mir missfällt der Ansatz dieses Artikels, über sehr vordergründige körpersprachliche Signale "männliche Dominanz" kontern zu wollen. Ich empfehle, viel eher ungeachtet wessen Dominanz auch immer einfach unbeirrt gutes Management und gute Führung zu praktizieren. Hierdurch gewinnt eine Frau männliche Kollegen und Mitarbeiter viel eher.
Wer sich fragt wie dies geht ... http://samasu.de/wordpress/about/erfolgreiche-fuehrung
Gruß nach München .... Christoph Seidl
ihr die junge dame auf dem foto gerne als "kollegin" hättet ;-)
Wenn eine Frau einen männlichen Chef hat soll sie ihr Verhalten an seine "männlichen" Verhaltensweisen anpassen. Wenn ein Mann eine weibliche Vorgesetzte hat soll sie sich ebenfalls seinem "männlichen" Verhaltensmustern anpassen um ernst genommen zu werden. Ist es für einen Mann etwa kein Karrierenachteil, wenn seine Chefin sein Verhalten als distanzlos empfindet?
Und was ist eigentlich so schlecht daran bei seinen Mitarbeitern im Büro vorbeizuschauen anstatt sie zu sich zu zitieren. Dieses ganze Autoritätsgehabe kostet letztendlich viel zeit, die man sinnvoller nutzen könnte. Vielleicht sind "weibliche" Verhaltensweisen ja manchmal gar nicht so schlecht?
Wie wäre es mit einem Karriereratgeber : was Männer und Frauen voneinander lernen können.
Anstatt: wie Frauen ihr Verhalten umkrempeln können, um nicht mehr als Frauen wahrgenommen zu werden, weil sie wenn sie als Frau wahrgenommen werden als nicht durchsetzungsfähig gelten.
für einen praktikablen Vorschlag, auf welchem Weg, mit welchen Worten ich meinem Chef mitteilen kann, dass mir sein Kaugimmegeknatsche direkt neben meinem Ohr tierisch auf den Zeiger geht.
:-)
Man muss als Frau differenzieren - es gibt viele Kollegen, die ich anlächle, mit denen ich lachen kann, aber es gibt auch welche, da bin ich sehr distanziert.
Es gibt auch Kollegen, die ich anlache, und ich bin ein sehr positiver Menschen, der gerne lacht, die wiederum mein Lachen falsch interpretieren und sofort ihre Frau/Freundin erwähnen - wobei bekannt ist, dass ich in festen Händen bin, dann erwähne ich eben meinen Freund.
Es führt nichts am Verbalen vorbei - auch die Körpersprache nicht!
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