Nur das Sahnehäubchen

Anzeige

Das bewegte Bild transportiert vor allem Emotionen. Der potentielle Chef bekommt noch vor dem Vorstellungsgespräch einen Eindruck von der Persönlichkeit des Bewerbers und sieht möglicherweise auch, ob der Kandidat in das jeweilige Unternehmen oder Team passt. Ein Bewerbungsvideo kann aber nie alleine stehen. Für eine Bewerbung unerlässliche Fakten wie Berufsstationen, Ausbildungsabschlüsse oder andere Punkte des Lebenslaufs lassen sich kaum in einer Video-Botschaft mitteilen. Sie gehören ins Anschreiben und in den Lebenslauf. Bei einer Online-Bewerbung kann der Link zum Film in die Mail oder das Online-Formular gesetzt werden. Wählt man den klassischen Weg per Briefpost, brennt man das Video am besten auf eine CD und fügt diese bei.

Keine Experimente

Wer sich nicht gerade als Trendscout, Art Director oder in einem anderen besonders kreativen Beruf bewirbt, sollte auf Schwenks, Heranzoomen oder sonstigen Schnickschnack unbedingt verzichten. Seriosität ist beim Video genauso wie bei den übrigen Elementen einer Bewerbung unerlässlich. Die Kamera sollte daher ohne unnötige Bewegungen den Bewerber zeigen. Auch von überflüssigen Effekten und sonstigem schmückendem Beiwerk ist abzuraten. Ausnahmen in der Kreativbranche bestätigen diese Regel.

Kleidung passend zum Job

Kleiden sollte man sich beim Video-Dreh genau so wie man es beim Bewerbungsgespräch machen würde. Also dezent und seriös. Die Kleidung sollte sich dabei natürlich am künftigen Job orientieren. Von wem später der gut sitzende Anzug erwartet wird, der sollte sich auch bei der Bewerbung entsprechend förmlich kleiden. Geht es allerdings um eine Tätigkeit, bei der man meistens in Jeans und ohne Krawatte arbeitet, empfiehlt sich das auch für das Bewerbungsvideo. In jedem Fall muss man auf die Besonderheiten der Technik Rücksicht nehmen: Weißes oder Kleingemustertes ist tabu, weil es zu Bildflimmern führt.

Nicht langweilen

Ähnlich wie beim Bewerbungsanschreiben gilt auch bei der Video-Bewerbung, dass man den möglicherweise künftigen Chef auf keinen Fall langweilen sollte. Das gilt zum einen für den Inhalt des Spots. Ermüdende Wiederholungen sollte man möglichst vermeiden. Aber auch die Dauer des Videos sollte nicht zu lang sein. Drei Minuten gelten als absolutes Maximum.

Ein Video fürs Leben

Wer ein wirklich professionelles Bewerbungsvideo von sich drehen lassen möchte, muss mindestens 200 Euro investieren. Je nachdem, wie intensiv der Bewerber vor dem Dreh trainiert wird, kann es auch deutlich teurer werden. Man sollte daher schon allein aus Kostengründen ein Video nie auf eine bestimmte Stelle oder sogar auf einen einzelnen Arbeitgeber münzen. Dann wird nämlich bei einer künftigen Bewerbung der nächste teure Video-Dreh fällig. Der Film sollte den Bewerber und seine Fähigkeiten vielmehr allgemein vorstellen, damit das Video für unterschiedliche Bewerbungen verwendet werden kann.

Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2

  1. Und bitte!
  2. Sie lesen jetzt Seite 2
Leser empfehlen 

(SZ vom 19.9.2009)