Verdienen Gehaltsturbo MBA

Wie sich der Titel "Master of Business Administration" auszahlt.

Von Chris Löwer

Das Gehalt ist gut, aber nicht gut genug? Dann könnte die Investition in einen Master of Business Administration (MBA) helfen. Zwar muss man für keinen akademischen Titel so viel Geld hinblättern wie für den MBA, doch nach Jahren der Zurückhaltung knausernder Arbeitgeber im Konjunkturtief können Absolventen wieder mit ordentlichen Gehaltssprüngen rechnen. Das Geld ist also gut angelegt, wenn man alles richtig macht.

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"Die Gehälter der MBA-Absolventen erreichen Rekordniveau", meldet Nunzio Quacquarelli, einer der Geschäftsführer des Londoner MBA-Messeveranstalters QS Ltd. Der Macher der World MBA Tour ist nicht nur nah dran am Geschehen, er verfügt auch über handfeste Daten. Laut einer weltweiten Umfrage der QS Ltd. unter Rekrutierern können wieder Spitzengehälter erwartet werden. So konnten Absolventen im Jahr 2005 durchschnittlich mit 85.000 US-Dollar rechnen. Vor zehn Jahren waren es noch 20 000 Dollar weniger.

Die schönen Zahlen gelten allerdings in der Regel für US-Absolventen. "Hierzulande ist die Datenlage relativ mau", erklärt Hans-Jürgen Brackmann von der Geschäftsleitung der Akkreditierungsagentur FIBAA. Zumal MBAler nicht massenweise die Wirtschaftswelt bevölkern. Aus Rankings lassen sich aber grobe Größenordnungen ablesen.

Wer einen guten Start hinlegt, kann mit circa 60.000 Euro Einstiegsgehalt rechnen. So liegt das Salär der Gisma-Absolventen in Hannover im Fünfjahresmittel bei 61.000 Euro. Die Handelshochschule Leipzig (HHL) nennt einen Durchschnitt von 59.600 Euro in den vergangenen drei Jahren. "Etwa 40 Prozent jener, deren Jahreseinkommen unter 50.000 Euro lag, wachsen durch einen MBA in die Kategorie 50 000 bis 75.000 Euro hinein", sagt Brackmann. Wer seinen Abschluss in einer Top-Schule abgelegt hat, darf mit circa 100.000 Euro rechnen. Vor allem international aufgestellte Beratungsunternehmen und Investmentbanken zeigen sich großzügig.

"Der Abschluss an einer renommierten Schule zahlt sich aus", bestätigt Katrin Alberts, MBA-Expertin vom Kölner Staufenbiel Institut. Ein Gehaltssprung ist aber nicht bei jedem vorprogrammiert: "In der Regel profitieren Ingenieure und Naturwissenschaftler mehr und Geisteswissenschaftler eher weniger", sagt Alberts. Was damit zusammenhängt, dass ein Germanist, der als Texter in einer Agentur arbeitet, weniger mit seinen neuen Kenntnissen im General Management glänzen kann. "Man sollte vorher klären, ob ein MBA etwas bringt oder nicht", sagt Alberts. Sie rät davon ab, nur den Gehaltszettel im Hinterkopf zu haben.

Für manchen wird sich das Engagement nicht rechnen, denn die Studiengebühren, die 50.000 Euro und mehr betragen können, hat nicht jeder griffbereit unter seinem Kopfkissen lagern. Hilft der Arbeitgeber nicht, muss man ein Darlehen aufnehmen. Bei einem Vollzeitprogramm sollten zwei Jahre ohne Gehalt in die Rechnung eingehen. Wer aber das richtige Erststudium absolviert hat, in der richtigen Branche arbeitet und zu keinem halbseidenen Angebot greift, der hat auch in Deutschland zunehmend bessere Gehaltsaussichten.

Der "Kienbaum High Potentials Studie" zufolge ziehen deutsche Unternehmen den MBA einer Promotion vor. Ein Vorzug, der sich auch künftig auszahlen dürfte. "Entscheidend ist aber, ob sich jemand im Unternehmen durchsetzt", erklärt Brackmann, "und Positionen einnimmt, an denen entsprechende Gehälter hängen."

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