Mit den Einnahmen sollen Bayerns Universitäten den Anschluss an die internationale Spitze schaffen.

SZ: Hätten Sie überhaupt studieren können, wenn es damals Studiengebühren gegeben hätte?

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Stoiber: Ich habe selbst Studiengebühren gezahlt, als ich 1962 mit dem Studium begonnen habe. Damals musste man Hörgeld bezahlen, das hat es bis etwa 1970 gegeben. Das waren, glaube ich, 160, 170 Mark pro Semester. Deswegen habe ich in den Semesterferien voll gearbeitet.

SZ: Sie wollen im Wintersemester mit Studienbeiträgen starten. Aber Sie haben noch überhaupt kein Modell für eine soziale Abfederung.

Stoiber: Ich habe als Ministerpräsident seit 1993 von 4,2 Milliarden Euro Privatisierungserlösen rund drei Milliarden in die Forschung und in die Hochschulen investiert. Das hat sich ausgezahlt. Bayern ist heute deutschlandweit ein Spitzenstandort. Unsere Universitäten sind in allen Rankings vorn. Aber wir brauchen eine noch höhere Qualität im internationalen Maßstab. Der Staat kann das heute nicht mehr alles alleine leisten. Deshalb halten wir Studiengebühren für unerlässlich.

SZ: Die Frage war aber: Wie stellen Sie sich die soziale Abfederung vor?

Stoiber: Wir stellen sicher, dass jeder, der studieren will, auch studieren kann. Wir dürfen das aber nicht nur aus dieser Perspektive sehen. Die Gebühren werden vor allem zu einer Verbesserung der Universitäten führen, denn das Geld wird ausschließlich den Hochschulen zur Verfügung stehen. Kein einziger Euro davon geht in den Staatshaushalt. Und kein einziger Euro aus dem Staatshaushalt für die Unis wird deshalb gekürzt. Das heißt, die Kunden, also die Studenten, fördern denjenigen, der ihnen dafür eine bessere Dienstleistung bietet. In welcher Größenordnung die Gebühren liegen werden, wann wir beginnen und wie ein Stipendien- und ein Darlehensmodell ausgestaltet wird, das ist alles noch offen.

SZ: Ihr Wissenschaftsminister sagt: Start ist im Wintersemester.

Stoiber: Es gilt Qualität vor Zeitdruck. Erst muss der Wissenschaftsminister mit den Studenten und mit den Universitäten reden. Dann werden wir uns eng mit den Ländern abstimmen, die auch Studiengebühren einführen wollen. Klar ist: Wer es sich leisten kann, soll auch Studiengebühren zahlen. Und der Begabte wird durch Stipendien entlastet.

SZ: Und der Bedürftige?

Stoiber: Es wird auf jeden Fall eine soziale Ausgestaltung geben. Das Beste wäre, wenn die Länder ein Darlehensmodell anbieten würden. Die Kosten für ein Studium könnten dann später zurückgezahlt werden. Das sind Kosten von 4000 bis 5000 Euro für das Studium in der Regelstudienzeit. Übrigens muss jeder Geselle, der die Meisterprüfung macht, genauso viel zahlen - aus eigener Tasche.

SZ: Warum liegen die Pläne dafür nicht schon längst in der Schublade?

Stoiber: Wir mussten hier erst das Urteil des Verfassungsgerichtes abwarten.

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