Eine Verbesserung der Lehre? Die Münchner Hochschulen haben jetzt entschieden, was sie mit den Studienbeiträgen finanzieren wollen.
Klar, wenn man die Kriterien nur weit genug fasst, lässt sich auch ein warmer Hörsaal als eine Verbesserung in der Lehre sehen. Die Ulmer Studenten allerdings sehen das ein wenig enger. Weil die Universität angeblich mit den jetzt fälligen Studiengebühren einen Teil ihrer Energiekosten decken wollte, überreichten sie der Leitung symbolisch ein paar Holzscheite; die Gebühren seien schließlich nicht zum Verheizen da.
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Vielleicht ist dies ein besonders krasses Beispiel für geplanten Missbrauch und insofern eine Ausnahme. Doch der Argwohn regiert allenthalben, ob die Gebühren bestimmungsgemäß eingesetzt werden - als "Drittmittel für die Lehre", wie die Verantwortlichen immer wieder beteuern. Auch in München haben die Hochschulen mit der Verteilung begonnen, längst mussten die Studenten für das kommende Semester zahlen, an der Universität München (LMU) beispielsweise lief die Frist bis Anfang März. Anlass genug, nach der geplanten Verwendung der Gelder zu fragen.
Der Streit darum zumindest hatte an der LMU schon früh begonnen - und damit ist nicht gemeint, dass der Asta und mit ihm viele Studenten stets gegen die Einführung der Gebühren protestiert hatten. An der Entscheidung darüber nämlich, was mit den Einnahmen im Einzelnen passiert, seien die Studenten "in angemessener Weise zu beteiligen", heißt im bayerischen Hochschulgesetz.
Doch was ist angemessen? Der LMU-Asta pochte auf eine paritätische Besetzung der zuständigen Kommissionen, was zunächst zu Auseinandersetzungen mit der Hochschulleitung geführt habe, sagt zumindest Asta-Vorsitzender Thomas Honesz. Unterstützung hätten die Studenten ausgerechnet von der CSU im Landtag bekommen - eine denkwürdige Allianz. Jetzt ist per Satzung festgelegt, dass die zwölfköpfigen Gremien, die über die Vergabe entscheiden, tatsächlich zur Hälfte mit Studenten besetzt sind.
Geld gegen Konzept
Solche Kommissionen gibt es in jeder Fakultät, aber auch für die gesamte Universität. Sie sollen jeweils die besten Vorschläge zur Verwendung der Gelder auswählen. Für zentrale Projekte kann die LMU etwa 3,5 Millionen Euro ausgeben, an die Fakultäten gehen zusammen rund 10,5 Millionen. Diese Summen seien jedoch nur vorläufige Schätzungen, sagt LMU-Sprecherin Luise Dirscherl, denn noch sei nicht klar, wie viele Studenten von den Gebühren befreit würden. Von diesen Summen seien schon etwa sechs Prozent für Verwaltung und zehn Prozent für einen Sicherungsfonds abgezogen, der Ausfallrisiken bei der Rückzahlung von Studiendarlehen abdecken soll.
In den Fakultäten soll das Geld zum Großteil in - oft befristete - Personalstellen oder Jobs für Tutoren fließen. Bei den zentralen Projekten geht etwa die Hälfte des Geldes an die Unibibliothek, die damit ihre Öffnungszeiten deutlich ausweitet und ihren Buchbestand aufstockt. Außerdem baut die LMU das Fremd- und Fachsprachenprogramm aus; kleinere Beträge gehen an das Auslandsamt, das seine Beratung zu Auslandsaufenthalten ausbaut, das Lehrerbildungszentrum, in die Frauenförderung und eine Verbesserung der Hörsaaltechnik.
"Mit Bauchschmerzen" hätten die Studenten zugestimmt, sagt Honesz, dass eine vergleichsweise geringe Summe auch zur Sanierung von Hörsälen verwendet wird. Auch wenn das eigentlich Sache des Staates sei: Es sei nicht zu verkennen, dass die LMU unter großer Raumnot leide. Es gehe bei den gebührenfinanzierten Baumaßnahmen auch nicht um den Bestandserhalt, sagt LMU-Sprecherin Dirscherl, sondern um Renovierungen und eine Ausweitung der Kapazitäten.
Andere Hochschulen gehen offenbar weniger zimperlich mit den Gerühren um, die Liste der Beanstandungen jedenfalls ist lang. In Göttingen und Hannover, so spottete die Tageszeitung, sollten Studenten "zu Bauherren" werden; die Universitäten planten, Millionen Euro aus dem Gebührenaufkommen "in Beton" zu investieren. Andernorts sei das Geld dafür vorgesehen, nicht zusätzliche, sondern längst bestehende Projekte zu bezahlen, bei denen jetzt die Finanzierung wegbricht.
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das Institut für Komparatistik an der LMU scheint auch der überzeugung zu sein, die lang nicht genehmigte Klimaanlage für ein paar Kellerräume nun endlich mit studentischen Geldern finanzieren zu dürfen (neben einigen sinnvollen anderen Investitionen).
Fein, dann schlafen die bis zu 35 (es wurden auch schon knapp 50 Studenten gesichtet) Teilnehmer mit kalten Füßen in Seminaren von ob der schieren Teilnehmerzahl fragwürdigen Qualität, anstatt im Sommer zu schwitzen. Auch der Vortrag der Lehrenden wird sich gegensätzlich proportional zur Temperatur im Raum unglaublich steigern, was die Qualität angeht, n'est-ce pas?
www.komparatistik.uni-muenchen.de, Stichwort "Verwendung der Studienbeiträge"