Eskalation der Gewalt

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Zumindest den Gouverneur von Texas wissen die Bewohner von Harrold hinter sich. Der Republikaner Rick Perry verkündete bereits im vergangenen Jahr, seine Bürger sollten das Recht haben, ihre Waffen auch in Schulen oder in Kirchen tragen zu dürfen. Lehrerverbände befürchten hingegen, die Bewaffnung des Schulpersonals werde nur eine Eskalation der Gewalt provozieren: "Dies ist eine der miesesten Ideen in der Geschichte der Pädagogik", wetterte Gayle Fallon, die Präsidentin der Lehrervereinigung von Houston. Texas mache sich lächerlich - weltweit.

Aber Harrold liegt im Trend. Überall in den USA drängen konservative Gruppen darauf, die Waffenverbote zu lockern. An der Universität von Colorado verlangen Studenten, Handfeuerwaffen im Rucksack tragen zu dürfen. Und der republikanische Studentenverband von Florida fordert, ein Gesetz auch auf Schulen und Unis auszudehnen, das im Sonnenstaat seit Juli den Waffenbesitz am Arbeitsplatz gestattet.

Experten für Jugendgewalt wie Dewey Cornell, Professor an der Universität von Virginia, betrachten den Kulturkampf um die schulische Bewaffnung eher als Verirrung. Statistisch betrachtet sei die Gewalt an Amerikas 119.000 Schulen nicht höher als sonst in der US-Gesellschaft: "In einem Land, wo etwa 200 Millionen Waffen in Umlauf sind, gibt es immer die Möglichkeit für ein Desaster", mahnt Cornell.

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(SZ vom 19.8.2008/bön)