Stechuhr
Von Johanna Bruckner und Zoe Frey

Sie halsen einem Arbeit auf und verwandeln das Büro in eine schmuddelige Studenten-WG: Kollegen sind was Schönes - wären da nicht diese Macken. Wem Sie im Arbeitsleben begegnen und wie sie mit Nervensägen fertig werden. Eine Typologie.

Die Erste!

Woran man sie erkennt: Morgens ist sie vor allen anderen im Büro. Längst sitzt sie an ihrem penibel aufgeräumten Schreibtisch - PC ist startklar, die erste Kanne Tee aufgebrüht - wenn die Kollegen nacheinander eintrudeln. Von ihrem Tisch aus beobachtet sie genau die Ankunftszeit ihrer Kollegen. Je später die Stunde, desto kritischer ihr Blick zur Begrüßung. Ausreden wie "Ich war noch beim Arzt" gelten für sie nicht. Von flexiblen Arbeitszeiten hält die disziplinierte Erste! so viel wie von antiautoritärer Erziehung: gar nichts. Triumphgefühle empfindet sie bei regelmäßig eingeworfenen Bemerkungen wie "Ich bin ja morgens immer die Erste hier".

Warum sie nervt: Der verächtliche Blick, mit dem sie Kritik am "Langschläfer" übt, bringt selbst ein ausgewogenes Naturell aus der morgendlichen Ruhe.

Wie man ihr begegnet: Nicht in einen Konkurrenzkampf verfallen. Der Körper von Erste!  ist seit Jahren auf Frühaufstehen konditioniert. Lieber versuchen, sie mit Ratgebern (Endlich Zeit für mich, Der Weg zur Work-Life-Balance) auf den rechten Weg zu bringen.

Bild: iStock

19. Juli 2013, 10:55 2013-07-19 10:55:53  © Süddeutsche.de/dd/jobr/luk

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