In der Diskussion um "Pro Reli" waren die Kirchen Teil einer scharfen politischen Auseinandersetzung - und verschuldeten so selbst, dass sich die Stimmung gegen sie wandte.
Religion bleibt in den Berliner Schulen am Rande - ein Wahlfach, zu belegen in den Nachmittagsstunden; die Initiative "Pro Reli" hat die nötige Stimmenzahl verfehlt, um Religion in der Hauptstadt zum ordentlichen Schulfach zu machen.
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Mit der geringen Beteiligung bei der Abstimmung hätten die Kirchen, die "Pro Reli" auf das Heftigste unterstützt haben, noch leben können. Sie hätten das schöne Wetter anführen können, die allgemeine Demokratiefaulheit beklagen und die viel zu hohen Hürden, die das Land Berlin vor einem Volksentscheid aufbaut. Doch nicht die Beteiligung, sondern das Ergebnis macht die Abstimmung für die Kirchen so bitter: 51,5 Prozent zu 48,5 Prozent - pro Ethik.
Uneins, unvorbereitet und ohne Kampfeslust
Die evangelische Kirche hat schon Erfahrungen mit herben Niederlagen. 1996 scheiterte ein Volksbegehren kläglich, das den Protestanten den der Pflegeversicherung geopferten Buß- und Bettag hätte wiederbringen sollen. Mangelnde Kampagnefähigkeit attestierten damals die Kommentatoren der evangelischen Kirche - uneins, unvorbereitet und ohne Kampfeslust sei sie in die Auseinandersetzung gegangen.
Das konnte man diesmal wirklich nicht sagen. Katholiken und Protestanten waren sich bei der Berliner "Pro-Reli"-Kampagne einig wie selten, sie investierten das Geld der Kirchensteuerzahler und die Zeit ihrer Mitarbeiter, sie gewannen bundesweite Aufmerksamkeit und besetzten geschickt Begriffe: für Freiheit, Gleichberechtigung, Fairness.
Am Rande der Redlichkeit
Das war nicht immer differenziert und manchmal am Rande der Redlichkeit - aber die andere Seite, der rot-rote Senat und der Humanistische Verband, machte es ja auch nicht anders. Die Kirchen waren Teil einer scharfen politischen Auseinandersetzung, und sie verhielten sich wie Akteure einer politischen Auseinandersetzung. Sie waren, könnte man sagen, professionell.
Wahrscheinlich war aber genau das ihr Problem. Einer Partei verzeiht der Wähler, wenn sie auf die Pauke haut und die Wahrheit zur Magd der eigenen Kampagne macht. Den Kirchen verzeiht man das nicht. Sie sollen anders sein, wahrhaftig, bescheiden, lieber moralische Sieger als tatsächlicher Gewinner.
"Pro Reli" war in Berlin populär, solange die Initiative als Nothilfe gegen einen übermächtigen, ungerechten und ignoranten Senat galt. Die Stimmung kippte, als Schüler in Religionsunterricht zum Unterschriftensammeln angehalten wurden, als Plakate die Stadt zupflasterten, und Pfarrer, die für Ethik waren, Ärger mit den Bischöfen bekamen - es ging ja schließlich um die Freiheit, da kann man sich keine Abweichler leisten.
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Entspannter Vierbeiner
Hony soit, qui mal y pense!
Besonders da Sie ja Ihre sehr detaillierten und fundierten Kenntnisse über die r.k. Religion hier jederzeit so breit und so tief wie möglich erläutern.
Es hätte mich übrigens wirklich interressiert, was man Ihnen so an Kenntnissen über das Judentum vermittelt hat. Allein deshalb weil ich weiß, welches falsche Bild uns damals im Rahmen des Religionsunterrichtes darüber vermittelt wurde.
Ich sagte es schon: Ich will nicht!
Ich werde Sie trotz Ihrer beleidigenden Ausfälle nicht löschen lassen. Es soll jeder sehen, auf welch unteriridischem Niveau Sie hier agieren.
der unds von Gott verliehene Verstand ist an der Kirchentür abzugeben, d.h. es ist sinnlos sich mit abergläubischen Heuchlern zu streiten (die vom blinden Glauben der Dummen leben ! )
Wollen Sie nicht oder können Sie nicht?
Zumindest weiß ich jetzt, was ich von dem von Ihnen so wunderbar beschriebenen Religionsunterricht zu halten habe, in dem Ihnen auch die Konzepte anderer Religionen so trefflich und so eingehend nahegebracht wurden.
Das bestärkt mich in meinem Plädoyer für einen religionswissenschaftlich orientierten Unterricht, in dem, wie ich es schon anderer Stelle skizziert habe, sämtliche theistischen und die wichtigsten nicht-theistischen Religionen in ihrem Ursprung, ihren Konzepten, ihrem Welt- und Menschenbild und ihrem Ritus den Schülerinnen und Schülern nahegebracht werden, gleichgültig ob diese einer Religionsgemeinschaft angehören oder nicht. Da für mich ein fundiertes Wissen über die oben genannten Religionen nun einmal zur Allgemeinbildung gehört.
Damit jeder Schüler und jede Schülerin - ungeachtet ihrer formalen Religionszugehörigkeit - sich ein gutes Bild über ALLE oben genannten Religionen machen können, ohne in irgendeiner Weise konfessionell beeinflußt zu werden.
Paging