Forscher an der Universität Göttingen strichen Fördergelder für Publikationen ein, die nie veröffentlicht wurden. Jetzt muss die Hochschule zahlen.
In der Affäre um vorgetäuschte Publikationen an der Universität Göttingen hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) am Dienstag der Hochschule einen Bescheid über die Rückzahlung unrechtmäßig erhaltener Fördermittel zugestellt.
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Die Universität Göttingen muss 488.000 Euro an die Deutsche Forschungsgemeinschaft zurückzahlen. (© Foto: AP)
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Die Revision habe "eine ganze Reihe von Unregelmäßigkeiten festgestellt", sagte ein Sprecher. Zurückgefordert werden nun 488.000 Euro, einen Teil davon hat die Uni bereits im Sommer bezahlt. Etwa seien aus den Fördermitteln an einen Sonderforschungsbereich (SFB) für Tropenwälder Computer für 60.000 Euro gekauft worden - dies dürfe die DFG gar nicht sponsern, da PCs zur Grundausstattung einer Uni gehören.
Göttinger Wissenschaftler hatten bei ihrem SFB-Antrag falsche Angaben in 54 Fällen gemacht. Sie hatten behauptet, Beiträge für Fachmedien verfasst zu haben, obwohl dies zu dem Zeitpunkt nicht der Fall war. Nach der Affäre hatte die DFG drei Forschern eine Rüge erteilt, zwei weiteren für drei Jahre von der Mitarbeit in der DFG ausgeschlossen. Dies gilt als langfristiger Imageschaden.
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(SZ vom 23.12.2009/holz)
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Fangen wir von hinten an:
"Aber die Grundlage für Ihre Bemerkung "dass in der Forschung betrogen wird, das ist gang und gebe an deutschen Unis" bitte ich Sie vielleicht noch kurz (gerne auch ausführlich) zu erläutern."
Hm, die Grundlage fuer meine Bemerkung ist der weitverbreitete, dokumentierte Betrug an deutschen Unis wenn es um die Forschung geht. Was soll ich da noch weiter "kurz oder ausführlich" erlaeutern? Aber sie koennen ja mal die Namen Mertelsmann, Herrmann und Bracht in Google eingeben, so als Anfang. Und sich dann ein bisschen durchlesen...wie mehrere Unis betroffen waren und wie wenig sich die Unileitung dafuer wirklich interessierte. Sie sprechen es ja selber an:
"Die Uni interessiert sich erstmal gar nicht für sowas,..."
Genau da liegt das Problem wenn es einer Uni egal ist dass ihr Personal in Betrug verwickelt ist und damit auch den Namen der Uni in Mitleidenschaft zieht. Besser haette ich es auch nicht sagen koennen...
"Somit treffen diese Maßnahmen der DFG genau die richtigen..."
Welche Massnahmen? Die Ruegen? Ja das ist schon hart...
das ist bei der DFG so eine Sache. Wenn Sie einen Versuchsstand automatisieren und dafür zur Datenerfassung einen PC einsetzen wollen, dann dürfen Sie diesen nicht über die Fördermittel bezahlen, die A/D Wandlerkarten durchaus. Denn PCs sind bekanntlich Grundausstattung, Wandlerkarten nicht. Wenn Sie hingegen ein kommerzielles Datenerfassungssystem mit Monitor kaufen, was z.B. als Kernkomponente einen 19'' RackPC hat, dann ist das natürlich förderfähig, schließlich ist das kein PC.
Been there, done that, got T-Shirt.
Die falschen Angaben wurden ja nicht von der Uni Göttingen gemacht, sondern von den jeweiligen Wissenschaftlern, die die Anträge gestellt haben. Die Uni interessiert sich erstmal gar nicht für sowas, sondern freut sich nur, wenn die Fördermittel fließen (was dann aber auch sofort zu Werbezwecken verwendet wird). Somit treffen diese Maßnahmen der DFG genau die richtigen...und für 3 Jahre von der DFG "Mitarbeit" (soll wohl Förderung) ausgeschlossen zu werden kann in D das Ende eines wissenschaftlichen Projekts bzw. der Karriere eines Wissenschaftlers bedeuten.
Aber die Grundlage für Ihre Bemerkung "dass in der Forschung betrogen wird, das ist gang und gebe an deutschen Unis" bitte ich Sie vielleicht noch kurz (gerne auch ausführlich) zu erläutern. Offenbar sind Sie ja ins Detail vertraut mit der deutschen Forschungslandschaft.
"Nach der Affäre hatte die DFG drei Forschern eine Rüge erteilt, zwei weiteren für drei Jahre von der Mitarbeit in der DFG ausgeschlossen. Dies gilt als langfristiger Imageschaden."
Die deutsche "Hochschullandschaft" ueberrascht einen doch immer wieder. Nein, nicht damit dass in der Forschung betrogen wird, das ist gang und gebe an deutschen Unis, sondern dass man mit einer "Ruege" davonkommt wenn man fast 500,000 Euros veruntreut, die man mit erfundenen Publikationen erschlichen hatte. 54-mal "falsche Angaben" gemacht (sprich gelogen) - in einem Antrag ! - und es passiert...nix. Naja, doch, ene Ruege gabs halt und ein bisschen "Imageschaden"...gut dass es wenigstens keine der neuernannten Elite-Unis war.