Das Projekt "Crewing" bildet in Hamm, das mitten in Westfalen liegt, Hartz-IV-Empfänger für Tätigkeiten auf Kreuzfahrtschiffen aus. 25 junge Menschen beenden jetzt den ersten Lehrgang.
Ein Projekt, das junge Menschen für die Kreuzfahrtbranche ausbildet, vermutet man am ehesten in Hafenstädten wie Hamburg, Rostock oder Kiel. Doch "Crewing" findet im westfälischen Hamm statt, hunderte Kilometer vom Meer entfernt.
Kreuzfahrten mit Schiffen wie der "MS Astor" boomen. Im westfälischen Hamm werden Arbeitslose für den Service an Bord ausgebildet. (© Foto: dpa)
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Träger ist der Bildungsgträger und Zeitarbeitsdienstleister Mikropartner.
Projektleiterin Birgit Bär, die mit einem Kapitän verheiratet ist, scheint es selbst nicht besonders bemerkenswert zu finden, dass solch eine Umschulung mitten auf dem platten Land stattfindet: "Wir haben die Idee in ganz Deutschland angeboten. Hamm hat zugesagt." In Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein bestand kein Interesse.
25 Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 32 Jahren haben in den letzten 30 Tagen gelernt, wie man auf Kreufahrtschiffen mit den Gästen umgeht, wie man in Küche, Bar und Restaurant arbeitet und was ein Rezeptionist alles erledigt.
Während des Lehrgangs waren die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt. Sieben Tage pro Woche und zwölf Stunden täglich spielten sie im Wechsel die Passagiere, während die anderen das Personal darstellten.
Heute wird auf einem Binneschiff auf dem Rhein die praktische Prüfung abelegt. Jeder Handgriff muss perfekt sitzen, denn bei Kreufahrtschiffen handelt es sich in erster Linie um Vier- oder Fünf-Sterne Restaurants.
Prüfungsinhalte sind Rezeption, Service an Bord und Konfliktlösung. Die Umschüler sollen in allen Bereichen an Bord arbeiten können.
Die Kreuzfahrtbranche boomt. Entsprechend sind die Teilnehmer des Lehrgangs bereits an einen Betreiber von Kreuzfahrtschiffen vermittelt, Mikropartner hat schon zu Ausbildungsbeginn eine Job-Garantie gegeben. In einem Monat werden die frischgebackenen Fachkräfte mit ihrer Arbeit auf Meeren, Ozeanen und Flüssen beginnen.
Bei der Arbeit auf einem "Traumschiff" handelt es sich aber keineswegs um einen Traumjob. Zwölf bis 14 Stunden wird an jedem Tag der Woche auf so einem Schiff gearbeitet.
Dass in Zeiten von Arbeitsmarktkrisen im Landesinneren Schulen für die Schifffahrt entstehen, ist kein neues Phänomen. Im 19. Jahrhundert ließen sich Bauern an "Nautischen Schulen" zu Vollmatrosen ausbilden. Damals boomte die Schiffahrt wegen der Auswanderung nach Amerika.
(sueddeutsche.de)
Moderne Verwaltung
Guten Tag.
Ich war / bin einer der gelobten Absolventen des Crewing Programms. Alle Welt hat sich gefreut das Jugendliche einen garantierten Arbeitsvertrag bekommen ohne auch nur ansatzweise zu hinterfragen wie denn dieser Vertrag aussieht.
Wir sind ja unter der Premisse eingestellt worden, dass wir an Bord im Bereich der Küche eine tägliche Arbeitszeit von min 12 bis max 16 Std haben würden. Das ist ja soweit auch ok gewesen, aber das man dann einen Arbeitsvorvertrag unterschreiben muss aus dem hervorgeht das man gerechnet auf eine wochenstunden Zahl von 40 Std ein Gehalt von 600 fix und 200 Spesen erhält und alle anfallenden Überstunden mit diesen 40 Stunden abgegolten sind ist nicht ok. Bei einer 7 Tage Woche und nur einer täglichen Arbeitszeit von 12 Stunden kommt man auf eine Wochenarbeitszeit von 84 Stunden. Das bedeutet das man 44 unbezahlte und nicht wandelbare Überstunden pro WOCHE bekommt. Bei Nachfragen bei der eben als Engel gesehenen Birgit Bär wurde man sehr schroff auf seine momentane Lage (ALG 2 ) hingewiesen. Alle Stunden sind und bleiben mit diesen 40 Stunden abgegolten.
Man kommt sich dann sehr klein und dumm vor obwohl man Abitur und eine Lehre als Groß und Außenhandelskaufmann absolviert hat. Na ja, zum Glück gibt es ja die Medien die bestimmt ein offenes Ohr für diesen Sachverhalt haben werden.
Ich könnte ihnen jetzt noch etwas über die Ausführung unseres Arbeitsvertrages berichten, aber nur dies erstmal...
Wir arbeiten für eine deutsche Arbeitsvermittlung für einen österreichischen Katerer und bekommen einen slowenischen Arbeitsvertrag. So weit erstmal. Jeder kann sich jetzt seinen Teil denken.
Danke CREWING