Hamburger Modell
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Sicher dagegen ist, dass die wenigsten Studenten bereit sind, ein Darlehen aufzunehmen und sich zu verschulden. In Baden-Württemberg vergab die landeseigene L-Bank in diesem Sommersemester gerade einmal 5000 Kredite - dies entspricht etwa 2,5 Prozent der gebührenpflichtigen Studenten.
In Hamburg plant die schwarz-grüne Koalition derweil ein ganz neues Modell. Sie will die Gebühren von 500 auf 375 Euro im Semester reduzieren und erst nach Ende des Studiums kassieren, wenn die Absolventen genügend Geld verdienen. Zinsen für Darlehen entfielen; außerdem würden viele Eltern entlastet werden, die bisher bei den Studiengebühren einspringen.
Das Hamburger Modell kann den Grünen helfen, langfristig auch in anderen Bundesländern den Weg für Bündnisse mit der Union zu bereiten. Die SPD hingegen (die mit Peter Glotz einmal einen großen Befürworter von Gebühren in ihren Reihen hatte) beharrt auf ihrem strikten Nein zu Studiengebühren. In Hessen will sie demonstrieren, wie ernst es ihr damit ist.
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(SZ vom 3.6.2008/bön)
Eurovision Song Contest
Wie kann der Autor dieses Artikels allen Ernstes in Zweifel ziehen, dass ein Student, der selbst kein Vermögen hat, und dessen Eltern auch nicht "aushelfen" können, durch Studien-Gebühren abgeschreckt wird, und dass die Möglichkeit eines Darlehens daran überhaupt nichts ändert? Das Aufnehmen eines Kredits als "Investion" in die eigene Zukunft? Das Wort "Hypothek" trifft es wohl weit besser...
In welcher Welt leben die Befürworter von Studiengebühren eigentlich? Das ist der gleiche Irrsinn wie die in den USA bis vor kurzem beliebte Masche, Leuten den Kauf eines vollständig fremdfinanzierten Hauses aufzuschwatzen. Glücklicherweise sind hier in Deutschland die meisten Bezieher niedriger Einkommen weitaus vernünftiger.
Bezeichnend ist es im übrigen, wie oft diejenigen, die sich für Studiengebühren aussprechen, gleichzeitig Steuersenkungen fordern. Es geht um den Erhalt der Privilegien für die eigene Gesellschafts- und Einkommensschicht, um die (verständliche) Absicht, den eigenen Kindern Vorteile gegenüber anderen zu verschaffen. Zum Glück sieht es nun doch so aus, als ob sich die Mehrheit der Bevölkerung nicht auf Dauer von dieser massiven Propaganda einwickeln lässt.