Umfrage zu Einstellungstests Bewerber für Chefposten haben es leichter als einfache Fachkräfte

Ein nettes persönliches Gespräch - das reicht oft aus, um einen Chefposten zu bekommen.

(Foto: Getty Images)
  • Während Unternehmen neue Fachkräfte vor der Einstellung intensiv testen, kommen eignungsdiagnostische Verfahren bei der Besetzung von Führungspositionen nur selten zum Einsatz.
  • Häufig werden Chefs allein wegen des guten Eindrucks in einem Gespräch ausgewählt.

Ein großer Teil des beruflichen Frusts beruht auf dem Peter-Prinzip. Die einfach Regel besagt, dass in einer Hierarchie jeder Beschäftigte dazu neigt, bis zum Level seiner eigenen Inkompetenz aufzusteigen. Kurz gesagt: Jeder wird so lang befördert, bis er seinen Job schlecht macht. Bei einer Reihe Leute wird dieses Level dann erreicht, wenn sie nicht mehr nur für ihren eigenen Kram zuständig sind, sondern als Führungskraft für die Arbeit eines ganzen Teams.

Die Unternehmensberatung Kienbaum hat die Ergebnisse einer Umfrage veröffentlicht, die deutlich machen, warum das Peter-Prinzip gerade auf Chefposten-Ebene besonders gut zu beobachten ist. Demzufolge werden Fachkräfte intensiv getestet, bevor diese einen Job bekommen. Bei Führungskräften begnügt man sich hingegen mit einem Gespräch.

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Nur jedes zweite Unternehmen testet Chef-Bewerber

Demnach wenden 92 Prozent der Firmen unterschiedliche psychologische und diagnostische Tests an, wenn sie einen Fach-Spezialisten für eine Stellenbesetzung prüfen. Für Jobs "auf höchster Führungsebene" werden solche Verfahren lediglich von etwa jedem zweiten Unternehmen genutzt. Die häufigste Methode, um einen Kandidaten für den Chefsessel zu finden, sei das persönliche Gespräch, erklärte Kienbaum. Die Beratungsgesellschaft hat nach eigenen Angaben mehr als 100 Personalverantwortliche weltweit zu dem Thema befragt.

Wenn sich Unternehmen "bewusst gegen aufwändige Eignungsdiagnostik entscheiden, weil sie Kandidaten intensiver in persönlichen Gesprächen und in einer ungezwungenen Umgebung kennenlernen wollen, ist das völlig in Ordnung", befindet Kienbaum-Geschäftsführer Hans Ochmann. Problematisch sei es aber, wenn die psychologische Seite der Eignung einer Führungskraft "völlig ausgeblendet wird, weil es bequemer ist".

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