Radikaler Blick auf die Wirklichkeit

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Vor allem kleinere und alternative Buchläden zeigen Interesse am Konzept von Stellwerck. Ulla Rottmann, Inhaberin der Buchhandlung Dreizehneinhalb in Würzburg, überzeugt besonders der innovative Ansatz: "Autoren eine Chance zu geben, die von großen Verlagen nicht wahrgenommen werden, ist völlig neuartig." Rottmann will das erste Stellwerck-Produkt prominent in ihrem Laden platzieren. "Unsere Kunden sind abseits der Bestsellerlisten unterwegs", berichtet die Buchhändlerin. Ein Verlag wie Stellwerck käme da genau recht.

25 Autoren sind am ersten Buch beteiligt. Weit über 100 haben seit Oktober 2008, der Geburtsstunde von Stellwerck, Texte nach Würzburg geschickt. Alltagssituationen und scheinbar banale Gespräche werden darin erzählt. Einige Beiträge zeichnet ein radikaler Blick auf die Wirklichkeit aus. Andere Texte jonglieren mit der Erzählperspektive, wie es seit Alfred Döblin, dem Verfasser des Romans "Berlin Alexanderplatz" (1929), keiner mehr wagte.

Literatur im Internet

Für den Fall, dass der Buchhandel im Herbst nicht mitmachen wird, hat Stellwerck schon vorgesorgt: "Können wir nicht genug Bücher verkaufen", sagt Architekturstudent Pfeuffer, "werden wir einfach das Medium wechseln." Die Würzburger Studenten erproben mit ihrer Homepage gerade neue Möglichkeiten von Literatur im Internet. Regelmäßig werden Fortsetzungsgeschichten ins Netz gestellt, ein Poetry-Slam soll folgen, vielleicht ein Internet-Shop.

Noch ist das Verlegen von Büchern für die Unterfranken ein Hobby. "Wenn wir durch den Verkauf des ersten Buches unsere Ausgaben reinholen, sind wir schon froh", sagt Ott. Dennoch: Die Erfahrung, die die Verleger derzeit sammeln, schließt einen professionellen Einstieg in den Literaturbetrieb nicht aus. "Dann werden wir aber bestimmt einiges anders machen."

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  1. Eine Chance für Nachwuchsliteraten
  2. Sie lesen jetzt Abseits der Bestsellerlisten
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(dpa/Hannes Vollmuth/bön)