Miete, Essen, bisschen Weggehen: Wie viel Geld braucht man im Studium? Fünf Studenten haben für sueddeutsche.de einen Monat lang Buch über ihre Ausgaben geführt - und waren schockiert.
Hier 1,55 Euro für ein Mensa-Essen, da drei Euro für ein Bier am Abend: Studenten sind es gewohnt zu sparen. Dennoch summieren sich ihre Ausgaben am Ende auf stattliche Summen.
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sueddeutsche.de hat fünf Studenten verschiedener Fachrichtungen gebeten, einen Monat lang Buch über ihre Ausgaben zu führen. Ergebnis: Wer nicht zuhause wohnt, braucht deutlich mehr als 700 Euro. Bei manchen belasten hohe Materialkosten fürs Studium das Budget.
Nicht einberechnet wurden Rückmelde- und Verwaltungsgebühren sowie Studiengebühren. Wenn man das berücksichtigt, müssten je nach Studienort etwa nochmal 100 Euro monatlich auf die Ausgaben dazu gerechnet werden. (An der Uni Stuttgart fallen pro Semester zum Beispiel 111,10 Euro für Verwaltungsgebühren an, die neuen Studiengebühren liegen bei 500 Euro).
Alle Studenten jobben nebenher, um über die Runden kommen. Studiengebühren, sagen sie, würden daher zu Lasten ihres Studiums gehen: Sie müssten mehr arbeiten und bräuchten dadurch länger bis zum Abschluss.
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Bruce Springsteen in Frankfurt
war Studieren nicht einfach - auch wenn ich die Zeit niemals missen möchte, war sie doch eine der schönsten des Lebens.
Wenn ich mir nun aber meinen Neffen anschaue (studiert VWL in München), habe ich echt Bedenken, ob das eine schöne Zeit für ihn ist. Er hat 600 (etwa 200 Bafög und 400 durch Nebenjob) zum leben und wohnt in einem 9qm-Kabuff, welches dringend grundsaniert werden müßte. Mein Bruder, seine Eltern, haben nicht viel Geld, können ihm daher kaum etwas zusteuern.
Das Studium selbst scheint auch härter geworden zu sein als 1989 - nur Klausuren, Klausuren, Klausuren, zwischendurch eine Hausarbeit. Als ich ihn fragte, wann er zuletzt Urlaub gemacht hätte, hat er nur gelacht.
Den jetzigen Studenten auch noch 500 Studiengebühr (und offensichtlich ist da die Verwaltungsgebühr noch gar nicht drin) abzuknöpfen, erscheint mir eine einzigartige Frechheit! Darf man denn heute gar keine Freude mehr am Studium haben?
Es ist doch völlig sinnlos, nur einen Monat zu betrachten. Zumindest bei mir (ich bin kein STudent, versuche aber auch mit wenig auszukommen, da ich arbeitslos bin)
schwanken die Ausgaben von Monat zu Monat beträchtlich. So wenig "sonstiges" halt ich für unrealistisch. Das ist ein sehr großer Posten, da steckt soviel drin (z.B. bei mir Kosten für Gesundheit von 50 Euro, irgendwelche Anschaffungen sind immer mal nötig, Klamotten bei mir sehr wenig).
Es gibt im laufe eines Jahres sicherlich mal einen Monat, in dem dieser Posten so gering ist, wie in diesen Beispielen, aber das ist die Ausnahme. Wenn man mich gerade in diesem Monat gebeten hätte, die Aufstellung zu machen, wäre vielleicht was ähnliches rausgekommen. Aber der Durchschnitt übers Jahr ist einiges höher.
Auch weil gewisse Summen nur einmal im Jahr anfallen, sind wirklich aussagekräftig nur die Bilanzen, die über ein ganzes Jahr geführt werden !
Das Mittel von 700 Euro für Studenten mit eigenem Haushalt ist sehr realistisch - wenn auch sehr knapp bemessen. Schließlich gehen gut 300 Euro oft für Miete und Nebenkosten drauf und die restlichen 400 braucht man, um zu leben. Ich rechne selber mit 90 Euro, die ich pro Woche brauche für Essen, Einkäufe und hin und wieder mal ein Bier oder seltener Kino. 90 Euro mag für manche viel klingen, aber es sind nur ca. 13 Euro pro Tag. In der Uni verschwinden schnell 2 Euro am Tag im Kaffeeautomaten und drei bis vier Euro in der Mensa und dann ist es gerade mal Mittag. Eigentlich erschreckend, weil man glauben möchte, dass man auch schon mal mit 3 Euro am Tag auskommen müsste, aber davon kann man sich ja nicht mal nen Döner kaufen.
Wie dem auch sei, ich schätze meine Mindeskosten pro Monat als Journalismus-Diplomand in Darmstadt auf 1200 Euro. Allerdings entsprechen eine eigene Wohnung, ein Auto und Klaviermiete samt Unterricht nicht üblichen studentischen Verhältnissen.
Darauf können wir uns gerne einigen!
Muß auch zugeben, daß ich das Glück habe
den Job freiwillig zu machen und nicht aus
finanziellen Nöten, sprich meine Eltern könnten
und würden mich 100% unterstützen. Das nimmt eine
ganze Menge von dem Druck.
Schlimm finde ich es halt nur, wenn Studenten
1000Euro monatlich verschleudern, dabei zu 90% von
den Eltern leben und dann noch jammern, wie hart
das Leben doch ist!
MfG
Nach deinen Aussagen darf ich dich nämlich durchaus in das obere Ende der Skala der Medizinstudenten einordnen. Ich kenne hier eine ganze Menge Medizinstudenten (die noch nicht soweit sind wie du), die nicht den leisesten Schimmer haben, wie sie neben ihrem Medizinstudium auch noch ganze 15h in der Woche arbeiten sollen. Die Dinge scheinen später im Klinikum ja sehr entspannt abzulaufen - was mir ziemlich neu ist, anscheinend ist das auch wiederum abhängig von der Uni. Nun, ich halte es jedenfalls für grundsätzlich ziemlich "unpraktisch", daß Studenten neben ihrem Studium noch 15 Stunden arbeiten müssen, um sich zu finanzieren. Von Berufsschülern und anderen erwartet man das schließlich auch nicht. Nun - bei mir damals im Studium war das auch nicht anders - und das war gut so - aber es ging damals schon zu Lasten der Studiendauer. Aber nur dadurch konnte ich mir gleichzeitig die Exzellenz aufbauen, die ich heute im Beruf täglich brauche - mit einem reinen Studium wäre auch ich nur ein einfacher Fachidiot geblieben. Wie ich mitlerweile aber täglich sehe, sind die Belastungen in manchen Studiengängen ungleich höher, als es bei mir damals war - und ein Zuckerschlecken war es bei mir damals schon nicht. Insofern - unabhängig davon ob du oder andere es hin und wieder schaffen, sogar während eines Medizinstudiums noch 15h pro Woche zu arbeiten - als gut und richtig, daß es so ist, sehe ich das definitiv nicht an.
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