Unter heftigen Protesten hat der Senat der Uni Bielefeld Studiengebühren beschlossen. Professoren fühlten sich von Studenten bedroht.
Der Senat der Universität Bielefeld hat am Mittwoch eine neue Studiengebührenordnung beschlossen. Die Übergangsordnung für zwei Jahre sieht einheitliche Gebühren von 350 Euro pro Semester vor. Die Sitzung wurde von lautstarken Proteste Studierender sowie von strengen Sicherheitsvorkehrungen begleitet.
Sicherheitskräfte verhindern, dass Gebührengegner in das Senatsgebäude eindringen. (© Foto: dpa)
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Das Verwaltungsgericht Minden hatte im Juni die bisherige gestaffelte Gebührenordnung gekippt, weil sie gegen den Gleichheitsgrundsatz verstoße. Gebührengegner versuchten vor und während der Sitzung, zum Sitzungssaal zu gelangen. Wie die Polizei mitteilte, waren rund 200 Personen an den Protesten beteiligt.
Die Gebührengegner versuchten zudem, die Sitzung mit Trommeln und Pfeifen so stark wie möglich zu stören. Wie die Polizei mitteilte, kam es mehrmals zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften. Dabei wurde ein Demonstrant mit Pfefferspray verletzt und musste in einem Rettungswagen behandelt werden.
Mehrere Senatsmitglieder berichteten während der Senatssitzung, sie hätten in der Nacht Drohanrufe erhalten und fühlten sich bedroht. Die studentischen Vertreter des Senats distanzierten sich in der Sitzung von "allen Formen der Gewalt".
Nach einer über vierstündigen Debatte entschied der Senat in geheimer Abstimmung mit 13 zu neun Stimmen für die Übergangs- Gebührenordnung. Professoren mehrerer Fakultäten sagten, mit den Einnahmen aus den Gebühren habe vor allem die Lehre erheblich verbessert werden können. Die eigentliche Gebührenordnung, die je nach Studiendauer und Status der Studenten zwischen 100 und 500 Euro Gebühren pro Semester vorsah, bleibe weiterhin bestehen, werde aber für zwei Jahre "überdeckt", sagte Universitäts-Sprecher Ingo Lohuis.
Der Rechtsstreit um die gestaffelte Gebührenordnung wird vor dem Oberverwaltungsgericht Münster weitergeführt. Geklagt hatte eine Studentin, die 300 Euro zahlen musste.
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(dpa)
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... ist ja, daß die Professoren selber nie Studiengebühren zahlen mussten. Diese aber ganz gerne beschließen ....
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Ich bin erstaunt, wie wir dargestellt wurden. Ich bin eine Studentin der Uni Bielefeld, die gestern auf der Senatssitzung dabeisein durfte.
Ja, draußen war es laut, manchmal sogar sehr laut, aber außer dem Krach und riesen Gebrüll, haben die Bielefelder Studiengegener nichts gemacht!
Das einzige, dass sie versuchten, waren noch die Barrieren (Metallzäune) zu überwinden, indem sie eine Kette bildeten! Und da fing das Gerangel an! Die ersten die richtig zuschlugen war der Sicherheitsdienst(!). Sogar so arg, dass ein Student ins KH musste um genäht zu werden. Die Polizei lies sie machen.
Unfassbar, als wie Kriminelle dargestellt zu werden, obwohl Prodiac die Schlacht lieferte!
Welchen Sinn hat ein Studium HIER noch? Auch Fachkräfte aller Branchen sind Opfer von Lohndrückerei, können ihre Einkommensverzichte und Investitionen in Ausbildung später nicht mehr ausgleichen.
Ich sah kürzlich noch als Bewerber in das Gesicht eines neureichen Spekulanten, ehemaliger Koch, dem es höhnische Freude macht, Akademiker (auch mit guter Berufserfahrung) unter den Satz von Putzkräften zu drücken, wobei man erstmal wochenlang kostenlos probe-arbeiten soll.
Man kann nur jedem empfehlen, im oder spätestens nach dem Studium ins Ausland zu verschwinden. Hier wird jedes ehrliche Engagement verraten und ausgenutzt. Dann dreht man den Spieß eben um: soll ein kranker Staat doch die Kosten der Schulbildung tragen und hinterher nichts mehr davon haben, weil diese Investition mit den Köpfen in andere Staaten abwandert, die davon gerne profitieren und Leistung auch honorieren.
Die Studenten sollen halt gefügig gemacht werden. Das erreicht man mit Studiengebühren am besten. Denn wer kein Geld hat der hält auch das Maul. Wird schön abhängig gemacht vom Vater Staat. Der Staat als barmherziger Kreditgeber. Das ich nicht lache. Unmöglich diese Hochschulpolitik. Jetzt brauchen Profs sogar schon Sicherheitsleute um sich zu verteidigen. Ein armseliges Schauspiel was sich zur Zeit an den deutschen Unis abspielt. Das Klima ist vergiftet. Humboldt war gestern.
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