Vorstellungsgespräch Wo haben Sie studiert?

Studieren in Sachsen beliebt Studenten der Wirtschaftswissenschaften sitzen am 15.10.2014 in einer Vorlesung an der Universität Leipzig (Sachsen). An Sachsens Universitäten und Hochschulen haben sich zum Wintersemester 2014/2015 bisher mehr als 18 500 Studienanfänger immatrikuliert. Die sächsischen Hochschulen sind auch bei Westdeutschen und Ausländern (zum Beispiel aus China) beliebt, wie die hohen Einschreibezahlen belegen. Foto: Jan Woitas/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

(Foto: dpa)

Personalchefs haben eigene Vorstellungen davon, welche Hochschulen die besten Bewerber ausbilden. Doch sagt die Herkunft des Abschlusses wirklich etwas über die Eignung eines Kandidaten aus?

Von Miriam Hoffmeyer

Absolventen aus München sind bei Unternehmen besonders beliebt. Das kann man jedenfalls aus mehreren sogenannten Employability Rankings schließen. In denen stehen die Technische Universität München (TUM) und die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) weit vorne.

Im Unterschied zu anderen Hochschul-Ranglisten, für die Studenten befragt oder etwa die Zahl und Qualität wissenschaftlicher Veröffentlichungen ausgewertet werden, basieren Employability Rankings auf den Einschätzungen von Unternehmen. Im "Global Employability University Ranking", das im Londoner Magazin Times Higher Education veröffentlicht wird, stehen die TUM derzeit auf dem elften und die LMU auf dem 41. Platz.

Insgesamt schafften es nur acht deutsche Hochschulen auf die Rangliste mit insgesamt 150 Plätzen: Neben den beiden Münchnern sind dies die Universitäten in Heidelberg und Frankfurt am Main, die Humboldt-Universität Berlin, die Frankfurt School of Finance and Management, die Uni Göttingen und die Technische Universität Berlin. Auch im nationalen Ranking, das die Beratungsfirma Universum im Auftrag der Zeitschrift Wirtschaftswoche seit 2007 erstellt, schnitten die beiden Münchner Universitäten und auch die Hochschule München besonders gut ab.

"Wenn Sie eine Küchenmaschine wären, welche wären Sie?"

mehr... Bilder

Auf den ersten Blick sind diese Rankings ernster zu nehmen als viele andere. Denn inwieweit Studenten die wissenschaftliche Qualität ihrer Hochschule kompetent beurteilen können, ist fraglich. Und internationale Rankings, die sich am wissenschaftlichen Output orientieren, benachteiligen Hochschulen, deren Forscher nicht nur auf Englisch publizieren. Dagegen dürfte wohl niemand besser wissen, welche Hochschulen ihre Absolventen so ausbilden, dass sie diese gern einstellen, als die Unternehmen selbst.

Große Unis in den USA und Großbritannien liegen vorn

Das deutsche Marktforschungsunternehmen Trendence, das im Auftrag der französischen Personalberatung Emerging das Global Employability University Ranking anfertigt, hat dafür etwa 6400 Personaler und Manager in zwanzig Ländern befragt. Dabei wurde darauf geachtet, die verschiedenen Nationalitäten und Branchen entsprechend ihrem wirtschaftlichen Gewicht zu berücksichtigen.

Der Schwerpunkt der Befragung liegt auf großen Unternehmen mit mehr als tausend Mitarbeitern, die auch international rekrutieren. Das Ranking wurde inzwischen bereits fünf Mal erstellt. Dramatische Veränderungen auf der Liste gab es bisher nicht, auf den ersten Plätzen stehen wie zementiert die üblichen Verdächtigen: die großen amerikanischen und britischen Universitäten Harvard, Stanford, Yale, Oxford, Cambridge.

Das Ranking von Universum basiert auf der Befragung von etwa 540 Personalern aus Deutschland, neben den Dax-30-Unternehmen sind auch mittelständische Firmen vertreten. Auch sonst wird hier stärker differenziert als im internationalen Ranking. So gibt es nicht eine, sondern mehrere Ranglisten, getrennt nach Universitäten und Fachhochschulen und für neun verschiedene, aber ausschließlich wirtschaftsnahe Fachrichtungen.

So trainieren Sie Ihre Stimme

Für den ersten Eindruck im Bewerbungsgespräch gibt es keine zweite Chance - leider. Die gute Nachricht: Sie können sich vorbereiten. Den Eindruck, den Ihre Stimme hinterlässt, können Sie üben. Von Dorothea Grass und Theresa Greim mehr ... Ratgeber Vorstellungsgespräch

Bei den Universitäten sind die ersten Plätze gleichmäßig aufgeteilt zwischen Technischer Hochschule München (Informatik, Wirtschaftsinformatik, Elektrotechnik), Ludwig-Maximilians-Universität München (BWL, VWL, Jura) und Rheinisch-Westfälischer Technischer Hochschule Aachen (Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Naturwissenschaften). Unter den Fachhochschulen nehmen die Hochschule München, die FH Aachen und die FH Köln Spitzenplätze ein. Weit vorn stehen auch mehrere baden-württembergische Hochschulen.

Diese regionalen Schwerpunkte sind natürlich kein Zufall. Employability Rankings sagten weniger über deutsche Hochschulen selbst aus als über die Wirtschaftsstärke der Region, in der sie angesiedelt seien, sagt Kolja Briedis. Er beschäftigt sich beim Deutschen Zentrum für Hochschulforschung (DZHW) in Hannover mit Absolventenforschung. "Personaler haben vor allem Erfahrung mit den Hochschulen in ihrer Region und herzlich wenig Überblick, ob Absolventen anderer Hochschulen nicht viel besser geeignet wären", sagt Briedis. "Dazu kommt, dass die Studiengänge an verschiedenen Universitäten, auch wenn sie gleich gut sind, unterschiedliche Schwerpunkte setzen, die zu bestimmten Unternehmen mehr oder weniger gut passen."