Einen Tag, nachdem VroniPlag-Gründer Martin Heidingsfelder seine Anonymität aufgegeben hat, wird er schon mit Kritik überzogen. Das SPD-Mitglied, so die Vorwürfe, habe aus parteipolitischen Interessen gehandelt. Urheber der Anschuldigungen ist Jorgo Chatzimarkakis - jener FDP-Politiker, der von der Plattform als Plagiator überführt wurde.
Einen Tag nachdem der VroniPlag-Gründer Martin Heidingsfelder seine Anonymität aufgegeben hat, muss er sich mit massiven Vorwüfen auseinandersetzen: Der FDP-Politiker Jorgo Chatzimarkakis, dem nach den Recherchen in VroniPlag der Doktortitel aberkannt wurde, beschuldigt das SPD-Mitglied in der Bild-Zeitung, aus kommerziellen und parteipolitischen Interessen gehandelt zu haben.
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FDP-Politiker Chatzimarkakis schießt zurück: Er beschuldigt VroniPlag-Gründer Heidingsfelder aus parteipolitischen Gründen gehandelt zu haben. (© dpa)
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Heidingsfelder weist das allerdings zurück. "Das ist Unsinn", sagt der Gründer der Plagiate-Plattform, "das ist alles andere als eine parteipolitische Aktion". Zwar sei er Mitglied der SPD, aber nur als einfaches Parteimitglied, und "die Plattform ist sicherlich keine Gliederung der SPD". Bei VroniPlag engagierten sich rund 20 Leute. "Dabei bin ich nur ein kleines Rad im Getriebe", sagte der Sozialdemokrat.
Zudem gehöre auch ein FDP-Mitglied zum harten Kern. "Daran können alle sehen: Uns geht es allein um die Sache", betont Heidingsfelder. Er verweist außerdem auf einen SPD-Politiker, dessen Doktorarbeit ebenfalls von VroniPlag untersucht worden sei. Uwe Brinkmann, Mitarbeiter des Hamburger SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs, gab nach Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe seine Promotionsurkunde freiwillig zurück.
"Finanzielle Interessen bestanden bei mir nicht", betont Heidingsfelder. Er habe mehrere Projekte wie GuttenPlag und VroniPlag ehrenamtlich gemacht. "Herr Chatzimarkakis soll sich an die eigene Nase fassen", sagte der Erlanger Programmierer, "unerhört finde ich, dass er als überführter Plagiator, der den Doktortitel verloren hat, an seinem Mandat festhält, obwohl er seine Karriere auf diesem Titel aufgebaut hat." Chatzimarkakis war der Doktortitel vor rund einem Monat aberkannt worden.
Heidingsfelder sagte, die Arbeit von VroniPlag - wo derzeit unter anderen auch die Dissertation des sächsischen Kultusministers Roland Wöller (CDU) geprüft wird - sei durch sein Outing nicht gefährdet. Er selbst sei jedoch derzeit mit Aufträgen als Programmierer beschäftigt, schließe aber nicht aus, bald wieder aktiv zu werden. Sollten bei VroniPlag Arbeiten von SPD-Politikern infrage gestellt werden, dann wolle er sich dem nicht verschließen: "Warum sollte ich da einen Unterschied machen?", sagte er.
Martin Heidingsfelder hatte sich am Donnerstag entschlossen, seine Identität als Gründer der Online-Plattform VroniPlag zu enthüllen. Nachdem sein Klarname bereits vereinzelt genannt worden war und, habe er auf diese Weise weiteren Spekulationen Einhalt gebieten und einer Enttarnung zuvorkommen wollen. Zuvor war Heidingsfelder in VroniPlag nur unter dem Pseudonym "Goalgetter" aufgetreten.
Nach den Untersuchungen von VroniPlag war neben Chatzimarkakis auch FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin ihr Doktortitel aberkannt worden. VroniPlag hatte wiederum zuerst wissenschaftliche Mängel in der Doktorarbeit von Veronica Saß nachgewiesen, der Tochter des früheren bayerischen CSU-Ministerpräsidenten Edmund Stoiber, die auch Namensgeberin der Plattform ist. Stoibers Tochter verlor im Mai ebenfalls ihren Titel. Zuvor hatte Heidingsfelder auch im GuttenPlag Wiki mitgearbeitet, dessen kollektive Recherchen zum Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) geführt hatten.
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(sueddeutsche.de/dpa/dapd)
65. Filmfestspiele Cannes
Ein Plagiat ist keine ad hoc Handlung sondern über einen längeren Zeitraum geplante Täuschung, der man eine charakterliche Haltung unterstellen kann und auch sollte- es sei denn, man lässt sich gerne betrügen !
Jeder sollte dazu beitragen, dass man den Menschen die Betrügereien öffentlich machen,Respekt gezollt wird und nicht noch unter den Schmutzkampanien des „ Aufschneiders „ leidet !
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... leichter wäre es den Griechen oder der FDP Steuerehrlichkeit beizubringen.
Wie oft muß man es Chatzimarkakis erklären: Beim Aufdecken von Plagiaten geht es nicht um die gezielte Beschädigung einer Person.
Und gerade weil so etwas sehr sachlich abläuft, zeigt diese Personalisierung durch C seine überaus individuelle, von Wissenschaft weit entfernte Sichtweise zu Fakten.
Ich bin gespannt, nicht ob, sondern wann sich C einen neuen Titel für seinen Opa "organisiert".
Ich verstehe die Aufregung irgendwie nicht. Ich denke es ist egal zu welcher Partei der Plagiatsjäger angehört. Es ist auch egal wieviele SPD und Grüne Politiker einen DR erworben haben( wie manch einer hier anspricht).
Man sollte sich freuen, dass es solch eine Kontrolle gibt, zummindest für all die, die ehrlich ihre Arbeit geschrieben haben.Zu merken ist Herr Guttemberg hat zumindest den Respekt gezeigt und ist zurückgetreten. Das scheint bei der FDP keine rolle zu spielen.
Wenn Sie Ihre Arbeit gemacht hätten, hätte man Sie nicht entlarven können, anstatt irgendwelchen Ausreden für Ihr Versagen bei anderen zu suchen, sollten genug Anstand besitzen und zurücktreten.
Dann hätten Sie ja genug Zeit eine Dissertation selber zu schreiben!
Wie - fast? - jeder Vergleich hinkt natürlich auch meiner. Aber in einem Punkt finde ich ihn immer noch richtig: nicht der Zeuge/Ankläger ist für die Beurteilung eines Vergehens wichtig sondern nur das Vergehen. Solange der Zeuge die Wahrheit sagt ist mir sein Motiv auch egal. Und sollte es sich wirklich um eine Kampagne handeln - es steht allen frei, mit den selben Mitteln zurückzuschlagen.
Ich vermute übrigens, dass es genug Menschen gibt, die das versucht haben, alles andere würde mich wirklich überraschen. Aber wenn sie nix verwertbares fanden, hört man davon dann auch nichts.
Vielleicht liegt diese Häufung bei der FDP einfach an der Auswahl des Spitzenpersonals unter Westerwelle? In der Möllemann/Westerwelle FDP - die älteren Funktionsträger seien hier ausdrücklich ausgenommen! - war der Schein und das Aufsehen eben lange wichtiger als das Sein. Koch-Mehrins "Arbeitseifer" war bereits in ihrem Wahlkampf ein Thema - und wurde als Kampagne niedergebügelt. Hat da ihr "Fleiß" bei der Promotion noch überraschen können?
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