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Peter Schaar: "Wir brauchen ein neues Datenschutzgesetz speziell für Arbeitnehmer." (© Foto: dpa)

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Der Detektiv

Lothar Wenzel, Sprecher von Detekta Detektiv, einer bundesweiten Vereinigung von Wirtschaftsdetekteien: "Wenn die Zeiten härter werden, wird der Druck auf uns größer. Die Auftraggeber wollen mehr fürs Geld, und sie wollen auch manche Dinge, die wir ablehnen. Ein US-Konzern, der ein anderes Unternehmen gekauft hat, bot uns eine Kopfprämie für jeden Mitarbeiter, gegen den etwas vorliegt. Das ist unseriös. Aber es gibt einige, die das machen und unseren Ruf ruinieren. Deren Namen werden bei Revisionsleitertagungen von Konzernen unter der Hand weitergereicht. Klassische Fälle der Überwachung sind der Außendienstler, der vielleicht fingierte Rechnungen erstellt, oder der Mitarbeiter, bei dem der begründete Verdacht besteht, dass er nicht krank ist, sondern nebenbei arbeitet. Noch immer ist es Praxis, dass wir im Auto vor der Tür sitzen, wir schleusen uns aber auch als verdeckte Ermittler in Unternehmen ein. Wenn es mit dem Betriebsrat abgestimmt ist, und der stimmt oft zu, ist auch die Kameraüberwachung okay. Natürlich ist die ziemlich heikel, weil man Gefahr läuft, dass auch unbescholtene Menschen mitgefilmt werden."

Der Vorstand

Franz Brenner (Name geändert), war Vorstand bei einem großen Unternehmen: "Für das Unternehmen, bei dem ich bis vor ein paar Monaten beschäftigt war, läuft es seit einiger Zeit gar nicht gut. Vor allem der Vorstandsvorsitzende steht immer wieder öffentlich in der Kritik. Weil interne Informationen nach außen gelangt sind, hat der Vorstandsvorsitzende eine Firma engagiert, die klären sollte, wer da mit wem redet. Das hat er den anderen Vorstandsmitgliedern aber erst mit einiger Verspätung mitgeteilt, als es intern schon Gerüchte darüber gab, und dass diese Maßnahmen auch die Mitglieder des Vorstands betrafen, kam noch später raus. Die Stimmung wurde noch schlechter, jeder hat jedem misstraut, mit Diensthandys wollte sowieso keiner mehr telefonieren. Irgendwann wurde sogar darüber gestritten, wer in welcher Sitzung wie oft auf der Toilette gewesen ist und ob man da vielleicht telefoniert hat. Die Situation lief völlig aus dem Ruder, dabei war das Ausmaß der Überwachungsaktionen damals noch gar nicht bekannt. Heute weiß ich, dass auch meine Emails gelesen wurden und mir sogar jemand nachgefahren ist, wenn ich zu vertraulichen Terminen gefahren bin."

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