"Viele haben kaum noch Freizeit und sind völlig frustriert, zum Teil rebelliert sogar schon der Körper." Die Ursache für solche Probleme fassen Wissenschaftler mit zwei Wörtern zusammen: dysfunktionaler Stress. "Etwas Druck steigert Leistung und Motivation, zu viel Druck lässt beides radikal sinken", erklärt Hochschullehrer Rainer Holm-Hadulla.
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Der Professor für psychotherapeutische Medizin leitet seit 20 Jahren die Beratungsstelle der Universität Heidelberg und sieht die veränderten Studienanforderungen ebenfalls kritisch: Zu volle Lehrpläne gefährdeten nicht nur den Studienerfolg, sondern letztlich auch die Persönlichkeitsentwicklung. "Das Studium ist für junge Menschen ja auch eine wichtige Phase, um Beziehungen zu knüpfen, Verantwortung zu übernehmen und eigenständig arbeiten zu lernen."
Weniger Hemmungen
Trotzdem können Holm-Hadulla und die anderen Berater ihrer Statistik auch etwas Positives abgewinnen: "Der Anstieg der Beratungen zeigt natürlich auch, dass die Studenten inzwischen weniger Hemmungen haben, solche Angebote zu nutzen", sagt der 58-Jährige.
Vor allem Frauen nähmen die Einrichtungen gut an, sie machen etwa Zweidrittel der Besucher aus. Um möglichst viele Studenten zu erreichen, sind die Gespräche in der Regel kostenlos; zudem können die Besucher auf Wunsch anonym bleiben. Neue Angebote wie eine Online-Beratung sollen die Hemmschwelle künftig noch weiter senken. Als erste Kontaktmöglichkeit wird das Internet schon seit Jahren erfolgreich genutzt.
Anonym und digital
"Ich fand es am Anfang schon deutlich leichter, eine E-Mail zu schreiben", erinnert sich Larissa Roland. Geschämt habe sie sich zwar nicht, aber das erste persönliche Treffen koste trotzdem viel Überwindung. "Man denkt ja immer, andere haben viel wichtigere Probleme und man sollte sich einfach mal zusammenreißen." Heute sieht die junge Informatikerin das anders: "Die Besucher der Beratung sind ja alle ganz normale Studenten. Jeder kommt schließlich mal an einen Punkt, wo es einfach nicht mehr weitergeht."
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(sueddeutsche.de/APN/holz)
- Dipl. Psychologin/Dipl. Psychologe– Caritasverband Neuburg-Schrobenhaus, 86633 Neuburg
- Diplom-Sozialpädagoge/-in/Diplom Psychologe/-in/Diplom Pädagoge/-in– Deutscher Kinderschutzbund, LV Bayern e.V., München
- Referentin / Referent für Personal- und Organisationsentwicklung– Goethe-Universität Frankfurt am Main, Frankfurt am Main
Umweltstiftung WWF in der Kritik
Wie ein Vorredner dies bereits aufgegriffen hat, sehe auch hier eine Polarisierung unter den Leserkommentaren: diejenigen, welche Leistung verherrlichen und diejenigen, welche sie kritisieren. Beide vernachlässigen m.M.n. den jeweils konträren Teil der Realität.
Zur Leistungsverherrlichung:
Führen Sie sich folgenden Artikel zu Gemüte: http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/327/495651/text/#
Man bekommt tatsächlich den Eindruck, dass Studieren früher weniger leistungsgebunden war, dass es vielleicht eher eine Art lifestyle (so hat sich vermutlich auch die klischeehafte Vorstellung vom Studentenleben etabliert), ein Privileg war. Nehmen wir dies an, so hat sich Studieren radikal verändert. Natürlich nicht nur durch das Bachelor-/Master-System (das inhaltlich nicht mehr vorsieht als das Diplom, jedoch straffer organisiert ist, da z.B. das Verpassen einer einzigen Lehrveranstaltung zu einem ganzen Jahr Studienzeitverzögerung führen kann), welches ich in seinen Grundgedanken (im Zuge der wirtschaftlichen, politische, kulturellen Globalisierung wird auch das Bildungssystem globalisiert, Mobilität und Flexibilität angestrebt- dass dies letztendlich nicht erreicht wurde, sondern sogar Rückschritte gemacht wurden, sehe ich zum Grundgedanken differenziert) für gut halte, sondern auch durch den wachsenden Anspruch: wie ein weiterer Vorredner treffend schrieb, setzt sich bei vielen der Gedanke fest, dass nur noch dann Karriere - oder sogar nur ein guter Arbeitsplatz (bei den Nicht-Karrieristen)- möglich ist, wenn man Übermenschliches leistet- was dazu führt, dass man Übermenschliches leistet.
Übermenschlich heisst in diesem Fall: man ringt sich Leistung ab, die über das Leistungsniveau des durchschnittlichen Menschen hinausgeht; diese ständige Überlastung führt irgendwann zu Verschleißerscheinungen.
An jene mit veralteten Vorstellungen vom Studentenleben möchte ich an dieser Stelle noch ein Wort richten: zwar mögen Studenten nicht Mo Fr. von 8.00 bis 17.00 Uhr in der Universität sitzen (was sich durch den Umstieg ins Bachelor-/Master-System auch immer mehr aufweicht), doch sitzen dafür viele bis nachts um 0.00 Uhr in der Bibliothek oder lernen auch am WE. Außerdem gibt es genügende, die neben Lehrveranstaltungsbesuchen und Lernen auch noch Arbeiten. Der für mich einzig ersichtliche Unterschied zur harten Arbeitswelt ist also, dass der Universitätsalltag vom Einzelnen viel flexibler gestaltet werden kann; die Stoffmengen, die bewältigt werden müssen
Hm, welchen Stress im Berufsleben und welches Hamsterrad meinen sie? Ich zb. hatte im Studium weit mehr stress als jetzt (informatik) wo ich als Programmierer arbeite. Vll einfach das falsche Fach studiert? Jaja, schon blöd, erst rakert man sich im studium ab und ist danach im job immer noch der letzte (praktikums)trottel?
Heulsusen.....von nix kommt halt nix.....
... natürlich gibt es schwere Depressionen und ein unübersichtliches Hilfsangebot. Aber wem wollen Sie das anlasten? Der Gesellschaft? Dem System? Noch ist der Einzelne für sich verantwortlich, die Gesellschaft stellt ihm die Mittel zur Hilfe zur Verfügung. Aufzwingen kann sie sie ihm nicht. Jemand,d er zu dumm zum Studium ist, kann sich ja auch nicht schlau therapieren lassen. Wenn er zu krank dafür ist, kann er sich entweder therapieren lassen oder muss es halt abbrechen. Wenn er zu krank zur Arbeit ist, geht er ja auch nicht hin.
... mit "zu Recht in Schwierigkeiten" meinte ich "ohne eigenes Verschulden"...
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