Jobs in fachfremden Bereichen sind die Regel - vor allem bei Soziologen

Wie kommt man durchs Studium?

Studienanfänger und Absolventen (© Statistisches Bundesamt)

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Die Zahl der erwerbstätigen Soziologen und Politologen ist in den alten Ländern innerhalb von zehn Jahren von 12.800 auf 23.300 (1995) angestiegen und hat sich damit fast verdoppelt. 1995 betrug der Anteil der Teilzeitbeschäftigten 24 Prozent. Im nächsten Jahrzehnt werden nur etwa 500 Soziologen und Politologen pro Jahr altersbedingt aus dem Beruf ausscheiden. Die nachkommenden Sozial- und Politikwissenschaftler konkurrieren bei der Stellensuche zudem direkt mit den Absolventen benachbarter Fächer. Ein erfolgreicher Einstieg hängt daher entscheidend von den Zusatzqualifikationen ab (anwendungsbezogene Medienkenntnisse, BWL, Personalmanagement, Sprachen).

Wie findet man einen Job?

Eine Absolventenbefragung des Bundesbildungsministeriums kommt zu dem Ergebnis, dass der Hochschulbereich seine Stellung als wichtigster Arbeitgeber immer stärker einbüßt. Bereits 1993 ging jeder vierte Soziologe einer typisch betriebswirtschaftlichen Tätigkeit nach. Der privatwirtschaftlichen Sektor wird als Arbeitgeber wichtiger; neue Beschäftigungsverhältnisse im öffentlichen Dienst werden seltener. Der Stellenwert des Unterrichtsfachs Soziologie an den Schulen ist zudem zurückgegangen. In den 90er Jahren waren kontinuierlich knapp 2.000 Soziologen arbeitslos gemeldet.

Deutlich günstiger fällt das Bild bei den Politologen aus: Die Zahl der Arbeitslosen ist hier nur halb so hoch wie die der Soziologen und dies bei durchgängig höheren Absolventenzahlen. Über den Berufsverbleib von Politologen liegen jedoch bisher keine aussagefähigen bundesweiten Untersuchungen vor. Nach einer Regionalstudie der Freien Universität Berlin finden sich auch Tätigkeitsfelder in Medien, Unternehmensberatung, Stadtentwicklungsgesellschaften und Banken. Eine Verbleibstudie der Universität Hamburg kommt zu einem bemerkenswerten Fazit: Knapp 90 Prozent der befragten Politologen empfinden ihren beruflichen Werdegang als erfolgreich.

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