Die Verwendung der Studiengebühren hat eine heftige Debatte ausgelöst. Kritiker meinen, dass das Geld zweckentfremdet wird. Kultusminister und Hochschulen bestreiten das.
Der Tagesspiegel aus Berlin hatte berichtet, dass an einigen Hochschulen die Studiengebühren nicht wie geplant für die Verbesserung der Lehre verwendet würden. So schaffe die Uni Göttingen mit dem Geld Sportgeräte an und baue für drei Millionen Euro ein neues Seminarzentrum, während die Fachhochschule Hildesheim/Göttingen mit 300.000 Euro aus den Beiträgen der Studenten ein Haushaltsloch stopfe.
Niedersachsens Kultusminister Lutz Stratmann verteidigt die Verwendung der Studiengebühren. (© Foto: dpa)
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Mike Niederstraßer vom Aktionsbündnis gegen Studiengebühren sieht die Befürchtungen bestätigt, dass Studiengebühren genutzt würden, um Haushaltslöcher zu stopfen. Er sagte gegenüber sueddeutsche.de: "Tutorien wurden bisher über Haushaltsmittel bezahlt, jetzt mit den Studiengebühren." Das Geld, das dadurch frei werde, werde für andere Zwecken genutzt, die nicht mit den Studiengebühren gezahlt werden dürfen. "Es wird auf alle Fälle getricktst."
Auch die SPD und die Grünen kritisierten die Nutzung der Studiengebühren. Gabriele Heine-Kljajic, Hochschul-Expertin der Grünen-Landtagsfraktion sagte, dass es von vornherein klar gewesen sei, dass die Landesregierung durch die Studiengebühren Kürzungen kompensieren wolle. Es seien andere Finanzierungskonzepte notwendig. Heine Kljajic: "Das Land darf sich nicht aus seiner Verantwortung stehlen." Sie forderte die Einführung eines Bildungsfonds.
Der niedersächsische Hochschulminister Lutz Stratmann verteidigte die Verwendung der Mittel: "Wenn ein Seminarraum vergrößert wird oder neue technische Geräte angeschafft werden, dann dient das der Verbesserung der Studienbedingungen."
Zumindest der Asta-Vorsitzende der Uni Göttingen, Andre Dorenbusch, sieht das ähnlich. Zwar sei ihm der Kauf von Sportgeräten noch gar nicht bekannt, aber es handele sich nicht unbedingt um einen zweckentfremdete Nutzung, sagte er zu sueddeutsche.de. "Wenn das zu einer Angebotserweiterung im Hochschulsport kommt, ist das eine Verbesserung der Lehre."
Auch hätten die Studenten über die Mittelverwendung mit entschieden. Das entsprechende Gremium ist zur Hälfte mit Studenten besetzt. "Es wird nicht im großen Stil Schmu betrieben", ist Dorenbusch sicher.
Die 300.000 Euro, mit denen nach Angaben des Tagesspiegel ein Haushaltsloch gestopft wurde, wurden nach Angaben der Fachochschule Hildesheim/Göttingen verwendet, um Dozenten und Laboranten-Stellen zu finanzieren.
In einem Papier der Hochschule findet sich der Hinweis, dass zwischen 2000 und 2004 20 neue Stellen geschaffen wurden, die jetzt mit 300.000 Euro aus Studiengebühren finanziert werden sollen. Neun dieser Stellen hätten demnach "zur Verbesserung der Lehre und der Studienbedingungen geführt".
Damit werden die Studiengebühren zwar für die Lehre genutzt, faktisch wird aber keine Verbesserung erreicht, da die Stellen deutlich vor der Einführung der Studiengebühren geschaffen wurden. Diese werden nun genutzt, die Unterfinanzierung der Vergangenheit auszugleichen.
In Niedersachsen werden seit diesem Semester von neuen Studenten 500 Euro Studiengebühren erhoben, die Summe wird auf acht bis neun Millionen Euro geschätzt. Ab dem kommenden Semester müssen alle Hochschüler zahlen. Die Landesregierung schätzt, dass dann rund 125 Millionen Euro jährlich an die Hochschulen fließen werden.
Auch in anderen Bundesländern wird die Verwendung der Studiengebühren kritisiert. So soll die RWTH Aachen mit dem Geld eine Image-Kampagne bezahlt haben. Die Hochschule sagt allerdings, dass es sich dabei um eine Informationsbroschüre für Studienwahl, -wechsel und -verlauf handele.
NRW-Innovationsminister Andreas Pinkwart kündigte an, die Verwendung der Studiengebühren zu überprüfen, erklärte aber gleichzeitig, dass er keine Hinweise für eine zweckentfremdete Nutzung habe.
(sueddeutsche.de/dpa)
DFB-Pleite gegen die Schweiz
lieber dellnian:
genau derartige antworten hab ich von deiner fraktion der schweiger erwartet, erzähl mir doch mal wofür überhaupt - außer für dein persönliches fortkommen - du dich in deinem leben schon mal engagiert hast?
lieber briefbeschwerer:
ich hab auch einen freund in usa. der is jetzt 45, highschool-lehrer und zahlt immer noch seine studienkredite ab, hat zwei kinder, deren konten fürs studium er einfach nicht vollkriegt und glaubt mittlerweuile einfach das falsche studiert zu haben. dein freund hat vielleicht für jobs im management oder ähnlich lukrativem studiert, schon klar, da mach ich mir auch keine gedanken um die rückzahlung.
leuite denkt doch mal bvissl über eure horizonte hinaus, dann würdet ihr vielleicht sogar verstehen, warum die paar wenigen gegener so radikal und grundsätzlich dagegen waren.
übrigens alternativ-vorschläge gab es zur genüge: von der forderung danach, endlich das alte politiker-versprechen "bildung ist bei uns nr.1" wahrzumachen und geld dafür zu geben, über den verzicht auf eurofighter u.ä. dummen milliarden-quatsch, bis zur übernahme der verantwortung von der viel fordernden wirtschaft, die kaum was für die deutsche bildung gibt. viele weitere vorschläge würdest du finden, wenn du dich informieren würdest.
Ich finde Studiengebühren nicht schlimm, solange damit Probleme gelöst werden wie überfüllte Vorlesungen und damit gleichzeitig die Studienzeit verkürzt wird.
Freunde von mir, die in Amerika oder England studiert haben, haben dafür Kredite aufgenommen, die sie jetzt zurückzahlen. Aber keiner hat den Schritt bereut für sein schnelleres Studium mit guter Betreuung Geld zu zahlen.
My two cents
Sehr geehrter Herr Rosenhut,
Ich "fasele" nichts von Sozialverträglichkeit,
sondern habe lediglich meine "verquerten" und somit wohl Ihrer
persönlichen Meinung
nach falschen Ansichten zu diesem Thema geäußert, außerdem habe ich wenigstens noch versucht einen sachlichen Kommentar zu schreiben.
Das Studenten Studiengebühren verdient haben stimmt auch immer noch, nur nicht in dieser Form und den damit verbundenen Auswirkungen.
Die gleiche ablehnende Haltung, wie die Ihre, ist mir im übrigen bei den meisten "Protestlern" aufgefallen, die generell gegen Studiengebühren waren.
Auch diese Leute hatten sonst keine Vorschläge oder Ideen zur Verbesserung der finanziellen Ausstattung von Hochschulen und deren Lehrstühlen, sondern konnten nur immer gegen alles sein.
Mangelnde Kompromissbereitschaft ist aber auch der Grund, warum sich am Ende die Fronten aus Studierendenschaft und Politik derartig verhärtet hatten.
Mit Spaß am Studium
dellnian
deine verquerten ansichten erklären, warum es heute studiengebühren in dieser form gibt. du faseltst etwas von sozialverträglichkeit, fragst, wo diese bleibt und bist trotzdem für studiengebühren, solange sie nicht für sandkästen verwendet werden, eben dinge die du persönlich gerade nicht gut findest.
die ewige relativiererei, das abwägen und die völlige ohnmacht der studenten vor dem staat ("kann man doch eh nix dran ändern") haben diese gebühren möglich gemacht. protest existierte, bis auf die wenigen engagierten, so gut wie nicht. nun wird die politik den betrag in den nächsten jahren schön nach oben schrauben, so wie es die echten gegner schon immer vorausgesehen haben, denn hier ging es ums prinzip. gegen solche erhöhungen, die dich zwingen würden für eigene kinder schon bei deren geburt ein studienkonto anzulegen - wirst du nach protestloser unizeit im job erst recht nicht ausreichend mut und kraft finden.
die studenten haben die studiengeühren genauso verdient wie der verbraucher das gammelfleisch.
weiterhin viel spaß beim studium und an der tiefkühltheke
Ich habe im Wintersemester 2002/2003 mit dem Studium begonnen und komme noch in den Genuss dieser Gebühren, für die scheinbar eine Zweckbindung besteht.
In früheren Diskussionen über die Gebühr habe ich oftmals die Meinung vertreten, dass eine Studiengebühr mit Gegenleistung in Form von besseren Studienbedingungen für mich vertretbar ist, wenn sie sozialverträglich ausgestaltet wird.
Meine Befürchtung war nur damals schon, dass die Haushälter an den Universitäten beispielsweise auch eine Sandkiste in der Wüste als Verbesserung der Studienbedingungen ansehen würden und dafür irgendeinen Dummen finden, der dies auch als Innovation empfindet.
Die gesetzlichen Grundlagen für die Studiengebühren binden hier nur die Studenten an die Zahlung und die Hochschulen nicht an einen verantwortungsvollen Umgang mit den Geldern,
denn nicht jeder Student kann 500,- pro Semester einfach aus dem Ärmel schütteln.
Wo die sozialverträglichkeit bei "alle zahlen das gleiche, Ausnahmen nur in Härtefällen" bleibt fragt leider auch keiner mehr.
Ich bin immer noch für Studiengebühren, aber nur mit erkennbaren und spürbaren Gegenleistungen für die Studenten.