Bundeswirtschaftsminister Michael Glos macht sich am Tag des Ausbildungsplatzes ein Bild von der Lage.
Der Lehrling macht seine Sache gut. Zwar zittert seine Stimme ein bisschen, als er dem Wirtschaftsminister erklärt, wie die Stanzmaschine funktioniert. Doch am Ende klopft ihm der Gast auf die Schulter.
Bundeswirtschaftsminister Glos lässt sich eine Maschine erklären. (© Foto: sueddeutsche.de)
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Die Kameras blitzen und der Geschäftsführer drängt, schnell weiterzugehen. An der so genannten "Lerninsel" stehen wieder zwei Azubis und erzählen, was ein Lehrling bei der Firma Winklhofer & Söhne (IWIS) lernt. Die Fotografen drängeln und machen Bilder vom Schulterklopfen.
Winklhofer & Söhne produziert Ketten aller Art. Ketten für Autos und für Maschinen und das seit vier Generationen. Gegründet wurde die Firma 1916. 58 Lehrlinge bei knapp 600 Mitarbeitern stellt der mittelständische Betrieb jedes Jahr ein. 50 Prozent haben einen Hauptschulabschluss und 50 Prozent kommen von der Realschule.
Alle von ihnen werden übernommen. Es gibt einen betriebseigenen Kindergarten und einen engagiert wirkenden Azubi-Betreuer. "Wir stellen auch Leute ohne Quali ein", sagt er. "Aber wir verlangen, dass der Lehrling seinen Abschluss nachholt."
Die Firma ist ein Musterbetrieb. Und den braucht der Minister am Tag des Ausbildungsplatzes. Das Wetter nämlich ist schlecht, die Stimmung auch und im Herbst werden wieder viele Jugendliche ohne Lehrstelle dastehen. 30.000 könnte es treffen, befürchten Politik und Arbeitsagenturen.
Doch was kann die Politik da schon tun? Nicht viel, wenn man dem Wirtschaftsminister folgt. "Die Unternehmen mögen ihren Herzen doch einen Ruck geben und Ausbildungsplätze schaffen", antwortet er auf die Frage eines Journalisten.
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