Bei dem geplanten neuen System könnten sich die Bewerber am Internet zentral für mehrere Studiengänge und Universitäten bewerben. Derzeit schicken sie ihre Unterlagen einzeln an jede Hochschule. Sowohl die Bewerber als auch die Uni-Verwaltungen hätten jederzeit eine Übersicht über den aktuellen Stand eines Bewerbungsverfahrens. Zuständig für das neue System ist die Stiftung für Hochschulzulassung. Die frühere Zentralstelle zur Vergabe von Studienplätzen (ZVS) existiert nicht mehr, sie ist in die Stiftung umgewandelt worden.
Anzeige
Deren Stiftungsrat, in dem Vertreter der Hochschulen und der Kultusminister sitzen, beriet am Donnerstag über die technischen Probleme. "Das System funktioniert nicht", sagte die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD). Sie muss nun damit rechnen, dass es sogar im Jahr 2013, wenn in Nordrhein-Westfalen wegen des verkürzten Gymnasiums (G 8) ein doppelter Abiturjahrgang an die Unis drängt, noch immer Fehler und Tücken bei der Technik geben kann.
Derzeit gibt es Probleme vor allem an Universitäten, deren Verwaltung noch mit einer alten Software-Version des Anbieters Hochschul-Informations-System GmbH arbeitet. Sie lässt sich bisher offenbar nicht richtig anpassen an die neue, bundesweite Zulassungssoftware, die von der Firma T-Systems entwickelt worden ist. Die Rede ist von "Schnittstellen-Problemen". Als besonders schwierig hat sich der Abgleich von Bewerbungen in Studiengängen mit mehr als einem Studienfach erwiesen, beispielsweise bei Lehramtsstudiengängen.
Nur ein Teil der deutschen Hochschulen soll sich nun im Wintersemester 2012/13 zunächst an einem "Pilotbetrieb" beteiligen. Entscheidend für den Erfolg des neuen Systems ist es jedoch, dass möglichst alle Universitäten und Fachhochschulen mitmachen.
Die Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bundestag, Ulla Burchardt (SPD), rechnet damit, dass etwa 150 von etwa 300 Hochschulen entweder noch gar nicht oder zumindest nicht risikolos an dem neuen Verfahren teilnehmen könnten. Sie spricht von einer "traurigen Fortsetzung des Zulassungschaos". Leidtragende seien die Studienbewerber.
Scharfe Kritik kommt auch von den Grünen. Deren hochschulpolitischer Sprecher, Kai Gehring, nannte das "fortdauernde Versagen" bei der Studienzulassung das Ergebnis "organisierter Verantwortungslosigkeit". Er warf Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) vor, das Durcheinander als "Zaungast" zu beobachten - statt als Krisenmanagerin einzugreifen.
In den vergangenen Monaten hatte es zudem immer wieder Streit um die Kosten des neuen Bewerbungsverfahrens gegeben. Die 15 Millionen Euro des Bundes reichen nicht für den laufenden Betrieb. Die Hochschulen sehen vor allem die Bundesländer in der Pflicht.
Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2
- Urteil zur Medizin-Studienplatz-Vergabe Sechs Jahre Warten ist zu lang 30.09.2011
- Vor dem Studium Wie das Wartesemester zum Vorteil wird 07.09.2011
- Klagen von Studenten Zulassung zum Master-Studium gerichtlich erkämpft 11.07.2011
- Zentrales Studienplatz-Vergabesystem Weit mehr als nur ein technisches Ärgernis 16.12.2011
- Konflikte um Studiengebühren Bayerns Unis horten Millionen 15.12.2011
- Technische Universität München Studieren im Gewerbegebiet 14.12.2011
- Grünen-Vorwurf zu Studiengebühren Bayerns Hochschulen sollen Millionen horten 12.12.2011
(SZ vom 16.12.2011/tina)
Umweltstiftung WWF in der Kritik
Ich kann es nicht mehr hören. Meistens sind die Hörsäle nur in der ersten oder zweiten Woche des Semesters überfüllt. Dann bleiben immer mehr StudentInnen zuhause. Vermutlich weil die ProfessorInnen so langweilig sind und/oder weil sie nichts Wesentliches zu erzählen haben oder weil sie ihren Stoff auch nur mäßig beherrschen oder alles vom Blatt ablesen und weil Hochschuldidaktik nfür viele ein Fremdwort ist usw. Oder weil das Studium durch die Bachelor-Unsinn so verschult wurde, dass jedermannIn nur noch Widerstand dagegen entwickelt.
Außerdem: wie ist es möglich in einem so reichen Land wie Deutschland kein Geld für ein paar mehr Hörsäle zu haben? Wo versickert eigentlich das ganze Geld für die Bildung? Und warum kann man nicht für ein paar Euro im Notfall ein nahe gelegenes Kino mieten oder warum stellt die Stadt nicht ihren Rathaussaal oder sonstige Sitzungszimmer für ein paar Seminare zu Verfügung? Oder warum nimmt man nicht auch den Freitag und den Samstag für Uni-Veranstaltungen mit in Anspruch? Oder warum lässt man das Wintersemester nicht einen Monat früher beginnen und dann das Sommersemester entsprechend länger laufen? Warum gibt es keine Vorlesungen und Seminare, welche nur ein halbes Semester laufen, weil dann der Stoff ausreichend durchgekaut ist und in der zweiten Hälfte des Semesters kann dann in demselben Hörsaal eine weitere Veranstaltung stattfinden? Und wo bleibt die kreative Phantasie der Verantwortlichen? Oder darf man das von Bürokraten nicht erwarten?
das ist für den IT Standort Deutschland mehr als peinlich, die ausführende Klitsche sollte sofort von dem Projekt entfernt werden und Fachleute geholt, die das dann in wenigen Tagen online bringen. Was soll solch eine Software schon grossartig leisten ? Eine kleine Datenbank mit nur ein paar Millionen Sätzen, lächerlich, das kleinste SAP System mit dem zB Kaugummiautomaten verwaltet werden ist tausendmal komplexer ! Wer sowas mit 15 Mio euro nicht auf die Reihe bekommt ist ein betrüger !
...sowas. Da braucht man sich nicht wundern, wenn die besten Köpfe schnell ins Ausland gehen um dort zu studieren und dann gleich dort bleiben, weil die Rahmenbedingungen deutlich besser sind. Und dann kommt das gejammere über fehlende Experten im eigenen Land.
Hausgemachte Probleme Version 5.0 - Ende nicht in Sicht...