Weg ins Büro Wie man dem Pendelstress entkommt

Stress am Morgen: Pendeln mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann die Nerven strapazieren.

(Foto: Robert Haas)

Langes Pendeln zur Arbeit kostet Zeit und Nerven: Zum Bahnhof hetzen, sich über verspätete Züge ärgern oder auf der Autobahn im Stau stehen - das stresst. Doch man kann die Zeit sinnvoll nutzen - und entspannt im Büro ankommen.

Ihr Morgen ist durchgetaktet: Um 6.00 Uhr klingelt bei Kerstin Götz in Poppenricht in Bayern der Wecker. Um 6.25 Uhr fährt sie mit dem Auto zum Bahnhof. Dann noch schnell zum Bäcker und einen Kaffee holen. Um 6.47 Uhr geht ihr Zug nach Regensburg, ein kurzer Fußmarsch und um 7.45 Uhr ist sie bei der Arbeit.

Ob Zugverspätung oder lange Staus:Für viele Pendler ist die Fahrt zur Arbeit eine stressige Angelegenheit.

(Foto: dpa)

Götz macht diese Tour an fünf Tagen in der Woche. Eine Strecke ist 75 Kilometer lang. Sie genießt es, auf dem Dorf zu wohnen und trotzdem nach ihrem Studium nicht auf einen guten Job verzichten zu müssen. Trotzdem sagt sie: "Man ist schon immer ganz schön fertig." Ihre Probleme kennen alle, die täglich zur Arbeit pendeln.

"Die Pendelbereitschaft steigt mit höherem Einkommen und höherer Qualifikation. Dieser Trend verschwimmt aber immer mehr", sagt Annette Haas vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Auch Bevölkerungsgruppen mit geringerem Einkommen müssten immer mobiler sein.

Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamts sind Fernpendler pro Strecke im Schnitt 74 Minuten unterwegs. Als Fernpendler gelten alle, die mindestens 60 Minuten für Hin- und Rückweg unterwegs sind. Die Mehrheit der Fernpendler fährt an fünf Tagen die Woche die Strecke. Zwischen Wohnort und Arbeitsort liegen im Durchschnitt 55 Kilometer. Über die Hälfte der Fernpendler fährt mit dem Auto. Etwas weniger (43 Prozent) nehmen die öffentlichen Verkehrsmittel.

Kerstin Götz hat sich für die Bahn entschieden, weil sie sich den Stress bei der Autofahrt ersparen wollte. Damit hat sie laut dem Pendlerforscher Steffen Häfner genau richtig gehandelt: "Das Fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist gesünder und nervenschonender", sagt er. Am besten sei es, eine Verbindung zu nehmen, bei der Beschäftigte möglichst wenig umsteigen müssen.

Immer wieder einen Sitzplatz suchen zu müssen, empfinden viele als stressig. Außerdem könnten Pendler die Zeit in Bus und Bahn auch viel besser nutzen. Das gelte vor allem für längere Fahrten. "Man kann lesen oder arbeiten", sagt Verkehrsforscher Bastian Chlond. Manche könnten sogar schlafen.