Studie zu Kaffeeverbrauch im Job Mär vom Cop of Coffee

Polizisten landen im Kaffee-Ranking der Berufsgruppen nur auf Platz zwei.

(Foto: dpa)

In Filmen und Serien trinkt keine Berufsgruppe mehr Kaffee als Polizisten. Eine neue Studie widerspricht jetzt dem Klischee. Demnach brauchen Menschen in einem sehr viel langweiligeren Job noch häufiger den Koffeinkick.

Von Kathrin Hollmer

So ein Becher Kaffee ist eigentlich ganz schön unpraktisch im Polizeialltag. Wo soll man ihn beim Strafzettel-Schreiben abstellen? Auf dem Dach des in zweiter Reihe geparkten Autos vielleicht? Der Fahrer könnte plötzlich aus der Apotheke angerannt kommen, wegfahren - und der schöne Kaffee würde den Bordstein fluten. Während des Blitzer-Aufstellens auf der Bundesstraße wird er nur kalt im Becherhalter. Und wenn man einen Taschendieb durch die Fußgängerzone verfolgt, verschüttet man höchstens etwas.

Trotzdem lautet das Klischee, das Filme und Serien seit jeher kultivieren: Polizisten trinken nicht nur früh, sondern auch bis spät Kaffee. Und essen dazu Donuts, aber das ist eine andere Geschichte. Jetzt räumt eine neue Studie endlich mit dem hartnäckigen Vorurteil auf. Demzufolge sind Polizisten gar nicht die Berufsgruppe mit dem höchsten Kaffeeverbrauch, sondern Journalisten und sonstige Medienleute.

Die Agentur Pressat befragte dafür 10 000 Angestellte. Polizisten landeten im Kaffee-Ranking nur auf dem zweiten Platz, vor Lehrern, Klempnern und Handwerkern sowie Krankenschwestern und anderem medizinischen Personal. In die Top Ten schafften es zudem: Führungskräfte, Mitarbeiter im Telefonverkauf, IT-Leute, Verkäufer und Taxifahrer.

Ohne Kaffee geht gar nichts

Insgesamt trinken der Studie zufolge Männer im Durchschnitt fünf Prozent mehr Kaffee als Frauen. Außerdem gaben 85 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mindestens drei Tassen Kaffee am Tag trinken, und 70 Prozent, dass sie glauben, ihre Arbeitsleistung wäre ohne Kaffee beeinträchtigt.

Im Fernsehen dürften wir aber weiterhin mehr Polizisten als Journalisten mit Kaffee sehen. Das liegt ganz einfach daran, dass es mehr Filme mit Uniformträgern als mit Schreibern gibt. Wie der Durchschnittsjournalist auf seinen Bildschirm starrt und gelegentlich von seiner Bürotasse nippt, hat aber auch wenig Potenzial für die große Leinwand. Ganz im Gegenteil zum legendären, gehauchten "a damn fine cup of coffee", das die Hauptfigur Dale Cooper (gespielt von Kyle MacLachlan) in der Neunziger-Jahre-Serie "Twin Peaks" zu sagen pflegt - vor jeder Tasse dampfendem Kaffee, die er an seinem Mund ansetzt. Der ist freilich FBI-Agent und kein Polizist, aber das tut hier wenig zur Sache.

Kaffee, der kickt

Fettreduzierter Milchschaum und Karamellsauce im Latte macchiato waren einmal. Jetzt rühren Menschen Öl und Butter in ihren Kaffee und nennen ihn "Bulletproof Coffee". Wie schmeckt das angebliche Energiewunder? Von Christina Metallinos mehr ... Selbstversuch

Im Gegensatz zum Polizisten (und auch zu Agent Cooper) kann der Journalist seinen Kaffee - wenigstens meistens - ungestört zu Ende nippen. Bei der nächsten Umfrage zum Thema Donuts dürfte Polizisten der Sieg dann aber wieder sicher sein, zumindest liefert Chief Wiggum aus den Simpsons eine gute Klischeevorlage.

Wobei: Gibt es in der Serie nicht auch diesen kleinen dicken Mann mit mindestens so großem Zuckerkringel-Hunger - der in einem Atomkraftwerk arbeitet?