Studienbewerber müssen sich oft so fühlen, als seien sie Teilnehmer beim Spiel "Reise nach Jerusalem": Jedes Semester kämpfen sie um unbesetzte Stühle, doch es gibt immer zu viele Mitspieler.
Studienbewerber müssen sich oft so fühlen, als seien sie Teilnehmer beim Spiel "Reise nach Jerusalem": Jedes Semester kämpfen sie um unbesetzte Stühle, doch es gibt immer zu viele Mitspieler. Früher hat die ZVS, die Zentralstelle zur Vergabe von Studienplätzen, den Mangel hoheitlich verwaltet und schickte die Studienanfänger quer durch die Republik. Endlich haben die Hochschulen nun die Freiheit, sich ihre Studenten selbst auszusuchen. Doch es ist erschreckend, wie einfach es sich die Politiker bei der Reform gemacht haben.
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Das Durcheinander in den neuen Zulassungsbüros der Hochschulen ist groß. Die Ursache dafür ist, dass es nach wie vor keine bundesweite Koordinationstelle zum Abgleich freier Plätze gibt. Viele Studenten bewerben sich an mehreren Unis, diese können daher kaum abschätzen, wie viele ihrer Wunschkandidaten wirklich zu ihnen kommen. Am Ende bleiben sogar Tausende Plätze frei oder werden zu spät nachbesetzt. Eine Ineffizienz, die sich Deutschland nicht länger leisten kann. Bereits 2010 wird es wegen der verkürzten Gymnasialzeit einen Studentenandrang ohnegleichen geben.
Trotz dieser Warnsignale will das Gerangel zwischen Politikern, Hochschulen und ZVS nicht enden. Die ZVS hat nun eine verbesserungswürdige, aber pragmatische Lösung vorgelegt, wie sie als zentrale Servicestelle die Unis bei der Auswahl der Studenten unterstützen könnte, ohne deren Autonomie anzugreifen. Schlimm genug, dass sich die Politiker nicht dazu durchringen konnten, alle Hochschulen auf eine Teilnahme am Angebot der ZVS festzulegen. Jetzt sind die Hochschulen selbst in der Pflicht, nicht mehr länger auf Zeit zu spielen. Sonst spielen sie auch mit der Lebenszeit der Studenten.
- Kampf um den Studienplatz Magna cum Chaos 29.01.2009
(SZ vom 29.1.2009/bön)
Verkehrssünderdatei in Flensburg
wird es erst richtig interessant in diesem Artikelchen. Der ZVS wurde also die Kompetenz genommen Studienplaetze zu vergeben aber dennoch gibt es sie noch immer...und sie moechte jetzt gern das wieder tun was ihr vor Jahren entzogen wurde, naemlich Studienplaetze vergeben. Jetzt aber natuerlich im 21 Jhdt als "Servicestelle", nicht mehr als "Vergabestelle". Man fragt sich was sie bisher so alles getan hat, so ganz ohne Kompetenzen und so....
Und die Autorin kehrt nach nur einem Paragraph wieder dahin zurueck wo Deutschland schon vor Jahrzehnten war: Die ZVS soll die Studienplaetze vergeben, und wer in Muenchen studieren will aber einen Platz in Rostock oder Saarbruecken bekommt, der muss sich halt damit abfinden. Ist ja kein Wunschkonzert hier. Das sind doch mal Loesungen - wir machen es wieder so wie es frueher war - anstatt die Unis in die Pflicht zu nehmen.
An der FH in München zahlt man nun inkl. Studentenwerksbeitrag fast 600Euro pro Semester. Geändert hat sich aber leider nichts seitdem. Man sitzt immer noch auf dem Gang, wenn man das Glück hat, einen Stuhl aus dem Nachbarsaal zu ergattern. Auch sonst hat sich im Grunde nichts geändert, was "die Lehre verbessern" würde...Das ist kein Zustand! Bin ich froh, dass ich jetzt fertig damit bin...
Neueste Studien haben gezeigt, dass 64% der Studenten nur deshalb auf eine Uni gehen, um nicht Arbeiten zu müssen. Deshalb sind auch die Magisterstudiengänge überproportional beliebt. Hier kann man sich einschreiben und bis zu 10 Semester verbringen ohne auch nur eine einzige Prüfung zu schreiben.