Uni-Noten Sehr gut, sehr gut, gut, sehr gut

Egal ob Physiker, Philosoph oder Politologe: Deutsche Studenten kassieren auffallend gute Abschlussnoten. Der Wissenschaftsrat ist irritiert.

Studenten können sich über die Notengebung an Deutschlands Hochschulen nicht beklagen: In vielen Fächern werden nach einer am Montag in Köln veröffentlichten Studie des Wissenschaftsrates "auffallend gute Noten" vergeben. In den Diplomstudiengängen liegen die Durchschnittsnoten etwa in Biochemie bei 1,51 sowie in Biologie und Physik bei jeweils 1,54. Im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften schließen insgesamt 87 Prozent der Absolventen ihr Examen mit "sehr gut" und "gut" ab.

Egal ob Physiker, Philosoph oder Politologe: Deutsche Studenten kassieren auffallend gute Abschlussnoten. Der Wissenschaftsrat ist irritiert.

(Foto: Foto: sueddeutsche.de)

Der Wissenschaftsrat kritisierte, das gesamte Notenspektrum zur Unterscheidung von Leistungen werde in zahlreichen Studiengängen nur unvollständig ausgeschöpft.

In den Sprach- und Kulturwissenschaften werden besonders gute Noten in Psychologie (1,59) und Philosophie (1,67) vergeben. Insgesamt werden die Leistungen der Absolventen in den Sprach- und Kulturwissenschaften zu 87 Prozent mit "sehr gut" und "gut" bewertet. In den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ragen die Durchschnittsnoten für die Studiengänge Politikwissenschaften und Soziologie (jeweils 1,87) heraus.

Jura-Studenten haben es dagegen weitaus schwerer, mit ausgezeichneten Noten ihr Studium abzuschließen: Die Durchschnittsnote in den Rechtswissenschaften liegt bei 3,17. Grundlage für die Studie war das Prüfungsjahr 2005.

Der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Peter Strohschneider, erklärte, den Studenten werde kein Gefallen getan, wenn es keine Notendifferenzierung gebe. Ob das Phänomen der guten Noten in bestimmten Studiengängen "auf besonders begabte Studierende oder aber auf besonders großzügige Professoren" zurückzuführen sei, lasse sich aus den Daten nicht erschließen.