Ein Lehrer des reformpädagogischen Internats Marienau ist wegen ausufernder Treffen mit Schülern fristlos entlassen worden. Dabei kam es auch zu Körperkontakt.
Wegen Alkoholgelagen mit Schülern und körperlichen Übergriffen hat die Internatsschule Marienau in Dahlem im Landkreis Lüneburg Anzeige gegen einen Lehrer erstattet. Das sagte Schulleiterin Heike Elz und bestätigte damit Berichte der Lüneburger Landeszeitung.
Zu viel Alkohol und körperlicher Kontakt: Ein Lehrer des Internats Dahlem-Marienau wurde wegen seiner DVD-Abende mit Schülern entlassen. (© Foto: dpa)
Anzeige
Betrunken mit dem Lehrer
Der Lehrer soll an freien Wochenenden Schüler in seine Wohnung im Internatsbereich zu DVD-Abenden geladen haben, bei denen extrem viel Alkohol floss. Betrunkene Jungen hätten danach bei ihm übernachtet, sagte Elz. Dabei war es auch zu körperlichen Kontakten gekommen. Der Lehrer war nach Bekanntwerden der Vorfälle in der vergangenen Woche suspendiert worden.
Der Lehrer habe bei körperlichen Kontakten zwar "bestimmte Grenzen" nie überschritten, war aber immer "haarscharf an der Grenze und einen Tick darüber hinaus", sagte Schulleiterin Elz. So solle er die Schüler in den Arm genommen und ihnen über den Rücken gestreichelt haben. Nach Aussage eines Jungen habe die Umarmung immer einen Tick zu lang gedauert. Es soll von ihm auch mal einen "Klaps auf den Po" gegeben haben. Mädchen waren bei den Treffen nicht dabei gewesen.
Subsystem im Internat
Die Schulleiterin des reformpädagogischen Internatsgymnasiums bemüht sich seither um Transparenz und Aufklärung der Vorfälle. Sie leitete die fristlose Kündigung des Lehrers ein und erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Der Pädagoge habe "die gebotene professionelle Distanz im Internatsbereich nicht gewahrt", betonte Elz. Er habe ein Subsystem aufgebaut und seine Rolle als Lehrer völlig verlassen. Von den Alkoholgelagen hätten sie und die Kollegen nichts gewusst.
Der Lehrer war seit neun Jahren an der Schule Marienau und hatte im Internat seine Dienst- und Privatwohnung. 330 Schülerplätze gibt es in dem idyllisch gelegenen alten Herrenhaus, 150 davon sind Internatsschüler.
- Mikrokosmos Internat Drill hinter dicken Mauern 10.03.2010
- Alkoholtests mit Jugendlichen Pusten am Schultor 17.04.2008
- Debatte um das Sitzenbleiben "Das hinterlässt ein Trauma" 03.09.2009
- Diskriminierung von Männern Frauen bevorzugt 29.05.2009
- Schweizer Elite-Internat Drill und Disziplin 09.12.2008
- Lehrerin unter Exhibitionismus-Verdacht Nackt oder nicht nackt 31.10.2010
- Leistungsdruck in der Grundschule Weg mit den Noten! 28.10.2010
(sueddeutsche.de/dpa/holz)
- Diplom-Sozialpädagoge/-pädagogin als Internatsleiter/-in– Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e. V., Schwandorf
- Deutschlehrer/innen für die Sekundarstufen I und II sowie für die Primärstufe - Vollzeit oder Teilzeit möglich– Munich International School e. V. (MIS), Starnberg
- Religionslehrer/in– Die Europäische Schule München, München
Umweltstiftung WWF in der Kritik
auch an staatlichen Schulen (z.B. meiner) gabs (gerichtlich nachgewiesen) Vorgänger bedenklicher Art. Ich war als Junge nicht betroffen - der "coole" Lehrer war nur ganz "anständig" hetero - 1990 hat das auch keinen (Direktorat) interessiert, 2008 dann aber schon. War halt ein anderer Direktor und eine andere Zeit. Auch nachdem sich die Eltern nicht mehr einschüchtern ließen und selber zur Staatsanwaltschaft gegangen sind. Das Gericht stellte fest, daß die vorhergehende Schulleitung die Sache verschwinden lassen wollte. Es wurde nur niemand belangt, weil die betreffende Person gerade da in Pension ging...
Die SZ Redaktion ist schon mehrfach auf den Fall hingewiesen worden. Solche Fälle standen aber bisher "nicht im Fokus".
Möge man bei der Kirche aufpassen, aber sonst auch. Justitia ist ja blind - und Vorwürfe sollte man dann äußern, wenn sie belegt sind. In diesem Sinn muß der Reformlehrer hier noch als unschuldig gelten. Noch.
Gut, dass SIE das den ANDEREN jetzt aber mal so richtig gesagt haben, dass DIE sich besser fühlen.
Geht es Ihnen jetzt besser?
Dann ist ja alles gut
Menschen die sich selbst im Brustton der Überzeugung für besonders "gut" oder "moralisch" halten, scheint mitunter (egal ob katholisch oder nicht!) das Gefühl für die Werte selbst abhanden zu kommen.
Frei nach dem motto: Ich bin klein mein herz ist rein - deswegen ist auch automatisch alles richtig, was ich gerne machen will...
Die größten "Stinkstiefel" waren schon Immer Jene, die sich für was (moralisch) Besseres gehalten haben. Fing ja nicht erst bei den Pharisäern in der Bibel an... und hat eben auch rein gar nichts mit Religion zu tun.
eine ganz neue Bedeutung.
Aber mal ohne Scherz. Die ûbergriffe sind und waren nie alleine auf katholische Einrichtungen begrenzt und es wäre klug dafür die Augen offen zu halten. Und die Schulämter sind hier nicht gerade die Vorreiter solche Misstände abzustellen. Sitzt man doch als Beamter auf einem sehr warmen Stuhl.