Die Universität Regensburg verplant fast ein Zehntel der Gebühren für Verwaltung und Prozesskosten, weil sie eine Klagewelle auf Beitragsbefreiung erwartet. In Nordrhein-Westfalen, wo "Studienbeiträge" seit dem Wintersemester erhoben werden, vermisst das gebührenfreundliche Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) an einigen Hochschulen zudem einen "übergreifenden strategischen Gesamtzusammenhang" bei der Vergabe der Gelder.

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Weitgehend zufrieden mit der Mitsprache bei der Verwendung der Gebühren ist der Asta der Technischen Universität (TU) München. Die Kommissionen seien zur Hälfte mit Studenten besetzt, in der sogenannten Präsidialkommission hätten sie immerhin eine "Drittelparität", sagt Asta-Mann Andreas Haslbeck. Die Studenten haben sich früh in die Vergabediskussion eingemischt und dafür auch harsche Kritik einstecken müssen. Sie bastelten sogar an einem eigenen "Studiengebührensystem", gaben aber in dem Papier vorab ihre Bedenken zu Protokoll, denn eigentlich seien sie nach wie vor gegen die Gebühren.

An der TU gehen drei Viertel der Gelder an die Fakultäten, 15 Prozent gibt die Hochschule für zentrale Vorhaben aus, zehn Prozent fließen in den Sicherungsfonds. Auch an der TU gilt: Geld gibt es nur für ein schlüssiges Konzept. Und das muss auch die Frage beantworten, wie sich überprüfen lässt, ob sich danach die Studienbedingungen tatsächlich verbessert haben. Ein Qualitätsmanagement sei fest verankert, sagt Rudolf Bauer, der zuständige TU-Mitarbeiter, auch die Studenten sollen an dieser Erfolgskontrolle beteiligt sein.

Ein Didaktik-Führerschein

Die zweistufige Begutachtung der Konzepte ist abgeschlossen, mittlerweile haben die Fakultäten das Geld überwiesen bekommen. Sie stellen damit zusätzliche Dozenten an, bezahlen Korrekturassistenten und studentische Tutoren; außerdem wird die Arbeit der Studiendekane gestärkt. Sachmittel gehen in den Ausbau der Bibliotheken, in einigen Fakultäten in die Laborausstattung für Praktika. Zentral will die TU Kurse anbieten, in denen Dozenten und Tutoren eine Art Didaktik-Führerschein machen können. Abgelehnt indes haben die Studenten zum Beispiel ein Projekt, das wie Haslbeck sagt, aus dem Elite-Uni-Wettbewerb "rübergeschwappt" sei. Das Vorhaben, in dem es um die wissenschaftliche Begleitung der Studentenauswahl geht, ist vorerst zurückgestellt.

Die Fachhochschule München wird mit den Gebühren nach eigenen Angaben die Studienberatung personell und räumlich ausbauen, den Medienbestand der Bibliotheken vergrößern und die Öffnungszeiten ausweiten. Eine externe Sprachenschule soll kostenlos Englischkurse anbieten, über Anträge für bessere Hörsaalausstattungen etwa und eine Summerschool soll Mitte März abschließend beraten werden, auch hier mit paritätischer Beteiligung der Studierenden. Die Fakultäten wollen mehr Lehrbeauftragte und Tutoren sowie zusätzliche Exkursionen finanzieren.

Ob sich mit den gebührenfinanzierten Projekten tatsächlich die Lehre verbessert, hängt nicht unwesentlich von den Bezugsgrößen ab. Zum großen Teil, kritisiert zumindest Thomas Honesz vom LMU-Asta, lasse sich gerade mal ein alter Status Quo wiederherstellen - ein Zustand wie in der Zeit, bevor die große Kürzungswelle über die bayerischen Hochschulen hinwegrollte. Gebühren hin, Gebühren her, auch Haslbeck sieht neue Probleme kommen, sollte der Staat sich weiter aus der Finanzierung der Hochschulen zurückziehen.

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  1. Millionen für die Fakultäten
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(SZ vom 7.3.2007)