Hamburger Modell

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Sicher dagegen ist, dass die wenigsten Studenten bereit sind, ein Darlehen aufzunehmen und sich zu verschulden. In Baden-Württemberg vergab die landeseigene L-Bank in diesem Sommersemester gerade einmal 5000 Kredite - dies entspricht etwa 2,5 Prozent der gebührenpflichtigen Studenten.

In Hamburg plant die schwarz-grüne Koalition derweil ein ganz neues Modell. Sie will die Gebühren von 500 auf 375 Euro im Semester reduzieren und erst nach Ende des Studiums kassieren, wenn die Absolventen genügend Geld verdienen. Zinsen für Darlehen entfielen; außerdem würden viele Eltern entlastet werden, die bisher bei den Studiengebühren einspringen.

Das Hamburger Modell kann den Grünen helfen, langfristig auch in anderen Bundesländern den Weg für Bündnisse mit der Union zu bereiten. Die SPD hingegen (die mit Peter Glotz einmal einen großen Befürworter von Gebühren in ihren Reihen hatte) beharrt auf ihrem strikten Nein zu Studiengebühren. In Hessen will sie demonstrieren, wie ernst es ihr damit ist.

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(SZ vom 3.6.2008/bön)