Mehr Bafög gibt's nicht, sagt Bildungsministerin Schavan. Den meisten Studenten dürfte es egal sein: Sie finanzieren sich sowieso aus anderen Quellen.
585 Euro beträgt der Bafög-Höchstsatz. Seit 2001 hat sich daran nichts geändert. Nicht nur das Deutsche Studentenwerk (DSW) fordert, die Fördersätze um zehn Prozent anzuheben. Auch der Beirat für Ausbildungsförderung beim Bundesbildungsministerium spricht sich im jüngsten Bafög-Bericht für mehr Geld aus.
Kein Inflationsausgleich, keine Aussicht auf Mehr: Die Fördersätze beim Bafög sind seit 2001 unverändert. (© Foto: sueddeutsche.de)
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Immerhin jeder vierte Student bezieht Bafög, aber die wenigsten leben allein von der Ausbildungsförderung. In der Regel beziehen sie ihr Geld aus verschiedenen Quellen. Den größten Anteil machen die Zuschüsse von zuhause aus. Außerdem wird viel gejobbt.
Wie die Sozialerhebung der Studentenwerke zeigt, liegen die monatlichen Einnahmen eines Durchschnitts-Studenten bei 767 Euro.
Über diese Summe können jedoch viele Studierende nur die Stirn runzeln. Denn auf dem Campus gibt es große Unterschiede zwischen reichen und armen Kommilitonen. So hat ein Viertel der Studenten mehr als 890 Euro monatlich, während das arme Viertel mit weniger als 600 Euro zurecht kommen muss.
Bafög-Zahlungen machen nur einen kleinen Teil der Einnahmen aus. Sie tragen 13 Prozent zum Studentenhaushalt bei. Vom Bafög allein lebt nur ein Prozent der Studenten. Der durchschnittliche Bafög-Empfänger erhält nur 352 Euro monatlich.
Am meisten werden die Eltern in die Pflicht genommen. 90 Prozent der Studierenden werden noch von zuhause unterstützt. Im Schnitt erhalten die Studenten von daheim 485 Euro monatlich. 12 Prozent leben komplett auf Kosten der Eltern.
Wer noch mehr zum Leben braucht, arbeitet. Zwei Drittel der Studierenden hat einen Nebenjob, für den zehn Stunden die Woche investiert werden. Vor allem Studenten aus bildungsfernen Elternhäusern jobben für den Lebensunterhalt. Die meisten verdingen sich mit irgendwelchen Aushilfstätigkeiten, arbeiten als Kellner, Taxifahrer oder Verkäufer. Im Schnitt kommen sie damit auf 325 Euro monatlich.
Am meisten Geld brauchen Studenten für Miete und Nebenkosten: Dafür gehen monatlich 260 Euro weg. 159 Euro fallen für Lebensmittel an, 86 Euro für Fahrkosten. Weitere Posten die aufs Studenten-Budget schlagen sind Lernmittel, Versicherungen, Kleidung, Kommunikation. Für viele neu dazu kommen in diesem Semester in mehreren Bundesländern erstmals Studiengebühren.
Auf Pump zu studieren, ist vielen Studierenden offenbar fremd. Nur ein Prozent nehmen Kredite in Anspruch. An dieser Haltung hat auch die Einführung eines neuen Studienkredits der öffentlichen KfW-Bank bislang nichts geändert. Seit Start des Programms haben nur 19.000 Interessenten einen Antrag gestellt.
Die meisten dürften die damit verbundenen Belastungen abschrecken. Sie belaufen sich nach Berechnungen des Bildungsministeriums auf bis zu 120.000 Euro.
Da bleiben die Schulden beim Bafög schon überschaubarer: Die Förderung wird zinslos vergeben. Maximal müssen 10.000 Euro zurückgezahlt werden.
Debatte über Urheberrecht
Der Umgang der Bundesregierung mit der Studentenschaft ist nur ein Spiegelbild, wie sie mit weit überwiegenden Mehrheit des Volkes umgeht. Bemerkenswert, wie sich selbst die Kleinkommentatoren in der SZ ihre jahrzehntelangen Lohnkürzungen in ein neues Sozialschema einordnen (Beitrag Polizistenbezahlung).
Als ehemaliger BaföG Empfänger und - Rückzahler versichere ich euch: die staatlich-stattliche Abzocke geht noch weiter. Den Monats-Rückzahlungsbetrag müsst ihr nämlich aus eurem künftigen Nettoeinkommen nehmen: also um 100 zurückzuzahlen müsst ihr bei einem kleinen bis mittleren, also mit typischem Akademikereinkommen mindestens 200 erwirtschaften ( 60 Steuer (30% in der Spitze) und 40 (20% Sozialversicherungsanteil)). Von dieser Verzinsung konnten Banken früher nur träumen; dann fiel der CDU das Studentendarlehen ein.
Wer halbwegs klar denken kann: das Volk wird sich völlig andere Politiker und Parteien suchen. Schon die Geschichte lehrt: Weimar ging unter, weil sich die einst staatstragende Mittelschicht, finanziell ausgeplündert, einer Alternative zuwandte, die ihr mehr versprach. Das schreckliche Ergebnis kennen wir zwar, aber die Stimmung ist bald ähnlich der im Märchen der aufbrechenden Bremer Stadtmusikanten:"etwas Besseres als den Tod erwartet uns überall..."!
Da braucht kein Politiker bedauern heuchel. Die sozialauswahl ist gewollt.
Bafög reicht nicht zum leben, beim besten willen nicht. Wer nebenbei arbeited wird in jedem anspruchsfollen Studium nicht in der Förderungshöstdauer fertig. Die "auch so tollen" Studienkrediete gibt es nicht für Studenten über 30, der zweite Bildungsweg ist unerwünscht.
Amerikanisch Verhältnisse sind gewünscht, die Elite (oder besser was reich genug ist um sich dafür zu halten) möchte unter sich bleiben. Das der "Pöbel" da unten die gleichen Bildungseinrichtugen nutzt und den gleichen Zahersatz bekommt ist für diese leute schlicht ein Skandal.
Ich denke für Westewelle und Ackemann ist die Welt erst in Ordnung wenn Kleinverdiener wieder an den Zahnlücken und am verfaulten Gebiss zu erkennen sind. Und natürlich wenn die ausgewählten Bildungsinstitute ob Privatschulen oder Eliteuniversitäten nicht mit dem Pöbel unten unter ihrem Stande verseucht werden.
Eine Geld-Elite die sich gerne als Leistungs-Elite feiern läst möchte sich "adelsähnlich" vom Rest der Geseschaft abheben, darum geht es. Geldvermögen in analogie zum Erb-Adel, das ist was unsere Elite wünscht und von unserer Politik schrittweise auch erfüllt bekommt.
Die wieteren und anderen Schritte sind vorhersehbar. Eine ernstzunehmende Erbschaftssteuer wird mit sicherheit aufs agressivste verhindert und ausnahmsweise spielt dann Leistungsgrechtigkeit mal keine Rolle (aber sonst natürlich immer)
man möchte auswander
Grüße Jörg Heinrich
Unglaublich:
Mieten und Nebenkosten steigen... nur das Bafög nicht.
Echte Alternativen? Fehlanzeige. (Kfw ist nicht wirklich günstig)
Durch Nebenjob kompensieren... kann zu Lasten des Studiums und der Studiendauer gehen.
And Last but not Least: zunehmend hohe Studiengebühren.
Fazit: Ein Studium ist zunehmend für Leute mit Geld: