sueddeutsche.de: Trotzdem sind Schul- und Studienabschlüsse oft die Voraussetzung für einen Job. Wie können sich Schulabbrecher auf dem Arbeitsmarkt behaupten?
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James Bach ist der Sohn von Richard Bach, dem Autor von "Die Möwe Jonathan". Er ist ein international angesehener Experte für Software-Testing. Mit 16 verließ er die Schule, mit 20 war er leitender Manager bei Apple. Heute stehen seine Arbeiten auf dem Lektüreplan in Stanford und am MIT. Sein Buch "Die Freibeuter-Strategie - Durch selbstbestimmtes Lernen zum Erfolg" erscheint in Deutschland im März. (© Foto: Daniel Åberg)
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Bach: Ich rate ihnen: Findet etwas, worin Ihr gut seid. Baut Eure Fähigkeiten in diesem Gebiet aus. Arbeitet - auch wenn Ihr kein Geld dafür bekommt. Macht auf Euch aufmerksam. Dann bekommt Ihr auch einen Job, weil die Leute irgendwann erkennen, dass Ihr in dem, was Ihr tut, gut seid.
sueddeutsche.de: Sie haben sehr früh Karriere bei Apple gemacht, sind heute erfolgreicher Software-Tester. Wie konnten Sie ohne Schulabschluss so erfolgreich werden?
Bach: Indem ich nicht die Ideen anderer Leute kopiert habe, die mir irgendjemand vorgesetzt hat. Stattdessen bin ich selbst aktiv geworden und habe etwas Neues entwickelt. Und ich habe den Leuten meine Entwicklungen gezeigt - so lange bis sie auf mich zugekommen sind.
sueddeutsche.de: In Deutschland herrscht Schulpflicht, selbst wenn Kinder und Eltern es wollten: Sie können nicht einfach die Schule abbrechen.
Bach: Das finde ich kurios. Deutschland glaubt, Kinder müssten offizielle Schulen besuchen, um gute Bürger zu werden. Das ist ein Widerspruch. Wie kann ich die Meinung von Bürgern, die zwangserzogen wurden, als freie Meinung ansehen? Die deutschen Bürger sind das Produkt von Sklaverei. Deutsche Politiker sagen, die Schulpflicht ist richtig. Das tun sie nur, weil ihnen diese Idee eingetrichtert wurde, während sie selbst jahrelang gezwungen waren, in Klassenzimmern zu sitzen. Ich glaube, dass nur eine freie Erziehung auch eine freie Meinungsbildung möglich macht.
sueddeutsche.de: Was würde passieren, wenn sich plötzlich alle Kinder dazu entschieden, die Schule zu schmeißen?
Bach: Was soll schon passieren? Lehrer würden protestieren, weil sie ihren Job verlieren, aber die Erde würde sich weiterdrehen. Vielleicht würde die Welt sogar besser werden, denn Kinder, die gezwungen wurden, zu lernen, werden irgenwann zu gefährlichen Erwachsenen, die ebenfalls wieder Leute zwingen zu lernen.
sueddeutsche.de: Wie sollte Schule sein, damit sie funktioniert?
Bach: Ich finde das Prinzip der Montessori-Schulen gut. Jedes Kind sucht sich dort aus, was es gerade lernen möchte. Und selbst wenn es in der Schule nichts lernen möchte: Man lernt sein ganzes Leben, Bildung hat nichts mit Schule zu tun.
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(sueddeutsche.de/joku/lala)
Wer von den Lesern der Süddeutschen der Meinung ist, dass in Deutschland nicht mehr die Eltern gestraft werden dürfen, die ihre Kinder fördern wenn das System versagt, können folgende E-Petition mitzeichnen. Innerhalb weniger Tage sind bereits über 3.200 Unterschriften zusammengekommen und es ist eine rege Diskussion entstanden (mehr als 300 Kommentare)
Der Deutsche Bundestag möge beschließen ...das häusliche Lernen bzw. den Hausunterricht zu erlauben und straffrei zu stellen.
Begründung
Hausunterricht oder Homeschooling wird in allen EU Ländern und englischsprachigen Ländern bereits schon länger mit großem Erfolg praktiziert und erweist sich immer mehr als der Bildungsweg der Zukunft. In Deutschland ist
es eine noch weitgehend unbekannte und mit zahlreichen Vorurteilen behaftete Form des Lernens. Die unzureichende Vermittlung von ethischen und moralischen Grundwerten an öffentlichen Schulen, Gewalt und Mobbing,
negative Sozialisation der Kinder, fehlende Lernfreude, sinkendes Bildungsniveau, die Unfähigkeit vieler Schulen Kinder individuell zu fördern und ihrem persönlichen Begabungsprofil zu bilden, haben dazu geführt, dass
immer mehr Eltern sich Alternativen im bestehenden Bildungssystem wünschen.
Bis dato existiert die Schulpflicht in Deutschland statt einer sinnvolleren Lernpflicht. Schule wird somit in Deutschland direktiv verordnet. Eltern,
die ihre Kinder selbst unterrichten wollen, müssen mit staatlichen Strafmaßnahmen wie Bußgeldern rechnen und werden somit unnötig kriminalisiert. Es sollte mündigen Bürgern frei gestellt sein wo sie ihren
Kindern Bildung zukommen lassen. Alle staatlichen Sanktionsmaßnahmen gegen
Eltern, die ihre Kinder selbst unterrichten, sollten aufgehoben werden.
Hauptpetent: Wolf, Matthias
Ende Mitzeichnungsfrist: 16.06.2010
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=11495
James Bach fordert laut Interview nicht den Wegfall der Schulpflicht, sondern der Bildungspflicht - die es auch in den USA gibt. Die Versuche des Interviewers, das mal wieder auf die Schulpflicht zu beziehen, sind daher unfreiwillig komisch.
Im übrigen macht Bach ungeprüfte Voraussetzungen:
1.) a) Jeder Mensch hat (viel) Ehrgeiz.
1.) b) Dieser Ehrgeiz führt immer dazu, sich zu bilden.
("ich bin davon überzeugt, dass jeder früher oder später diese Talente nutzt, um sich weiterzuentwickeln. So funktioniert Ehrgeiz.")
2.) a) Jeder hat genug Talente und/oder kann sich genug Fähigkeiten aneignen, um sich - und zwar selbst im Vergleich mit regulär ausgebildeten Mitbewerbern - für Arbeitgeber interessant zu machen.
2.) b) Jeder verfügt über die Fähigkeit, Arbeitgeber damit für sich zu interessieren.
("Findet etwas, worin Ihr gut seid. Baut Eure Fähigkeiten in diesem Gebiet aus. Arbeitet - auch wenn Ihr kein Geld dafür bekommt. Macht auf Euch aufmerksam. Dann bekommt Ihr auch einen Job, weil die Leute irgendwann erkennen, dass Ihr in dem, was Ihr tut, gut seid.")
Das ist alles ziemlich unrealistisch.
Bach begeht da einen sehr beliebten Fehler - von einer kleinen Zahl von Erfolgsfällen (hier: einer = er selbst!) darauf zu schließen, etwas sei generell möglich und sogar wünschenswert. Da bekommt er natürlich viel Zustimmung von denen, die immer schon seiner Meinung waren ("unsere Schulen taugen nichts"), und Ablehnung von denen, die imer schon dagegen waren (...).
Eigentlich - und das meine ich nur halbwegs ironisch - zeigt das vor allem, daß Bildungspflicht wirklich sinnvoll ist... und sie endlich, endlich, endlich schon zu Schulzeiten (vor dem Abi, evtl. sogar der mittlereren Reife) schon die Grundzüge wissenschaftlicher Schlüsse umfassen sollte - und dem Sinn oder Unsinn davon, Einzelfälle zu verallgemeinern.
[Als Nebeneffekt würde "die Wissenschaft" auch noch ein bißchen ihren Elfenbeinturm der Unis verlassen...]
Ich kenne auch einige Softwareentwickler in Deutschland, die nach dem Abitur das Studium - weil zu weit weg von der Realität und Praxis - dieses abgebrochen haben und heute zu den Spitzenverdienern und den IT-Experten gehören, die mit die besten Produkte entwickeln.
Ich kenne auch viele Leute, die sich im Selbststudium vieles beigebracht haben, was sie in der Schule früher nicht mochten, weil unfähige Lehrer den Stoff nicht vermitteln konnten.
Zudem bremsten die Schulen "Hochbegabte" aus!
Da war der Unterricht zu Hause erfolgreicher!
Da habe ich aufgehört zu lesen.
DW
Ich habe heute noch Albträume von der Schule. Viele Bekannte, wo die Schule noch weiter zurück liegt (40/50 Jahre) "outen" sich dann auch mir gegenüber.
Lehrer prognostizierten mir ein Leben auf dem Arbeitsamt und das Gefühl immer der schlechterste zu sein war beinahe unterträglich.
Ich bin heute Geschäftsführer meiner eigenen Firma und war in meinem früheren Job einer Besten.
Meine Zeugnisse hat bis heute niemand gesehen....
Gegen Schule hab ich dennoch nichts. Aber nach Grundkenntnisse in Mathematik, lesen und schreiben sollte herausgefunden werden, wo bei jedem einzelnen die "Begabung" liegt. Und jeder hat eine.
Paging