Studie des DGB Arbeitgeber: Stress kommt nicht von Arbeit allein

IG-Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban räumte zwar ein, dass das Phänomen Stress "schwerer zu erfassen ist als das Problem vom schweren Heben und Tragen". Die Faktoren psychischer Belastungen seien aber bekannt: unzureichende Arbeitszeitreglungen, inkompetentes Verhalten von Vorgesetzten und ständig steigendes Arbeitsvolumen.

Urbach fordert stärkere gesetzliche Regeln, wie den Belastungen begegnet werden soll. In einer Anti-Stresse Verordnung solle dann nicht nur verankert sein, wie in Unternehmen mit Fragen des Zeitdrucks umgegangen werden solle, sondern auch, wie Firmen bei Regelverstößen bestraft würden.

Die Arbeitgebervereinigung BDA widersprach der Darstellung, dass Arbeit psychisch krank mache. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin zeige, "dass die Verbreitung psychisch belastender Arbeitsbedingungen im Vergleich zu den Jahren 2005/2006 nicht zugenommen hat". Es sei "im ureigensten Interesse der Unternehmen, psychische Fehlbelastungen durch Arbeit so gering wie möglich zu halten".

Auch könne der Stress nicht alleine auf die Arbeit zurückgeführt werden. Die wesentlichen Ursachen lägen in der genetischen Veranlagung von Menschen und ihrem sozialen Umfeld, wie Familie und Freunde, teilte der Arbeitgeberverband mit. Vorschläge, wie man gestressten Arbeitnehmern helfen soll, nannte er nicht.

Für den 29. Januar ist eine gemeinsame Erklärung von Bundesarbeitsministerium, DGB und BDA zu einer Strategie für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz geplant.