Jagdsaison an der Uni: Wie Professoren Plagiate aufspüren.

Das waren vielleicht noch Zeiten. Arbeitsreiche Zeiten, mag man vermuten. Zeiten, in denen ein Student mit spitzem Bleistift, Papier und viel Zeit im Gepäck die Bibliotheken abgeklappert hat, um seine Haus-, Magister- oder Examensarbeit vorzubereiten.

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Im Zeitalter von Laptop, Internet und Co. eine Tugend, die vielen Studenten abhanden gekommen zu sein scheint. Das bemängeln zumindest immer mehr Hochschulprofessoren und Lehrer. "Durch das Internet ist es sehr einfach geworden zu schummeln", bedauert Professor Klaus Beck vom Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik an der Johannes Gutenberg-Universität-Mainz.

Oft habe er feststellen müssen, dass bei ihm eingereichte Arbeiten zum Teil aus anderen Abhandlungen und Essays zusammen geschustert waren. Seit einem Jahr schlägt er "professionell" zurück; und zwar mit einer speziellen Software, dem "Plagiarism Finder". Mit ihm lässt Beck fremde Textfragmente suchen und finden. Unter seinen Studenten habe sich mittlerweile herumgesprochen, dass Qualifikationsarbeiten auf "Herz und Nieren" geprüft würden.

Schummlern und Betrügern droht nichts Gutes: "Wer ertappt wird, bekommt - so wie es die Prüfungsordnung in Mainz vorschreibt - die Note mangelhaft", berichtet Beck. "In den vergangenen Jahren haben wir häufig feststellen müssen, dass geschummelt und getrickst wurde. Diese Täuschungsversuche fallen vor allem dann auf, wenn besonders ungewöhnliche Formulierungen verwendet werden", berichtet Professor Friso Wielenga, Direktor des Zentrums für Niederlande-Studien, in Münster.

Am Institut für Niederländische Philologie der Westfälischen Wilhelms-Universität-Münster haben Abschreiber mit scharfen Konsequenzen zu rechnen: Bei Abgabe ihrer Arbeiten haben die dortigen Studenten eine Erklärung zu unterschreiben, wonach sie versichern, die Inhalte selbstständig verfasst zu haben. Handelt es sich bei einer Hausarbeit nachweislich um ein Plagiat, wird sie als ungenügend bewertet, es wird kein Leistungsnachweis ausgestellt und eine Wiederholung der Arbeit ist im selben Semester nicht möglich.

Das Aufdecken von Täuschungsversuchen hat mittlerweile der Hochschulverband in einer Resolution "zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis" zur Chefsache erklärt. "Es gibt kein Unrechtsbewusstsein mehr bei Schülern und Studenten", ist sich Gunter Wielage, Vorstandsvorsitzender der Paderborner Mediaphor Media GmbH, sicher. Seine Firma brachte den "Plagiarism Finder" jüngst auf den Markt.

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(dpa, von Guyves Sarkhosh)