Den Studenten-Verlegern kommt es auf andere Dinge an: "Es gibt keine objektiven Kriterien. Manchmal überzeugt uns der Schreibstil, manchmal der Aktualitätsbezug eines Themas und manchmal die Herangehensweise. Am Ende stimmen wir zu fünft über jede eingereichte Arbeit ab", sagt Martin Lhotzky.
Zwei aus der Redaktion von Anwesenheitsnotiz: Nele Solf und Martin Lhotzky. (© Harald Kahn)
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Alle Texte sind auch online zu finden, dort erhoffen sich die Anwesenheitsnotiz-Macher eine Diskussion zu den Themen. Bislang melden sich nur wenige User zu Wort. Ein Grund dafür könnte sein, dass viele Themen zu speziell seien, um ohne Hintergrundwissen eine Diskussion anfangen zu können, mutmaßt Martin Lhotzky.
Ob es um Johann Sebastian Bach, Lars von Triers Ring-Inszenierung oder um die Inszenierung kultureller Identität geht - damit auch sachlich alles stimmt, zählt die Anwesenheitsnotiz-Redaktion auf einen wissenschaftlichen Beirat im Hintergrund, der jede Arbeit überprüft.
Inzwischen erscheint Anwesenheitsnotiz alle sechs Monate mit einer Auflage von 600 Stück. Die werden von Freunden und Bekannten der Redaktion an Unis in Deutschland, Österreich und der Schweiz verteilt.
Die Resonanz von Studenten und Professoren ist durchweg positiv. "Eine Professorin hat sogar eine Hausarbeit, die sie in unserem Magazin gelesen hat, in ihren Seminar-Reader aufgenommen", erzählt Nele Solf.
Für die Zukunft hofft sie, dass die Auflage noch weiter steigt - und die Finanzierung über die fünf ersten Ausgaben hinaus gesichert bleibt. Ein Geschäft wollen die Studenten aus ihrer Idee jedoch nicht machen. "Das ganze soll ein studentisches Projekt bleiben. Und kostenlos. Wenn wir mit unserem Studium fertig sind, sollten andere Studenten die Redaktion und das Lektorat übernehmen", sagt Nele Solf.
Ohne Leidenschaft für die Idee geht das kaum. Schon jetzt gestalten sich Auswahl und Lesen aller eingereichten Arbeiten als äußerst zeitaufwendig. "Da der größte Arbeitsaufwand immer auf den Anfang der Semesterferien fällt, gelingt es uns allen noch, unser Studium normal weiter zu führen", sagt Solf. Und das Lesen der Hausarbeiten ihrer Kommilitonen ersetzt sicherlich so manche Vorlesung.
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(sueddeutsche.de/joku/bön)
Umweltstiftung WWF in der Kritik
"Und was machen wir mit der anderen Hälfte der Personen, die an einer Universität einem Studium nachgehen? Nämlich den weiblichen?"
"Grammatisches Geschlecht" oder "Generisches Maskulinum" mal googeln!
Das Emanzengetue führte nicht zu mehr Gleichberechtigung sondern nur zu einem Haufen überflüssiger ABM-Stellen, die keiner braucht aber ständig nur Probleme erzeugen, die keine sind.
Zunächst einmal: Gute Recherche ist das A und O eines jeden journalistischen Beitrags. Wie mir scheint, hat der Redakteur sich nicht die Mühe gemacht, einmal im Netz zu schauen, was es sonst noch so alles an studentischen Initiativen gibt.
In Bonn gibt es seit 1997 die "Kritische Ausgabe. Zeitschrift für Germanistik & Literatur", deren Printausgabe seit 2004 durch einen Internetauftritt ergänzt wird:
http://www.kritische-ausgabe.de/ Die Redaktion besteht aus Studenten und Doktoranden vom Germanistischen Seminar der Universität Bonn.
"Bella triste. Zeitschrift für junge Literatur" hrsg. von Hildesheimer Studenten muss nicht eigens erwähnt werden.
In Heidelberg wird seit 2006 von Studenten und neuerdings Graduierten "artefakt - Zeitschrift für junge Kunstgeschichte und Kunst" (www.artefakt-sz.net) herausgegeben.
Seit 2010 gibt es die Grazer-Publikationsplattform "kunsttext.werk".
Alle Zeitschriften agieren seit Jahren auf hohem Niveau und gehen v.a. auch mit der Zeit, indem auf eine Printpublikation (wie bei artefakt und kunsttext.werk) zugunsten eines E-Journals verzichtet wird. So können zeitnah Studierende in den Forschungsdiskurs eingreifen. Verwunderlich ist deshalb, warum die Initiative aus Berlin hier als Erfinder des Rades vorgestellt wird.
Bei den genannten Zeitschriften werden zumeist Aufsätze publiziert, die von der Redaktion betreut werden, damit sich Studierende im Verfassen von wissenschaftlichen Aufsätzen üben - das etwa bei artefakt. So hebt man das Niveau, denn einmal ehrlich, wer möchte denn überhaupt eine Hausarbeit lesen, die unter Zeitdruck entstanden ist. Man fragt sich doch ernsthaft, warum der Alumni-Verein und die Gesellschaft überhaupt Geld in eine Printpublikation stecken?
Und was machen wir mit der anderen Hälfte der Personen, die an einer Universität einem Studium nachgehen? Nämlich den weiblichen?
Das ist wirklich eine schöne Idee. Zumal es zusätzlich zum „Ruhm“ noch einen Lerneffekt mit sich bringt. Mit dem Hintergedanken, das Geschriebene später zu publizieren, geht man ganz anders an einen Text heran, als wenn er nur für den Prüfer bestimmt ist.
Die Sache mit den "herausragenden Gedanken" würde ich dabei allerdings nicht allzu hoch hängen. So gut wie jeden Gedanken, den Studenten einer Geisteswissenschaft in ihre Arbeiten einbringen, hat schon mal irgendjemand irgendwo gehabt.
Aber eine nette Idee ist es allemal.
Personen, die an einer Universität einem Studium nachgehen, heißen Studenten.