sueddeutsche.de: Welche Branchen sind am beliebtesten bei Gründerinnen?
Bettina Wenzel ist Dozentin an der Universität Kassel, der LMU München und der TU München. Seit 2003 leitet sie die Gründerinnen-Inititiative Guide. (© Foto: foto Fritz/oh)
Anzeige
Wenzel: 27 Prozent der Frauen, die zu uns kommen, sind im Bereich der beratenden Dienstleistung tätig, 25 Prozent machen sich im Bereich "Gesundheit und Soziales" selbständig, zum Beispiel in den alternativen Heilberufen oder als Englischlehrerin für Kinder. Beliebt sind auch Medien, Kommunikation und Webdesign. Nur zwei Prozent hingegen wollen ein Café eröffnen oder einen technologischen Beruf ausüben.
sueddeutsche.de: Was sind die Hauptprobleme, mit denen die Frauen zu kämpfen haben?
Wenzel: Am Anfang steht oft die Sorge "Schaffe ich das alles überhaupt?". Die Frauen haben Angst, persönlich oder wirtschaftlich zu scheitern, ihren Zeitplan nicht einhalten zu können oder bei der Bank um einen Kredit zu bitten. Die Erstentwürfe ihres Businessplans sind meist gut, aber wenn es um die Finanzplanung geht, geben viele Frauen einfach auf.
sueddeutsche.de: Was raten Sie Frauen, die darüber nachdenken, sich selbständig zu machen?
Wenzel: Sie sollten den Austausch mit anderen Selbständigen suchen, anstatt sich mit angestellten Freunden darüber zu unterhalten. Wichtig ist auch, sich über die eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu werden - und gegebenenfalls Hilfe für die Aufgabenbereiche suchen, die einem nicht so liegen, zum Beispiel eine gute Steuerberaterin oder eine EDV-Fachkraft.
sueddeutsche.de: Hat die Zahl der Neugründungen aus Ihrem Projekt heraus in der Wirtschaftskrise zugenommen?
Wenzel: Sehr viele Gründungen entstehen zurzeit aus der Arbeitslosigkeit heraus, aber 90 Prozent dieser Frauen sehen ihre Situation als Chance. Oft waren sie in ihrem Job schon vorher unzufrieden, haben nur den Absprung nicht geschafft.
Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2
- Thema
- Selbstständigkeit RSS
- Erwerbstätigkeit in Deutschland Unsicherheit wird zur Regel 17.03.2010
- Frauenquote in Europa Das Ende der Ausreden 16.03.2010
- Frauenquote in deutschen Unternehmen Es hilft nur Druck 15.03.2010
- Selbständigkeit Der männliche Gründerinstinkt 17.07.2009
- Erfolgreiche Frauen Schau mir in die Augen, Kleiner! 12.03.2010
(sueddeutsche.de/joku/jja)
Bruce Springsteen in Frankfurt
Ich kann Frau Wenzel nur zustimmen: Selbstständigkeit ist für Frauen oft eine interessante berufliche Alternative. In meiner Beratungspraxis erlebe ich, dass Frauen oft exzellent ausgebildet sind, jedoch keine Arbeit finden, bei der sie entsprechenden Lohn erhalten.
(Verweis auf die Studie zum Thema hier: http://www.kompass-blog.de/kompass-blog/blogpost/archive/2009/august/19/das_studium_zahlt_sich_fuer_frauen_weniger_aus.html)
Sobald sie wegen der Familienarbeit nur noch Teilzeit arbeiten können, bekommen sie selten attraktive Posten angeboten. Da erweist sich dann der Weg in die Selbstständigkeit als Chance, um für die Arbeit auch adäquat bezahlt zu werden.
Verena Kurth
Ich arbeite Vollzeit im augewogenen Betriebsklima eines Großkonzernes mit Betriebsrat. Nebenbei bilde ich mich fort... man nennt es auch Studium; ernähre meine Familie und weiß sehr wohl, was Stress ist.
Und was machen Sie so? ;)
Tja, neben denen, die ihr Leben selbst anpacken gibt es immer Mitläufer, die darauf angewiesen sind, ihr Leben von einem Chaf vorgekaut zu bekommen, letztere in der Überzahl.
Aber das ist auch gut so und muss so sein. Wer soll den sonst die ganzen Sozialbeiträge zahlen? ;-)
ja, redet Euch Eurern Fehltritt in die Selbstständigkeit ruhig schön. *LOL*
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Paging