Bayern beschließt Studiengebühren, die Studenten sind resigniert. Proteste gibt es kaum.
Das Bild hat eine gewisse Symbolkraft: Gerade einmal ein knappes Dutzend Studenten verliert sich am Donnerstag auf den Besuchertribünen des Bayerischen Landtags, als die CSU-Mehrheit die Einführung von Studiengebühren beschließt. Die Studentenvertreter versichern zwar, dass an anderer Stelle protestiert werde. Viele Studenten haben sich aber offenbar schon damit abgefunden, vom Sommersemester 2007 an 500 Euro pro Semester für ihr Studium bezahlen zu müssen.
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Die wenigsten Studenten an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) sind über die Entscheidung des Landtags informiert. Viele reagieren wie die Sinologie-Studentin Channa Krever eher resigniert.
"Da kann man doch nichts dagegen machen. Aber im Prinzip bin ich natürlich dagegen." Die 500 Euro Gebühren pro Studienhalbjahr werden sie empfindlich treffen. "Für mich wird nicht viel übrig bleiben", sagt die 20-Jährige. Auch Alexandra Solovei ist skeptisch, ob die Darlehen für die Studenten zur Finanzierung der Studiengebühren wirklich günstig gestaltet werden. "Ich sehe das schon kommen, dass es keine vernünftige Finanzierung geben wird für diejenigen, die es sich nicht leisten können", sagt die 20-jährige Englisch-Studentin.
Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) hatte Darlehen mit einem Zinssatz von 5,1 Prozent angekündigt, die erst nach Ende des Studiums zurückbezahlt werden müssen. Eine abschließende Regelung dazu ist aber noch nicht gefunden.
Im Lichthof, der Eingangshalle der LMU, haben Studentenvertreter eine Art Protest-WG eingerichtet - mit Sofas, Arbeitsplätzen und einer kleinen Küche. "Wir wollen zeigen, dass wir uns mit Studiengebühren nicht aus der Uni vertreiben lassen", sagt Moritz Kelber vom Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (AStA) der Universität München, der als einer der wenigen in den Landtag gekommen ist.
Es sei in jüngster Zeit nicht leicht gewesen, die Kommilitonen für Proteste zu mobilisieren, berichtet Kelber. Viele hätten aber noch keine Ahnung, was mit den Gebühren überhaupt auf sie zukommt. "Der Aufschrei kommt doch erst, wenn die Überweisungsträger bei den Studenten eingelaufen sind", sagt der Jurastudent. Daher soll mit den Protesten auch noch nicht Schluss sein. Ende Mai wollen die Studentenvertreter ein Rock-Konzert gegen Studiengebühren auf dem Marienplatz veranstalten.
Der 23-jährige Student Ottmar Deinhart ist skeptisch, ob damit noch etwas bewirkt werden kann. "Der Protest wird nicht mehr viel bringen, aber ich befürchte, dass es in Zukunft vor allem darum gehen wird, sein Studium so schnell wir möglich abzuschließen", sagt der Student der physikalischen Technik an der Technischen Universität München.
(dpa, von Jan Brinkhus und Benjamin Großkopff)