München, Leipzig oder Göttingen? Das ist für die meisten Studenten nicht entscheidend. Bei der Wahl ihres Studiums orientiert sich die überwiegende Zahl in erster Linie an dem gewünschten Fach. Auch der gute Ruf der Hochschule interessiert nur wenige - der erste Eindruck hingegen schon.
Nur die wenigsten Studenten in Deutschland wählen laut einer Umfrage ihr Studium nach der Stadt aus, in der sie leben wollen. Auch Rankings von Unis spielen eine untergeordnete Rolle. Das besagt eine Online-Befragung von fast 1500 Menschen, die der Bildungsberater EDU-CON in Rheine bei Münster veröffentlicht hat.
Bild vergrößern
München, Bochum oder Kiel? Der Studienort ist für die meisten Studenten erst an zweiter Stelle wichtig - entscheidend ist das Studienfach. (© dpa)
Anzeige
Dabei gaben 78 Prozent der Befragten an, sich zuallererst für ein Studienfach zu entscheiden. Elf Prozent wählen als erstes den Hochschultyp - etwa Universität oder Fachhochschule - aus. Nur neun Prozent beginnen ihre Auswahl mit dem Studienort. "Für das Hochschulmarketing ist es somit essentiell, die einzelnen Studiengänge - und nur nachrangig die Hochschule als Marke oder speziell den Standort - zu bewerben", sagt EDU-CON-Geschäftsführer Peter Stegelmann.
Bei der Studienwahl hätten Eltern übrigens nach wie vor den größten Einfluss, sagt der Experte. Wenn die Auswahl der Hochschule an der Reihe ist, wird bei den Studienanwärtern Service groß geschrieben. 70 Prozent der Befragten wollen in erster Linie gut informiert und beraten werden. Der gute Ruf der Uni dagegen treibt nur 65 Prozent um. Die Frage, ob die Studiengänge überlaufen sind, interessiert 47 Prozent der Befragten. Rankings überzeugen gerade einmal 35 Prozent.
Von der Universitätsstadt wünschen sich 73 Prozent "eine gute Atmosphäre". Kulturangebote locken 49 Prozent. Niedrige Kosten für Lebenshaltung spielen für 37 Prozent eine wichtige Rolle. Die Nähe zur Heimatstadt ist gerade einmal für 21 Prozent relevant.
Großen Nachholbedarf sieht die Studie bei den Internetauftritten der Hochschulen. 72 Prozent der Befragten hatten nach dem Surfen über Seiten von Unis oder Fachhochschulen noch offene Fragen. Nur 48 Prozent fanden die Benutzerführung übersichtlich. "Die Hochschulen sollten ihre Websites mehr mit den Studenten testen", sagt Verfasserin Gertrud Hovestadt.
- Zehntausende Fachkräfte fehlen Naturwissenschaftler haben gute Jobaussichten 30.11.2011
- Abitur in Südkorea 16 Stunden am Tag lernen 05.12.2011
- Zentrales Studienplatz-Vergabesystem Weit mehr als nur ein technisches Ärgernis 16.12.2011
- Studienplatz-Vergabe an deutschen Unis Jedes Semester Chaos - und kein Ende in Sicht 15.12.2011
- Konflikte um Studiengebühren Bayerns Unis horten Millionen 15.12.2011
- Technische Universität München Studieren im Gewerbegebiet 14.12.2011
- Grünen-Vorwurf zu Studiengebühren Bayerns Hochschulen sollen Millionen horten 12.12.2011
(dpa/gal/mmai)
Diskussion um Leinenpflicht für Hunde
Bei vielen Studiengängen und-Fächern dürfte das wichtigste für die Ortswahl sein: Wo gilt welcher NC?
Denn Deutschlands Unis sind ja meist so einfallsreich, als Auswahlkriterium nur die Abinote zu nehmen, obwohl sie geeignete Auswahlverfahren machen dürften. Wenn sie die Studis nicht gleich zentral verschicken lassen.
"Dabei gaben 78 Prozent der Befragten an, sich zuallererst für ein Studienfach zu entscheiden." Also DAMIT konnte ja KEINER rechnen!